An einem ereignisreichen Fußball-Tag bleibt trotzdem einiges ungekärt, wie Sport1.de-Redakteur Martin Volkmar feststellt.

Es gibt definitiv Tage, an denen im Fußball weniger passiert als an diesem Donnerstag.

Robben zu Bayern, Wiese und Frings nicht zur Nationalmannschaft und Freispruch für Lehmann und Subotic sind nur einige der zahlreichen Top-Meldungen.

Und nicht zu vergessen die Europa League, die Frauen-EM und die mit Spannung erwartete Champions-League-Auslosung.

Und doch bleiben viele Fragen.

Allerdings wohl weniger, ob der spektakuläre Robben-Deal tatsächlich perfekt gemacht wird.

Denn das dürfte angesichts der eindeutigen Aussagen der Real-Bosse und von Robben selbst nur noch Formsache sein.

Daran schließt sich dann aber direkt die Frage an, ob die kolportierten 25 Millionen Euro Ablöse nicht etwas viel sind angesichts von Robbens Verletzungsanfälligkeit.

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Vor allem aber muss man fragen, ob die Millionen nicht an anderer Stelle wesentlich besser angelegt gewesen wären. Denn die Probleme der Bayern liegen offensichtlich nicht in der Offensive, sondern in der Abwehr und beim Torwart.

Beim Stichwort Torwart ist man dann auch schon mühelos bei Jens Lehmann und der Verfahrenseinstellung gegen ihn und Neven Subotic durch den DFB.

Eine fast schon peinliche Rolle rückwärts des Verbandes, die sonst wohl für erheblich mehr Wirbel gesorgt hätte.

Schließlich hatte sich der Kontrollausschuss bei der Aufnahme der Ermittlungen weit aus dem Fenster gelehnt und explizit darauf verwiesen, dass die nicht geahndeten Ellbogenchecks eben keine Tatsachenentscheidung des Schiedsrichters gewesen seien und deshalb von Tätlichkeit auszugehen sei.

Doch nun soll alles ganz anders sein und statt einer Sperre von bis zu acht Wochen kommen beide Übeltäter ungeschoren davon. Vor allem bei Lehmann, bei dem noch keine Eskapade seit dem Wechsel nach Stuttgart bestraft wurde, bleibt ein äußerst bitterer Beigeschmack.

Den hat man auch in Bremen angesichts der Entscheidung von Joachim Löw, in den nächsten beiden Länderspielen gegen Südafrika und Aserbaidschan auf Tim Wiese und Torsten Frings zu verzichten.

Sachliche Gründe dafür sind schwer zu finden, wie auch bei der Missachtung des derzeit bärenstarken Leverkuseners Stefan Kießling.

Frings ist sicherlich nicht mehr in früherer Top-Form, dennoch konnten seine direkten Rivalen zuletzt auch nicht überzeugen, schon gar nicht in der Nationalmannschaft.

Bei Wiese ist die Diskrepanz noch größer, denn der Schlussmann ist in den letzten Wochen eindeutig der Beste im Torwart-Vierkampf und muss trotzdem zuschauen.

Im November gegen Chile oder Ägypten soll er dann aber seine Chance bekommen. Wobei einem da noch eine Frage einfällt:

Wie bitteschön will die DFB-Auswahl sich gegen solche zweit- bis drittklassigen Gegner eigentlich für die WM einspielen und das zuletzt verloren gegangene Renommee wieder zurückgewinnen?

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