vergrößernverkleinern
Ziehen im Mittelfeld von Werder Bremen wieder die Strippen: Diego (l.) und Torsten Frings (r.) © imago

Gegen Cottbus feiert Bremen dank dreier Rückkehrer endlich den ersten Saison-Sieg. Bei Energie geht das Leiden weiter.

Von Tobias Schneider und Jan Wilke

Bremen/München - Freudestrahlende Gesichter auf der einen, bekümmerte Mienen auf der anderen Seite.

Mit dem 3:0-Erfolg gegen desolate Cottbuser hat sich Werder Bremen in der Bundesliga eindrucksvoll zurückgemeldet und dabei gnadenlos die Schwäche der Lausitzer aufgezeigt. Vier Spiele, kein Tor und kein Punkt lautet die ernüchternde Bilanz von Energie.

Garanten für den Sieg waren maßgeblich drei Rückkehrer auf Seiten der Bremer, die in den vergangenen Wochen schmerzlich vermisst wurden:

Diego kehrte erst am Freitag von einer Länderspiel-Reise aus Südamerika zurück, präsentierte sich aber in körperlich hervorragender Verfassung.

Auch die Laufwege stimmten nahezu perfekt, obwohl der Brasilianer kaum am Mannschafts-Training teilnehmen konnte.

"Wir können Meister werden"

"Wenn ich das Trikot von Werder trage, fühle ich mich wie neu geboren. Ich bin glücklich, hier zu sein. Ich hatte schon Sehnsucht nach dem Weserstadion", strahlte der 23-Jährige nach dem Schluss-Pfiff in die TV-Kameras und gab bei Sport1.de gleich eine Kampfansage an die Konkurrenz ab:

"Es wird eine sehr enge Saison mit vielen starken Teams. Aber ich habe volles Vertrauen in unser Team. Wir können Meister werden."

Auch "Merte" und Frings zurück

Auch Torsten Frings spielte trotz eines noch nicht vollständig ausgeheilten Nasenbeinbruchs und Per Mertesacker rückte nach siebenwöchiger Verletzungspause wieder in die Innenverteidigung.

Mertesacker, der den zu Saisonbeginn schwachen Sebastian Prödl verdrängte, hatte in der Defensive gegen völlig harmlose Cottbuser aber nur wenig Arbeit zu verrichten.

Ein dankbarer Einstand für den Abwehr-Hünen, der noch nicht im Vollbesitz seiner Kräfte ist: "70 Minuten lief es gut, dann kamen konditionelle Probleme", gestand der Nationalspieler ein.

Rückkehrer leiten Sieg ein

Wesentlich mehr Anteil am ersten Saisonsieg hatten dagegen Diego und Frings. Das Mittelfeld-Duo belebte nicht nur das Spiel nach vorne sichtlich, sondern läutete mit seinen Traum-Toren auch den Sieg ein.

Erst hämmerte Diego einen 20-Meter-Kracher in den Winkel (75.), dann besorgte Frings aus nahezu identischer Position per Drop-Kick das vorentscheidende 2:0 (80.).

Dennoch beurteilt der 31-Jährige die ersten drei Punkte der Saison gewohnt nüchtern: "Einzelne Spieler sind nicht entscheidend. Es waren zwei Sonntags-Schüsse, bei denen wir das Glück hatten, das uns in den ersten Spielen gefehlt hat."

Ein Sieg für die Psyche

Bremen sehnt nun dem Auftakt in der Champions League gegen Famagusta (Di., ab 20.15 Uhr LIVE ) entgegen und Manager Klaus Allofs ist heilfroh, dass vor dem ersten Auftritt auf internationalem Parkett die Unkenrufe verstummen:

"Es durften sich keine Zweifel an unseren Fähigkeiten in den Köpfen festsetzen. Das war der wichtigste Aspekt dieses Sieges."

Untergangs-Stimmung in Cottbus

Beim Schlusslicht aus Cottbus macht sich dagegen allmählich Untergangs-Stimmung breit.

Zu leidenschaftslos und viel zu ängstlich agierten die Gäste im Weserstadion. Nicht einmal der Ehrentreffer wäre verdient gewesen.

Bojan Prasnikar, der nach dem 6. Spieltag der vergangenen Saison das Trainer-Amt von Petrick Sander übernahm und mit Cottbus sensationell den Klassenerhalt schaffte, scheint mit seinem Latein schon am Ende zu sein:

"Uns fehlt in der Offensive der Mut, beim Eins-gegen-Eins haben wir regelrecht Angst."

Energie-Kapitän Timo Rost stieß ins gleiche Horn: "Wir müssen dringend unser Spiel nach vorne verbessern. Wenn man kein Tor schießt, kann man auch kein Spiel gewinnen."

Der Trainer steht aber vorerst nicht zur Disposition, das hatten die Energie-Verantwortlichen bereits vor dem Bremen-Spiel in Stein gemeißelt: "Ich kann das auch gern jeden Tag wiederholen. Er bleibt auch bei einem Abstieg", sagte Energie-Präsident Ulrich Lepsch.

teilentwitternteilenE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel