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Zvjezdan Misimovic begann seine Profikarriere 2002 beim FC Bayern München © imago

Im Interview mit Sport1.de spricht Wolfsburgs Zvjezdan Misimovic über das Spiel gegen die Bayern sowie den Saisonstart des VfL.

Von Martin van de Flierdt

München - Beim FC Bayern konnte er sich nicht duchsetzen, mit dem VfL Wolfsburg holte er vergangene Saison die Deutsche Meisterschaft.

Der gebürtige Münchner Zvjezdan Misimovic stand von 2002 bis 2004 im Profikader der Bayern, kam jedoch kaum zum Zug: Magere drei Einsätze und null Tore standen am Ende für den Bosnier zu Buche.

Es folgten drei erfolgreiche Jahre beim VfL Bochum, 2007 dann der Wechsel zum 1. FC Nürnberg. Doch auch ein starker Misimovic konnte den Abstieg des Clubs nicht verhindern.

Wolfsburg wurde auf den Spielmacher aufmerksam und lotste ihn für knapp vier Millionen Euro in die Autostadt.

Misimovic mit neuem Bundesliga-Rekord

Beim VfL schlug Misimovic sofort ein: Mit sieben Saisontore und 20 Torvorlagen stellt der 27-Jährige einen neuen Bundesliga-Rekord auf und hatte großen Anteil am Titelgewinn der "Wölfe".

Am Samstag kehrt der Bosnier mit dem VfL zum Spitzenspiel des 4. Spieltages nach München zurück (Sa., ab 18 Uhr LIVE). Für Misimovic kein Spiel wie jedes andere:

"Klar ist das noch was Besonderes. Ich kenne ja noch viele Spieler. Man freut sich immer wieder, sie zu sehen."

Im Interview mit Sport1.de spricht Misimovic über das Spiel gegen die Bayern, den Saisonstart sowie die Boxeinlage von Edin Dzeko und Karim Ziani. Den Ausfall des verletzten Kapitäns Josue sieht als deutliche Schwächung.

Sport1.de: Herr Misimovic, Wolfsburg hat die ersten zwei Spiele eindrucksvoll gewonnen, dann kam der Rückschlag gegen den HSV. Wo steht der VfL jetzt?

Zvjezdan Misimovic: Das ist schwierig zu sagen. Wir hatten einen guten Start und haben es gegen Hamburg verpasst, einen Superstart daraus zu machen. Das nächste Auswärtsspiel in München ist nun auch nicht ohne. Aber uns allen war klar, dass wir ein schwieriges Auftaktprogramm haben.

Sport1.de: Gegen Hamburg hat Ihr Team ungewohnte Abwehrschwächen offenbart. Woran hat das gelegen?

Misimovic: Zumindest nicht an der Abwehr alleine. Wir haben uns als Mannschaft in den entsprechenden Situationen schlecht verhalten. Wir hatten uns das eigentlich komplett anders vorgenommen. Aber es hat leider nicht geklappt.

Sport1.de: Welche Konsequenzen ziehen Sie daraus für die Partie in München?

Misimovic: Wir wissen zumindest, dass wir so nicht noch einmal auftreten können. Gerade gegen Bayern dürfen wir uns so ein Abwehrverhalten nicht erlauben.

Sport1.de: Josue fehlt aufgrund seiner Knieverletzung nicht nur in München, sondern einige Wochen lang. Wie schwer wiegt das?

Misimovic: Er wird uns sicher fehlen. Er ist unser Kapitän und im defensiven Mittelfeld sehr wichtig für uns. Er hat viele Zweikämpfe gewonnen und ist, wie man bayerisch sagen würde, eine Drecksau auf dem Platz. Aber wir haben einen großen Kader. Da muss eben jemand anderes in die Bresche springen.

Sport1.de: Haben Sie jemand Bestimmten im Auge?

Misimovic: Bei uns gibt es mehrere Kandidaten, die die Rolle im defensiven Mittelfeld spielen können. Zwar ist auch Sebastian Schindzielorz verletzt, aber auch Jonathan Santana oder Cristian Zaccardo kommen für den Posten in Frage. Wir werden da sicher eine Lösung finden.

Sport1.de: Die letzte Begegnung mit den Münchnern war das denkwürdige 5:1. Haben Sie die Befürchtung, dass die Revanchegelüste bei den Münchnern besonders groß sind?

Misimovic: Vielleicht werden die Bayern das Spiel noch im Hinterkopf haben. Aber sie sind ja momentan nicht in der besten Lage oder strotzen vor Selbstbewusstein. Von daher besteht kein Grund, vor ihnen Angst zu haben.

Sport1.de: Ist der angeschlagene Boxer Bayern München also nicht besonders gefährlich?

Misimovic: Wir schauen nicht auf den FC Bayern, sondern auf uns. Wir müssen eine Reaktion zeigen. Was bei den Bayern los ist, kann ich eh nicht beeinflussen. Wir haben nach der Hamburg-Niederlage selbst etwas gutzumachen.

Sport1.de: Auch der Trainingsstreit zwischen Edin Dzeko und Karim Ziani hat nicht für positive Schlagzeilen gesorgt?

Misimovic: Das sollte man nicht überbewerten. Sie haben sich danach die Hand gegeben und damit war die Sache erledigt. Das kommt in jeder Mannschaft vor. Es ist eben ein Konkurrenzkampf da und das ist auch richtig so. Fußball ist eben ein Männersport. Sonst könnten wir alle zum Ballett gehen.

Sport1.de: Wolfsburg hat noch nie in München gewonnen. Im Vorjahr reichte ein 2:0-Vorsprung nicht, der VfL verlor 2:4. Was macht sie optimistisch, dass es diesmal klappt?

Misimovic: Ich halte von solchen Statistiken wenig. Die Wolfsburger Mannschaft von vor fünf Jahren beispielsweise kann man nicht mit der heutigen vergleichen. Wir haben die Klasse, in München zu bestehen. Das müssen wir natürlich auf dem Platz auch zeigen.

Sport1.de: Obafemi Martins hat nach seinen Einwechslungen zuletzt einen guten Eindruck hinterlassen. Ist es möglich, dass Wolfsburg in München mit drei Stürmern antritt?

Misimovic: Das hat in der zweiten Halbzeit gegen Hamburg phasenweise ja schon gut geklappt, in anderen Phasen aber auch weniger gut. Daran werden wir noch arbeiten. Aber ganz klar: Wir haben vorne die Qualität, um auch mit drei Stürmern zu beginnen.

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