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Heinz Müller (l.) musste gegen Gladbach wegen einer Bauchmuskelzerrung ausgewechselt werden © getty

Die Verletzungen der beiden Mainzer Torhüter Müller und Wetklo sind offenbar nicht so schlimm wie ursprünglich befürchtet.

Mönchengladbach - Die Niederlage war Thomas Tuchel völlig egal - nur der Schrecken über den drohenden Torwartnotstand beim FSV Mainz 05 steckte dem Trainer am Geburtstag am Samstag in den Knochen.

"Das ist Horror! Das ist dramatisch momentan, es gibt wirklich beruhigendere Situationen", hatte der 36-Jährige nach dem 0:2 der eine Woche zuvor noch famosen Bayern-Bezwinger bei Borussia Mönchengladbach gesagt.

Am Samstagnachmittag hatte sich die Laune des Trainer-Novizen aber schon wieder deutlich verbessert. Denn nach genaueren Untersuchungen der beiden angeschlagenen Schlussleute Heinz Müller und Christian Wetklo gab der Klub offiziell Entwarnung.

Entwarnung bei Müller und Wetklo

Beide Torleute hätten "schmerzhafte, aber nicht gravierende Verletzungen", teilte der FSV mit.

Zwar müssten beide eine Trainingspause einlegen, aber nach der Länderspielpause sollen sowohl Müller als auch Wetklo am 12. September im Heimspiel gegen Hertha BSC Berlin wieder zur Verfügung stehen.

Da auch Stammtorwart Dimo Wache, der nach seiner Fersen-OP bislang von Müller hervorragend vertreten worden war, verletzt ist, war die Stimmung bei den Mainzer am Freitagabend zunächst auf dem Nullpunkt.

Wohl keine Neueinkäufe

Zu diesem Zeitpunkt wurde bereits über den 19 Jahre alten Regionalliga-Torwart Pierre Kleinheider nachgedacht, der ohne eine Minute Profi-Erfahrung hätte in die Bresche springen müssen.

"Das ist saudämlich", kommentierte Manager Christian Heidel zunächst und meinte weiter: "Wir können nur hoffen, dass wir jetzt schnell einen Torhüter hinbekommen, der sich bewegen kann."

Nachkäufe hatte Heidel deshalb nicht ausgeschlossen. Dieses Thema dürfte sich aber seit Samstag erledigt haben.

Beide Torhüter verletzen sich bei Gegentoren

Bei Wetklo, bei dem zunächst ein Beinbruch vermutet worden war, muss wegen einer starken Prellung des Wadenbeins einige Tage aussetzen.

Die Szene, als der Ersatz von Ersatztorhüter Müller mit einer Trage vom Platz gebracht werden musste, hatte Schlimmes befürchten lassen.

Wetklo war beim 2:0 von Gladbachs Marco Reus (84. ), der ein 50-Meter-Solo überlegt abschloss, mit dem Schützen zusammengeprallt und zog sich dabei die Verletzung zu.

Kurioserweise hatte sich zuvor auch Müller bei einem Gegentor verletzt. Der Held des Triumphs über die Bayern (2:1) krachte gegen Stürmer Raul Bobadilla - und musste mit einer Bauchmuskelzerrung raus.

"Er konnte überhaupt nichts mehr anspannen", sagte Tuchel kurz nach dem Spiel. Sekunden nach diesem Vorfall erzielte der Argentinier Bobadilla sein erstes Bundesligator (29.).

Auch Karhan muss raus

Zu allem Überfluss humpelte nach dem Abpfiff auch Miroslav Karhan mit einer Sprunggelenkverletzung vom Platz, die laut Klubangaben aber ebenso halb so wild ist.

Präsident Harald Strutz nahm die Misere mit einem Achselzucken, war aber sichtlich betroffen. "So ist das. Mal himmelhoch jauchzend, mal zu Tode betrübt. Ich kann nur sagen: Willkommen in der Bundesliga."

Mainz verpasst Tabellenführung

Dabei hätten der Klubchef und Tuchel sogar die Tabellenführung feiern können. Die erste Saison-Niederlage aber verhinderte den erstmaligen Sprung der Mainzer an die Spitze der Bundesliga.

Zumindest in der Spitzengruppe steht nun die Borussia. Jeglicher Euphorie erteilte Trainer Michael Frontzeck jedoch schnell eine Absage.

"Wir haben ganz ordentlich gepunktet, okay. Mehr als eine gute Grundlage ist das aber nicht."

Torschützen empfehlen sich

Bobadilla, der das Tor seiner im Publikum sitzenden Schwester Lorena widmete, und Reus gaben eindrucksvolle Bewerbungen um Stammplätze ab.

"Das Tor war supergeil, ein unbeschreibliches Gefühl", meinte Reus nach dem starken Solo." Thorben Marx brachte die Stimmung in der Mannschaft auf den Punkt: "Wir haben super gespielt. So muss es sein. Wer spielt, ist piepegal."

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