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Die Spieler der Bayern feiern nach dem 3:0-Sieg gegen Wolfsburg mit den Fans © getty

Der FC Bayern glänzt gegen Wolfsburg, doch die Abwehr wirkt nach wie vor nicht sattelfest. Aber auch hier ist Besserung in Sicht.

Vom FC Bayern berichten Christian Stüwe und Björn Seitner

München - Schon in der Halbzeitpause der Partie zwischen Bayern München und dem VfL Wolfsburg deutete sich Großes an.

Der 25-Millionen-Neuzugang Arjen Robben und Franck Ribery absolvierten ihr Aufwärmprogramm mit Ball am Fuß.

Und selbst beim lockeren Einkicken deutete der Niederländer bereits seinen atemberaubende Geschwindigkeit im Dribbling an.

Nach der Einwechslung zur Halbzeit stellte der Niederländer die Wolfsburger Abwehr mit seinen Tempoläufen vor zahlreiche Probleme.

Glänzendes Debüt mit Riberys Hilfe

Um aber schließlich sein glänzendes Debüt mit zwei Toren abzurunden, bedurfte es zweier toller Pässe des eine Viertelstunde später eingewechselten Ribery.

Angesichts der famosen Leistung des neuen Bayern-Traumduos stellte Vorstands-Chef Karl-Heinz Rummenigge etwas fest, was bei den Topklubs längst Gesetz zu sein scheint:

"Geld schießt eben doch Tore."

Aber Geld hilft vor allem auch, von anderen Problemen abzulenken.

Vor dem 3:0-Sieg gegen den Meister kriselte es bei den Bayern, doch die Ankunft und das Debüt Robbens überstrahlte die Probleme.

Nach dem ersten Ligasieg in der neuen Saison strebt man beim Rekordmeisters schon wieder nach Höherem.

"Können nach oben schauen"

"Ich habe zwei wunderbare Tore von zwei kreativen Spielern und einen sehr guten FC Bayern gesehen. Damit können wir nach oben schauen", sagte Trainer Louis van Gaal.

Rummenigge ging noch weiter: "Wir haben einen sehr schlechten Start gehabt. Aber ab jetzt geht die Bundesliga-Saison los. Wir geben Vollgas. Es wird schwer, uns zu schlagen."

Es war der verletzte Kapitän Mark van Bommel, der ein wenig versuchte, die Euphorie zu bremsen.

"Letzte Woche konnten wir noch nicht einmal gegen ein Kreisklasse-Team gewinnen, jetzt holen wir die Champions League", sagte der Niederländer ironisch angesichts der komplett veränderten Stimmungslage.

Probleme in der Defensive

Offensichtlich war in der Allianz Arena, dass die ohnehin starke Offensive der Bayern durch die Verpflichtung Robbens noch einmal deutlich verbessert wird.

Doch die grundsätzlichen Probleme liegen bekanntlich woanders: In der Defensive.

Auch gegen den insgesamt enttäuschenden Meister aus Wolfsburg ließen die Bayern ein halbes Dutzend hochkarätiger Chancen zu.

Einmal mehr gab Präsident Franz Beckenbauer den Mahner: "Das Problem in der Abwehr besteht nach wie vor. Diese Schwächen machen mir Sorgen."

Butt die neue Nummer eins

Allerdings scheinen die Münchner auch hier auch dem richtigen Weg zu sein. Van Gaal nahm - wie bereits Jürgen Klinsmann in der vergangenen Saison - Michael Rensing aus dem Tor und brachte Jörg Butt.

Der 35-Jährige strahlte Ruhe aus und rettete mit einer tollen Parade gegen Edin Dzeko in der zweiten Halbzeit die 1:0-Führung.

"Jörg ist sehr professionell, ein Torwart der sehr viel arbeitet, der immer mitzieht", sagte Abwehrchef Daniel van Buyten nach dem Spiel zu Sport1.de:

"Der Trainer hat ihm das Vertrauen geschenkt, und er war von Anfang an da und hat uns in der Abwehr die Sicherheit gegeben. Er hat eine tolle Leistung gebracht."

Dass Butt die neue Nummer eins der Bayern ist, scheint beschlossene Sache. Zumal Rummenigge erklärte, keinen neuen Torwart mehr verpflichten zu wollen.

Und van Gaal stellte klar: "Er wird nächstes Spiel auch wieder spielen."

Dazu, wusste Butt, "muss ich die Leistung bestätigen".

Timoschtschuk findet seinen Platz

Ähnliches gilt für Elf-Millionen-Neuzugang Anatolij Timoschtschuk, der erstmals im defensiven Mittelfeld voll überzeugen konnte.

Weitere Spieler sollen nun nicht mehr kommen.

Zwar bestätigte Rummenigge am Samstagabend das Interesse an Rafinha, am Sonntag allerdings beschlossen Vorstand und Trainer auf weitere Einkäufe zu verzichten.

Angesichts von rund 74 Millionen Euro an Transferausgaben und aktuell 26 Spielern im Kader will der FCB nun mit dem bestehenden Personal die Liga von hinten aufrollen.

Mit neuem Schwung durch "Rib" und "Rob" vorne und alter Sicherheit hinten.

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