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Andreas Bergmann und einer seiner Fürsprecher Sportchef Schmadtke © imago

Der neue 96-Cheftrainer hat wenig Erfahrung. Die Unterstützung von Verantwortlichen und Spielern scheint dennoch grenzenlos.

Hannover - Sieg gegen den 1. FC Nürnberg, Niederlage gegen 1899 Hoffenheim, Beförderung zum Chefcoach von Hannover 96: In seinen ersten elf Tagen als Trainer in der Bundesliga blieb Andreas Bergmann keine Zeit zum Durchatmen.

"Das war schon sehr intensiv. Aber ich bin voller Tatendrang", sagt der 50-Jährige.

Am Sonntag nach dem 0:1 gegen Hoffenheim hatten die Niedersachsen die bisherige Interimslösung dauerhaft auf die Bank ihrer Profimannschaft befördert.

"Ich habe mich sehr darüber gefreut und spüre das Vertrauen des Vereins. Ich will die Mannschaft weiterentwickeln", erklärt Bergmann.

Tabellenplätze als Ziel "macht jetzt keinen Sinn"

"Es macht jetzt keinen Sinn, irgendwelche Tabellenplätze als Ziel auszugeben. Wichtig ist, dass wir erfolgreich sind. In den vergangenen beiden Spielen hat die Mannschaft ja schon mutig agiert. Da gilt es nun, weiter anzusetzen. "

Für Bergmann ist dies die wohl größte Herausforderung seiner beruflichen Laufbahn.

Beim Karlsruher SC und dem FC St. Pauli war er jeweils als Jugendkoordinator tätig, bei den Hamburger auch Coach der damals drittklassigen ersten Mannschaft. Erfahrung als Trainer eines Profiteams fehlt dem diplomierten Fußballlehrer bisher allerdings.

Es war nicht alles rosig

"Ich glaube nicht, dass das ein Problem ist. Ein wenig habe ich das Ganze ja schon durch die Pokalgeschichte bei St. Pauli mitbekommen", meint Bergmann.

Die Hanseaten hatte er in der Saison 2005/2006 bis ins Halbfinale des DFB-Pokals geführt und vorher unter anderem Hertha BSC Berlin und Werder Bremen ausgeschaltet. Im November 2006 kam für den Coach dann aber das Aus bei St. Pauli.

Der Traum vom "großen" Fußball schien ausgeträumt.

Die Gegner heißen nun anders

"Dass sich die Dinge so entwickeln, ist auch für mich überraschend", gesteht Bergmann, der seit 2007 Hannovers U 23 betreute.

In der 4. Liga wären in dieser Saison eigentlich Meuselwitz, Oberneuland oder Plauen seine Gegner gewesen.

Nun geht es nach der Länderspielpause am 13. September zu Werder Bremen. Danach warten Borussia Dortmund und der deutsche Meister VfL Wolfsburg.

Bergmann "soll zeigen, was er kann"

Die 96-Klubverantwortlichen sind sich sicher, mit dem bisherigen "Nobody" die richtige Wahl getroffen zu haben.

"Andreas Bergmann hat schon als Amateurtrainer gute Arbeit geleistet. Zudem haben wir gegen Nürnberg und Hoffenheim gute Leistungen gezeigt. Das muss nun bestätigt werden. Er soll jetzt zeigen, was er kann", sagt Vereinsboss Martin Kind.

Sportdirektor Jörg Schmadtke ergänzt: "Wir sind von Andreas Bergmann überzeugt. Er wird die Mannschaft weiterentwickeln."

Spieler unterstützen den Coach

Ob bei der Nachfolgeregelung des am 19. August zurückgetretenen Dieter Hecking tatsächlich allein sportliche Gründe ausschlaggebend waren, scheint jedoch fraglich.

Finanziell ist die Lage bei Hannover durchaus angespannt. Bergmann soll bis Vertragsende 2010 nur verhältnismäßig bescheidene 250.000 Euro verdienen.

Die Mannschaft ist von der Entscheidung für Bergmann aber auf jeden Fall angetan. Schon nach der Niederlage gegen Hoffenheim hatten sich die Spieler um Kapitän und Nationaltorhüter Robert Enke nachdrücklich für den Coach ausgesprochen.

"Es tut natürlich gut, wenn man solche Unterstützung erhält", sagt Bergmann.

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