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Stuttgarts Keeper Jens Lehmann rettete seinem Team einen Punkt © imago

Die Nullnummer gegen Hoffenheim machte Jens Lehmann richtig Spaß. Der Stuttgarter Keeper zeichnete sich mit tollen Paraden aus.

Mannheim - Der VfB Stuttgart wollte seine Vormachtstellung demonstrieren. Am Ende blieb den stolzen Schwaben nach dem Südwest-Derby bei 1899 Hoffenheim nur eine glückliche Nullnummer.

Und doch gab es einen großen Gewinner beim VfB: Jens Lehmann.

Lehmann macht Purzelbäume

Der Torwart-Oldie überzeugte mit starken Paraden. Zum Amüsement der Zuschauer wärmte sich der Vize-Europameister vor Halbzeit II mit einer Purzelbaum ähnlichen Übung auf.

Seiner Reaktionsschnelligkeit nützte es gewiss.

Die VfB-Verantwortlichen dürften sich indes noch einmal zur Lehmann-Personalie gratuliert haben. In der Vorsaison fehlte dem Team gerade in solchen schwächeren Begegnungen eine sichere Nummer 1.

"Ich habe auf meine alten Tage so richtig Spaß gehabt", verkündete Lehmann nach dem Punktgewinn gegen den Liga-Aufsteiger.

Hoffenheim mit klarem Konzept

Die Hoffenheimer dürfen indes für sich reklamieren, in den 90 Minuten die klarere Spielanlage gezeigt zu haben. Meist ging es geradlinig und mit recht sicherem Kombinationsspiel nach vorne.

Hoffenheims Coach Ralf Rangnick konnte seiner Mannschaft attestieren, dass sie am Ende einem Erfolg näher als der VfB war.

"Ich bin mit dem Ergebnis nicht zufrieden, weil ein Sieg möglich war. Wir waren in der zweiten Halbzeit der Chef im Ring, nur das Tor hat gefehlt", erklärte der Coach.

Auf VfB-Seite gab man sich mit dem Remis zufrieden.

"Wir haben schon besser gespielt und verloren. Wir haben aber auch schon schlechter gespielt und gewonnen. Jeder weiß, dass wir besser spielen können, aber irgendwie müssen wir eben mit dem Punkt leben", sagte Stuttgarts Manager Horst Heldt nach der Partie im ausverkauften Mannheimer Carl-Benz-Stadion.

Derby-Brisanz nur phasenweise

Heldts undefinierte Gefühlslage nach der Partie spiegelte die 90 Minuten zuvor fast perfekt wider. Das Spiel war nicht richtig schlecht, es war aber auch nicht gut.

Die Brisanz eines Derbys kam nur phasenweise auf.

Alle Beteiligten der nach wie vor punktgleichen Klubs (jeweils sieben Zähler) hatten sich von der Begegnung mehr erhofft.

Keine Emotionen bei Rangnick

Noch nicht einmal Hoffenheims Trainer Rangnick, der von Mai 1999 bis Februar 2001 an der Seitenlinie des VfB stand, konnte mit den erhofften Gefühlsausbrüchen dienen.

"Es ist völlig normal, dass man mit größeren Emotionen in ein Spiel geht, wenn man zeitnah gegen den alten Verein spielt. Aber seit meiner Arbeit beim VfB ist doch schon viel Zeit vergangenen", meinte der "Fußball-Professor", für den "jedes Spiel mit meiner Mannschaft in der Bundesliga ein besonderes Spiel ist".

Nur ein Stürmer

Dennoch müssen sich die Stuttgarter steigern, um am Donnerstag im UEFA-Cup beim bulgarischen Vertreter Tscherno More Warna den Grundstein zum Einzug in die Gruppenphase zu legen.

Dort hofft der VfB auf die Rückkehr der verletzten Stürmer Cacau und Ciprian Marica, deren Fehlen in Mannheim Coach Armin Veh dazu gezwungen hatten, in Nationalspieler Mario Gomez nur einen Stürmer aufzubieten.

"Das muss besser werden"

Die Durchschlagskraft in der Offensive ging dadurch verloren.

Dass sich die Schwaben in Bulgarien nicht erneut so harmlos präsentieren dürfen, hatte auch Nationalspieler und VfB-Kapitän Thomas Hitzlsperger erkannt: "Defensiv standen wir ganz gut, aber nach vorne haben wir zu wenig investiert. Das muss besser werden."

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