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Kapitän Arne Friedrich (l.) und seine Kollegen schleichen nach der Niederlage gegen Werder vom Platz © getty

Die Berliner stürzen nach der Niederlage gegen Bremen auf den Relegationsplatz. Besonders der Angriff schwächelt.

Berlin - Die dritte Niederlage in Folge kassiert, auf den Relegationsplatz abgestürzt und nur drei Punkte auf dem Konto:

Hertha BSC Berlin befindet sich nach dem 2:3 (0:0) gegen Pokalsieger Werder Bremen in einer ersten handfesten Krise - und an eine schnelle Wiedergutmachung ist vorerst nicht zu denken.

Wegen der Länderspielpause hat der Vierte der Vorsaison nun fast zwei Wochen lang an seiner Situation zu knabbern.

"Die Tabelle sagt alles. Das ist frustrierend. Und vor allem können wir daran in den nächsten Tagen nichts ändern", sagte Hertha-Kapitän Arne Friedrich, und Mittelfeldspieler Maximilian Nicu fand die Lage sogar "beschissen".

Nationalspieler Friedrich gab bereits Durchhalteparolen aus: "Wir müssen jetzt die Ruhe bewahren und über eine kompakte Mannschaftsleistung versuchen, wieder Spiele zu gewinnen."

Pantelic, Simunic und Voronin fehlen der Hertha

Doch gegen Bremen zeigte sich vor 49.176 Zuschauern erneut, dass die Berliner die Abgänge von Torjäger Marko Pantelic (Ajax Amsterdam), Abwehrchef Josip Simunic (1899 Hoffenheim) und Angreifer Andrej Voronin (FC Liverpool/war ausgeliehen) bisher nicht verkraften konnten.

Zwar stemmte sich Hertha, bei der sich der Brasilianer Cicero eine Oberschenkelprellung zuzog und daher eine Woche mit dem Training aussetzen muss, gegen die Niederlage. Mehr als die Anschlusstreffer durch Lukasz Piszczek (77.) und Patrick Ebert (90.+1) sprang aber nicht hinaus. Überraschend war daher die Analyse von Trainer Lucien Favre: "Wir haben gut gespielt und unverdient verloren."

Favre fordert Verstärkungen

Dennoch forderte der Schweizer bis zum Ende der Transferperiode am Montag (24.00) Verstärkungen, da es besonders im Sturm der Hauptstädter hakt. Als mögliche Neuzugänge galten zuletzt der brasilianische Mittelfeldspieler Cesar (Al-Ahli Dubai) und der kolumbianische Stürmer Adrian Ramos (America de Cali).

Letzterer würde vor allem Artur Wichniarek Konkurrenz machen, da der Neuzugang aus Bielefeld nahtlos an seine erste Hertha-Zeit anknüpft und das Tor nicht trifft.

Zudem soll Mittelfeldspieler Florian Kringe vom Ligakonkurrenten Borussia Dortmund für ein Jahr ausgeliehen werden.

"Natürlich haben wir uns die ersten vier Spieltage anders vorgestellt. Aber wir beschäftigen uns jetzt nicht mit der Tabelle. Was zählt, sind die Punkte am Ende der Saison", sagte Wichniarek, der seit dem 6. August 2005 auf einen Treffer im Hertha-Trikot wartet.

"Ich setze mich nicht unter Druck. Ich werde weiter hart arbeiten und einfach das Glück auf meine Seite ziehen", äußerte der polnische Nationalspieler.

Bremer freuen sich über vierten Pflichtspielsieg in Folge

Absolut gegensätzliche Emotionen gab es derweil bei den Bremern: Die Hanseaten freuten sich dank der Treffer von Nationalspieler Mesut Özil (57.), Tim Borowski (74.) und Naldo (83.) über den vierten Pflichtspielsieg in Serie.

Mit sieben Punkten rückten die Hanseaten auf Rang drei vor und bis auf drei Zähler an den Tabellenführer und Erzrivalen Hamburger SV heran.

"Wir stehen wieder da, wo auch unser Anspruch ist", sagte U-21-Europameister Sebastian Boenisch.

Doch Trainer Thomas Schaaf wollte keine Euphorie aufkommen lassen.

Marin überzeugt im Sturm

"Wir schauen nicht auf die Tabelle. Wichtig ist, dass die Leistung stimmt, wir uns in den letzten Wochen gesteigert haben und sehen, dass es besser wird", sagte Schaaf, der mit der Maßnahme, Marko Marin im Sturm aufzubieten, entscheidenden Anteil am Auswärtssieg hatte.

Der Neu-Bremer Marin bereitete die ersten beiden Tore mustergültig vor und sorgte besonders im Duo mit Regisseur Özil stets für Gefahr. "Trotz der ungewohnten Position lief es ganz gut für mich - auch im Zusammenspiel mit Mesut. Da war die eine oder andere Kombination", sagte der 20-Jährige.

Wadenprellung bei Wiese

Schaaf war voll des Lobes über Marin: "Marko ist ein Spieler, der immer die Offensive sucht. Es war unser Plan, dass er den Gegner in Eins-gegen-Eins-Situationen beschäftigt. Das ist gut aufgegangen."

Bei aller Freude gab es für Werder auch eine Schrecksekunde: Nationaltorwart Tim Wiese musste nach einem Schlag in die Wade in der 61. Minute vom Platz. Doch die erste Diagnose ergab eine vorläufige Entwarnung: Wiese erlitt nur eine Wadenprellung.

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