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Matthias Sammer ist seit dem 1. April 2006 Sportdirektor des DFB © getty

Matthias Sammer hat sich in die Diskussion um Lukas Podolski eingeschaltet: Der Stürmer sollte die Situation "realistisch einschätzen".

Köln/München - DFB-Sportdirektor Matthias Sammer hat sich überraschend in die Diskussion um Fußball-Nationalspieler Lukas Podolski von Bayern München eingeschaltet.

"Ich wäre an seiner Stelle gewechselt. Man sollte nicht vor Problemen weglaufen. Aber man sollte auch eine gewisse Situation realistisch einschätzen", sagte der Europameister von 1996 im Pay-TV-Sender Premiere.

"Wenn ich Luca Toni und Miroslav Klose vor mir habe, dann muss ich relativ klar einschätzen können, vielleicht auch nach einem Gespräch, wie die Konstellation ist und dass ich immer von anderen abhängig bin, ob ich spiele."

Gefahr, Rhythmus zu verlieren

Entscheidend sei, dass man in einem gewissen Alter spiele. Je weniger Spielpraxis man innerhalb der Saison habe, umso leichter verliere man den Rhythmus und habe nicht mehr die Verfassung, so Sammer

"Ich hätte an seiner Stelle versucht zu gehen. Natürlich gibt noch eine vertragliche Situation, einen Arbeitgeber - da muss man sauber sprechen."

Toni und Klose gesetzt

Bayern-Cheftrainer Jürgen Klinsmann hat derweil nochmals deutlich gemacht, dass Luca Toni und Miroslav Klose derzeit die Stammspieler im Angriff des Meisters seien.

"Derzeit kommt er an Luca Toni und Miroslav Klose nicht vorbei", ergänzte Klinsmann. "Aber es ist unsere Pflicht, ihm in der Trainingsarbeit und den Spielen zu helfen, in denen er zum Spielen kommt. Wir arbeiten an der Konstanz, ähnlich macht es auch Jogi Löw. Wir vergessen immer wieder, wie jung der Kerl ist."

"Lukas wird sich durchboxen"

Es habe überhaupt nichts mit Druck zu tun, vielmehr gehe es darum, Podolski eine Perspektive zu geben. Das ganze Umfeld arbeite viel mit seinem Namen, mit seiner Person. "Es ist ein Medienspiel, um ein gewisses Produkt zu verkaufen. Dafür wird er benutzt. Wir arbeiten daran, dass er sich weiterentwickelt. Deshalb auch die deutlichen Worte", erklärte Klinsmann.

Podolski befinde sich in einem Reifeprozess, ähnlich wie ihn Bastian Schweinsteiger und Philipp Lahm durchmachen würden.

Klinsmann: "Lukas wird sich durchboxen. Er wird jedem Jahr, mit jeder Woche, mit jedem Monat dazulernen und reifer werden. Wichtig ist, dass er eine Konstanz findet und seinen Fokus auf seinem Beruf hat. Für den Fußballberuf gibt es leider keine Ausbildung. In diesem Ausbildungsprozess befindet er sich derzeit, das weiß er auch. Und helfen wir ihm dabei."

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