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Marko Pantelic (M.) spielt seit 2005 für Hertha BSC Berlin © getty

Nach dem "Elfmeter-Klau" des Serben sind Lucien Favre und Hoeneß sauer. Magath weiß nicht, ob er sich freuen oder ärgern soll.

Berlin - Nach einer 90-minütigen Achterbahnfahrt mit Höhen und Tiefen auf beiden Seiten hielt das Gefühls-Chaos bei den Beteiligten noch lange Zeit an.

Besonders bei Hertha BSC Berlin war der Ärger nach dem 2:2 gegen den VfL Wolfsburg groß, wobei Marko Pantelic der große Sündenbock war.

Der serbische Nationalspieler hatte sich beim Handelfmeter vorgedrängt und prompt verschossen - zum vierten Mal in Folge!

Wegen Pantelics Fehlschüssen hatte Trainer Lucien Favre nämlich Cicero als Schütze Nummer eins bestimmt, doch der Stürmer hatte dem verdutzten Brasilianer in der 64. Minute einfach den Ball weggenommen.

"Er hätte nicht schießen sollen. Cicero war die Nummer eins. Das kann ich als Trainer ein Mal akzeptieren, aber nicht öfter", schimpfte Favre.

Hoeneß kritisiert Pantelic

"Das nächste Mal wird Marko bestimmt nicht schießen. Zur Not gehe ich dahin und mache es", erklärte Kapitän Arne Friedrich.

Auch Manager Dieter Hoeneß kritisierte: "Es kann nicht sein, dass vor einem entscheidenden Elfmeter diskutiert wird, wer schießt."

Pantelic machte seine eigensinnigen Fehler allerdings in der 85. Minuten wieder gut, als er mustergültig auf eben jenen Cicero flankte und der Brasilianer nur noch zum 2:1 einköpfen musste.

Schnellstes Tor der Saison

Die Führung währte jedoch nur kurz: in der 90. Minute gelang Sascha Riether noch der verdiente 2:2-Ausgleich.

Zuvor hatte Abwehrchef Ricardo Costa mit dem schnellsten Saisontor nach 45 Sekunden per Kopf das 1:0 für die "Wölfe" erzielt, ehe Gojko Kacar (57.) für die Berliner der überraschende Ausgleich gelang.

Denn die Wolfsburger hatten den Gastgeber bis dahin an die Wand gespielt.

"Wir haben das Spiel kontrolliert und es dann unverständlicherweise aus der Hand gegeben", bemängelte "Schnellschütze" Costa.

Hoeneß mit Voronin zufrieden

Die Berliner fanden erst gegen Ende der ersten Halbzeit ins Spiel. "Unsere Zweikampfbilanz in den ersten 20 Minuten war katastrophal", sagte Hoeneß.

Uneingeschränkt zufrieden war der Hertha-Manager dagegen mit dem Debüt von Neuzugang Andrej Voronin, der bis zum Saisonende vom englischen Rekordmeister FC Liverpool ausgeliehen wurde.

"Von seiner Premiere bin ich sehr angetan. Nach einer kleinen Findungsphase hat er sich schnell eingelebt." Auch der 29 Jahre alte Ukrainer war mit seinem Bundesliga-Comeback nach 16 Monaten zufrieden: "Das war ganz ordentlich, aber ich kann es noch besser."

Magath unschlüssig

VfL-Coach Felix Magath war hin und her gerissen: "Ich weiß nicht so recht, ob ich froh, unzufrieden, glücklich oder traurig sein soll. Aber es war in jedem Fall aufregend und ein gutes Fußball-Spiel."

Ein Spiel, das obendrein in die noch relativ junge Bundesligageschichte des Klubs eingeht.

Vereinsrekord für den VfL

Mit dem saisonübergreifend neunten Spiel in Serie ohne Niederlage stellten die Wölfe den zehn Jahre alten Vereinsrekord ein, doch von überschwänglicher Freude keine Spur.

Mit sechs Punkten aus vier Spielen treten die ambitionierten Niedersachsen in dieser Spielzeit noch auf der Stelle.

"Letztlich haben wir zwei Punkte verschenkt", bilanzierte daher Magath und kritisierte zu Recht die fehlende Konstanz in seinem Team.

Wieder nicht konstant

Die allein seit dem Amtsantritt des 55-Jährigen mit insgesamt 50 Millionen Euro verstärkte Mannschaft konnte erneut ihr Potenzial nicht über 90 Minuten abrufen.

"Das müssen wir endlich hinbekommen, um ganz oben anzugreifen", forderte Torhüter Diego Benaglio.

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