Dank Robben und Ribery findet der FC Bayern nach turbulenten Tagen gegen Wolfsburg erstaunlich schnell zurück zu alter Stärke.

Was war das für eine Aufregung rund um die Säbener Straße!

Nach der Niederlage in Mainz und dem schlechtesten Saisonstart seit 43 Jahren dümpelte der FC Bayern in der Tabelle als "Lachnummer" unter ferner liefen.

Ein unsicherer Torwart hinter einer wackeligen Abwehr, ein angeschlagener Superstar mit angeblichen Wechselabsichten, eine Mannschaft ohne Mumm und ein Trainer, dessen System die Spieler noch nicht verinnerlicht haben.

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Dann zauberte Manager Uli Hoeneß plötzlich Arjen Robben aus dem Hut. Groß war das Staunen - und die Erwartungshaltung.

Robben zusammen mit dem rechtzeitig zum Spiel gegen Wolfsburg genesenen Franck Ribery - die neue Flügelzange als Lösung aller Probleme?

Mitnichten! Trainer Louis van Gaal sorgte am Freitag mit seiner Rücktrittsdrohung für Wirbel, und als der Niederländer am Samstag dann "Rib" und "Rob" zunächst auf Bank schmoren ließ, war die Enttäuschung groß.

Doch auch ohne die beiden Dribbelkünstler wirkte die Münchner Mannschaft von Beginn an wie ausgewechselt.

Und als van Gaal nach der Pause beim Stand von 1:0 Robben einwechselte, schien diese Maßnahme gegen stärker werdende Wolfsburger durchaus riskant.

Doch Robben wischte mit seinem 2:0 nach Vorarbeit des kurz zuvor ebenfalls eingewechselten Ribery alle Zweifel weg. Nach seinen zweiten Tor gab es kein Halten mehr.

Hoeneß tanzte auf der Tribüne und van Gaal zeigte einen wahren Gefühlsausbruch.

"Robbery" ist Englisch und bedeutet auf Deutsch "Raub", jemandem durch Gewalt oder Einschüchterung etwas wegnehmen. Das ist den Bayern wieder einmal gelungen.

Die drei Punkte blieben in München, und der Meister aus Wolfsburg war sichtlich beeindruckt von der wiedererlangten Stärke der Bayern.

Nach einem Spiel könne man noch nicht urteilen, mahnte van Gaal. Aber die Gala gegen Wolfsburg war ein deutliches Ausrufezeichen. "Kaiser" Franz Beckenbauer war geradezu begeistert.

Die Bundesliga-Konkurrenz muss sogar noch Schlimmeres befürchten, denn auch Ribery war zufrieden und wollte von Wechselgelüsten nichts mehr wissen. Torwart Jörg Butt lieferte ebenfalls eine tadellose Partie ab.

Zudem muss der Robben-Transfer nicht der letzte Streich gewesen sein. Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge verkündete am Samstagabend, ein Transfer des Schalkers Ranfinha sei durchaus denkbar.

Bis Montagnacht haben die Bayern noch Zeit, den Brasilianer zu holen.

Doch eine Sache hat sich der Rekordmeister schon am Wochenende zurückgeholt, und die lässt sich mit Geld nicht bezahlen: den Respekt der Liga.

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