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Andreas Bergmann hat das Vertrauen von Präsident Kind und Sportchef Schmadtke © getty

Andreas Bergmann darf als Cheftrainer bei Hannover 96 arbeiten. Das gaben die Niedersachsen am Sonntagnachmittag bekannt.

Hannover - Was bisher mit großer Wahrscheinlichkeit vermutet worden war, ist jetzt offiziell: Der bisherhige Interimscoach Andreas Bergmann darf als Cheftrainer bei Hannover 96 weiterarbeiten.

Das gaben die Niedersachsen am Sonntag bekannt.

"Letztlich sind wir uns sehr schnell einig gewesen", sagte 96-Sportdirektor Jörg Schmadtke. "Andreas Bergmann hat schon in zwei Spielen gezeigt, dass er unsere Mannschaft konstruktiv weiterentwickeln kann. Wir sind von dieser internen Lösung überzeugt."

"Eine besondere Herausforderung"

Der 50-jährige Bergmann, der nach dem Rücktritt von Dieter Hecking am 19. August als Interimstrainer beim 2:0 beim 1. FC Nürnberg und beim 0:1 gegen 1899 Hoffenheim fungiert hatte, einigte sich mit dem Klub auf einen Vertrag bis Saisonende.

"Für mich ist das eine besondere Herausforderung, auf die mich sehr freue. Denn die Arbeit mit der Mannschaft macht ungeheuren Spaß. Wir sind auf einem guten Weg", sagte Bergmann.

Beförderung keine Überraschung

Bergmanns Beförderung hatte sich bereits angedeutet.

"Nach meiner Einschätzung hat Andreas Bergmann eine gute Chance, den Posten zu übernehmen", hatte 96-Präsident Martin Kind am Sonntagmittag erklärt.

"Ich habe auch den Eindruck, dass unser Sportdirektor Jörg Schmadtke diese Meinung teilt."

Schmadtke stimmte schließlich zu und Bergmann darf weitermachen.

Kind wollte schnelle Entscheidung

Nach dem Spiel gegen Hoffenheim hatte der Sportchef noch von einer "Entscheidung im Laufe der kommenden Woche" gesprochen.

"Mir wäre es sympathisch, wenn wir das Ganze zügig erledigen könnten", hatte Kind am Sonntag den Druck erhöht und betont, der Klub habe keine Gespräche mit anderen Kandidaten geführt.

Schmadtke hatte unmittelbar nach dem 0:1 gegen Hoffenheim noch reichlich Platz für Spekulationen gelassen: "Ich bin mit unserem Trainer in ständigem Kontakt. Und mit demjenigen, der es wird, auch."

Trotz Niederlage nicht unzufrieden

In der Beurteilung der Partie gegen Hoffenheim waren sich die Klubverantworlichen aber schon am Samstag einig.

"Die Mannschaft spielt auf jeden Fall nicht gegen Andreas Bergmann", meinte Kind mit einem verschmitzten Lächeln: "In der ersten Halbzeit hat sie ja fast über ihre Verhältnisse gespielt."

Auch Schmadtke zeigte sich angetan. "Das war eine ärgerliche Niederlage. Wir haben guten Fußball gespielt. Jetzt werden wir uns in Ruhe hinsetzen und eine Entscheidung treffen. Es macht absolut keinen Sinn, sich bei so etwas von seinen Emotionen leiten zu lassen."

Bergmann: "Lust, weiterzumachen"

Bergmann, der eine Woche vor dem Spiel gegen Hoffenheim einen 2:0-Auswärtssieg beim Aufsteiger 1. FC Nürnberg gefeiert hatte und bislang für Hannovers U-23-Mannschaft zuständig war, hatte sich nach der Niederlage erneut in Position in Poistion gebracht.

"Natürlich hätte ich Lust, weiterzumachen. Aber ich mache mir keine Sorgen um die Zukunft. Bisher hatte ich in diesem Job eineinhalb tolle Wochen."

Rückendeckung aus der Mannschaft

Aus der Mannschaft hatte der Coach demonstrative Rückendeckung erhlaten. "Für mich gibt es keinen Grund, Andreas Bergmann abzulösen. Wir sind auf dem richtigen Weg", sagte Kapitän Robert Enke.

Und Abwehrchef Christian Schulz hatte ergänzt: "Die Tage, die wir bisher mit dem Trainer zusammengearbeitet haben, sprechen für sich. Wir würden eine Entscheidung für Andreas Bergmann begrüßen. Ich glaube, da kann ich im Namen der gesamten Mannschaft sprechen."

"Viel Luft nach oben" bei 1899

Bei Hoffenheim konnte man sich derweil allein auf die Analyse des Sportlichen konzentrieren. Trotz des ersten Saisonsieges war die Freude beim letztjährigen Herbstmeister aufgrund der eigenen Leistung jedoch nicht ungetrübt.

"In der ersten Halbzeit haben wir fast alles vermissen lassen", meinte 1899-Trainer Ralf Rangnick, der in der Partie bei seinem Ex-Klub sein insgesamt 200. Spiel als Bundesligacoach erlebte: "Nach der Pause wurde es besser, aber wir haben noch viel Luft nach oben. Die gilt es aufzufüllen."

Vergebene Chancen rächen sich

Dennoch reichte der Treffer von Carlos Eduardo (40.) zum Dreier. Hannover ließ vor allem vor dem Seitenwechsel zahlreiche Möglichkeiten aus.

"Das hat sich am Ende gerächt", meinte Bergmann, nun trotz der Niederlage seinen Job als 96-Chefcoach sicher hat.

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