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"Früher habe ich 80 Prozent meiner Arbeitszeit mit den Spielern verbracht. Heute verwende ich 80 Prozent darauf, das Geld einzutreiben, um sie finanzieren zu können"
Uli Hoeneß beendete bereits mit 27 Jahren seine aktive Karriere als Fußballer © imago

Uli Hoeneß erklärt die Hintergründe des Robben-Deals. Der Niederländer bekommt die Rückennummer, die ein Landsmann einst hatte.

Vom FC Bayern berichtet Mathias Frohnapfel

München - Die Aufgabenliste für die Champions League ist verteilt (alle Gruppen in der Übersicht).

Und Uli Hoeneß spricht von "schönen Brocken", die in Form von Juventus Turin, Bordeaux und Haifa auf den FC Bayern zukommen (Bayerns Gegner im Stenogramm).

Bang ist dem FCB-Manager dennoch nicht. Trotz des Fehlstarts in der Bundesliga und trotz der großen Aufregung um seinen Klub.

Denn Hoeneß hat eine Trumpfkarte hervorgezaubert, mit der kaum einer gerechnet hat.

Vierjahres-Vertrag und Nummer 10

Am Freitagmittag meldete der FC Bayern den Transfer von Arjen Robben als perfekt.

Nach der Einigung mit Real Madrid absolvierte der 25-Jährige die sportärztliche Untersuchung und unterzeichnete danach einen Vierjahres-Vertrag. Über die Vertragsinhalte wurde Stillschweigen vereinbart.

Robben wird bei den Münchner das Trikot mit der Nummer 10 erhalten, das einst auch sein Landsmann Roy Makaay trug. Er ist für das Bundesligaspiel des FC Bayern am Samstag gegen den VfL Wolfsburg (Sa. ab 18 Uhr LIVE) spielberechtig und wird vor der Partie offiziell vorgestellt.

Debüt gegen Wolfsburg "denkbar"

"Das ist denkbar. Er ist in einer guten Verfassung", meinte Bayern-Trainer Louis van Gaal über das mögliche Debüt des Offensivmanns.

"Das ging alles sehr schnell. Ich hatte ein paar Dinge, über die ich nachdenken musste, und am Ende habe ich für mich entschieden, dass ich zu einem großen Klub wie dem FC Bayern wechseln möchte. Der FC Bayern hat mir vom ersten Moment an ein gutes Gefühl vermittelt", sagte Robben.

Im Mittelfeld eingeplant

In der Pressemitteilung hieß es zwar "Arjen Robben stürmt ab sofort für den FC Bayern", doch ist der niederländische Nationalspieler eher im Mittelfeld eingeplant.

Auch Hoeneß Aussage, dass die Verhandlungen mit Madrid - trotz des Dauertheaters um Franck Ribery im Sommer - problemlos liefen, erstaunt.

Dabei kennt der Manager durchhaus die Situation vor dem Spiel gegen Wolfsburg.

"Wir wissen alle", bekannte er gegenüber den Reportern in München, "dass großer Druck da ist, wenn man nach drei Spieltagen nur zwei Punkte hat."

Sport1.de hat die wichtigsten Aussagen von Uli Hoeneß zusammengefasst.

Zum Hintergrund des Deals mit Arjen Robben:

"Robben ist einer der Spieler, die wir unbedingt haben wollten. Er ist unserer Meinung nach einer der besten offensiven Mittelfeldspieler, die es in Europa gibt: Wir wollten gegen den Strom schwimmen und haben nie daran gedacht, Franck Ribery gegen Robben einzutauschen. Jetzt haben wir am Ende beide und eine noch attraktivere Mannschaft."

Zur Rolle von Arjen Robben:

"Er kann auch über rechts spielen. Unsere Absicht ist, Arjen Robben nicht über links spielen zu lassen, sondern über rechts, so dass Franck Ribery über links kommen kann."

Zu den Verhandlungen mit Real:

"Die Gespräche haben gar nicht lange gedauert, das ist auf höchster Ebene passiert. Real hat dabei stets betont, dass sie auf ein gutes Verhältnis mit Bayern München Wert legen. Die Gespräche waren sehr angenehm."

Zu weiteren Einkäufen:

"Wir haben im Moment keine Absichten, aber vor drei oder vier Tagen hätte ich auch nicht gedacht, dass Arjen Robben nach München kommt."

Zur Entscheidung, die Abwehr nicht zu verstärken:

"Wir sehen unsere Probleme nicht so sehr in der Abwehr, zumindest nicht mittelfristig, weil wir glauben, dass wir da gut aufgestellt sind. Wir haben Martin Demichelis, der ja nicht ewig verletzt ist, Daniel van Buyten und Holger Badstuber. Er hat sich bisher ganz gut bewährt. Auch Breno ist ein Spieler, der unser Vertrauen hat."

Zu den Verletzten in der Defensive:

"Verletzungen kurzfristiger Art wie bei Mark van Bommel oder Martin Demichelis, die vier, fünf Wochen dauern, fordern keinen Transfer, der Millionen kostet. Das wäre ja hirnrissig."

Zu möglichen Abgängen:

"Im Gegensatz zu anderen Vereinen, wo Spieler fast gezwungen werden zu gehen, ist das beim FC Bayern nicht der Fall. Wenn jedoch der ein oder andere Spieler bis Montag zu uns kommt, weil er jetzt noch weniger Chancen sieht zu spielen, stehen wir Gesprächen aufgeschlossen gegenüber."

Zum Top-Spiel gegen Wolfsburg:

"Wolfsburg hat bisher sehr unterschiedlich gespielt: Gegen Stuttgart hervorragend, in Köln haben sie das Spiel spät gedreht. Und gegen den HSV haben sie einen Rückstand aufgeholt und dann doch verloren. So hundertprozentig topfit sind sie auch noch nicht. Das gibt mir die Hoffnung auf ein gutes Spiel unserer Mannschaft."

Zu einem Einsatz von Franck Ribery am Samstag:

"Das entscheidet Trainer Louis van Gaal. Aber er hat gesagt, wenn Franck schmerzfrei die Woche trainieren kann, wird er im Kader auftauchen. Danach sieht es aus. Dann wird er im Laufe des Spiels einen Einsatz bekommen."

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