vergrößernverkleinern
Felix Magath wurde in der vergangenen Saison Meister mit Wolfsburg © getty

Schalke soll zu lange über seine Verhältnisse gelebt haben. Trainer Felix Magath lässt das aber alles kalt. Rafinha bleibt wohl.

Von Daniel Rathjen

München - Ein Verantwortlicher hat bereits seinen Platz räumen müssen.

Finanzchef und Schalke-Präsident Josef Schnusenberg gab am Dienstag seinen Bereich an Peter Peters ab.

Bis zum Ende seiner Amtszeit Mitte 2010 darf der 68-Jährige nur noch repräsentative Aufgaben wahrnehmen.

Angeblich sollen die massiven wirtschaftlichen Probleme der Gelsenkirchener ein Hauptgrund für Schnusenbergs Rückzug sein.

Denn die Königsblauen stecken nach einem Bericht des "kicker" bis zum Hals in tiefroten Zahlen.

Über die Verhältnisse gelebt

Beim Ruhrpott-Klub ist die "Kohle" knapp. In der Hoffnung auf maximalen sportlichen Erfolg soll der Verein viel zu lange über seine Verhältnisse gelebt haben.

Die Gelsenkirchener Chefetage strukturiert sich daher aktuell neu.

Sie steht vor einer riesigen Herausforderung, denn die Verbindlichkeiten belaufen sich auf 136,6 Millionen Euro.

Zins und Tilgung der Arena verschlingen demnach jährlich 20 Millionen Euro.

Hinzu kommen die hohen Personalkosten mit bis zu 55 Millionen in der Spitze.

Auch die Ex-Trainer Fred Rutten, Mike Büskens und Youri Mulder sowie der ehemalige Manager Andreas Müller stehen noch auf der Gehaltsliste.

Diese Kosten hätte Schalke nur als Dauergast in Champions League stemmen können. Aktuell findet das internationale Geschehen aber ohne die Königsblauen statt.

"Nicht besorgniserregend"

Trainer Felix Magath lässt das jedoch kalt. "Das ist doch nichts Neues. Dass wir nicht so viel Geld haben, ist bekannt", sagte Magath.

"Ich war von Anfang an informiert, dass wir nicht investieren können. Die Situation ist nicht besorgniserregend, ich habe keine Sorgenfalten."

Der Aufsichtsratsvorsitzende Clemens Tönnies bestätigte derweil Gerüchte, wonach Schalke sich die Millionen des Hauptsponsors "Gazprom" auf einen Schlag habe auszahlen lassen.

"Der große Teil der Einmalzahlung ist fest angelegt", teilte Tönnies mit.

Laut Berichten hatte Schalke das Recht auf jährliche Zahlungen an ein Londoner Finanz-Unternehmen abgetreten und dafür knapp 30 Millionen Euro erhalten.

Geld vom Hauptsponsor fließe an die Königsblauen nur noch in Form von Prämienzahlungen.

Das Duell mit dem SC Freiburg am Samstag (ab 15 Uhr LIVE) bereitet Magath aber dennoch "deutlich mehr graue Haare" als der Schuldenberg.

Keine Spielerverkäufe

Kurzfristige Spielerverkäufe seien ebenfalls nicht geplant. "Es gibt keinen neuen Stand, was Transfers angeht. Es hat sich kein Klub gemeldet - für niemanden", sagte Magath.

Auch Italiens Rekordmeister Juventus Turin, mit dem Rafinha in Verbindung gebracht worden war, hat ein Interesse an dem Spieler mittlerweile dementiert.

"Rafinha ist kein EU-Bürger und wir haben keine Plätze zur Verfügung. Wir werden ihn nicht kaufen", sagte Juve-Sportdirektor Alessio Secco.

Dagegen wird Carlos Grossmüller Schalke verlassen und laut Magath für ein Jahr zu seinem vorherigen Arbeitgeber FC Danubio Montevideo (Uruguay) verliehen.

Grossmüller, der in Magaths Plänen keine Rolle mehr spielt, hat in Gelsenkirchen noch einen Vertrag bis 2011.

Neuer hat Fieber

Gegen Freiburg ist der Einsatz von Torhüter Manuel Neuer fraglich, der wegen einer fiebrigen Grippe auf das Training verzichten musste.

Für Mittelfeldspieler Jermaine Jones gab es ebenfalls einen Rückschlag.

Der ehemalige deutsche und künftige US-Nationalspieler musste nach seiner Rückkehr ins Mannschaftstraining zu Beginn der Woche erneut pausieren.

"Wir wollen bei ihm vorsichtig sein", sagte Magath: "Wir warten jetzt, bis der Arzt uns ein Zeichen gibt."

Bei Jones war im Juni ein Haarriss im linken Schienbein festgestellt worden.

Zum Forum - hier mitdiskutieren!Zurück zur Startseite

teilentwitternE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel