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Lukas Podolski, für 10 Millionen Euro zurückgekehrt, sucht in Köln noch seiner Form © imago

Der 1. FC Köln ist das Liga-Schlusslicht und weiter ohne Sieg. Wo ist der Spaß, den Lukas Podolski normalerweise versprüht?

Von Daniel Rathjen

München - Er wollte nur noch zurück.

Der 1. FC Köln ist seine Heimat, seine Liebe.

"Keine Angst, ich spiele schon irgendwann wieder Champions League", hatte Lukas Podolski nach seinem letzten Spiel für den FC Bayern 12095(DIASHOW: Die Bilder seiner Karriere) zu Sport1.de gesagt.

Doch davon ist der 24-Jährige meilenweit entfernt. In der Bundesliga traf er in dieser Saison noch nicht für Köln.

Und mit seinen "Geißböcken" belegt er nach der 1:3-Pleite beim Hamburger SV momentan Platz 18 der Bundesliga-Tabelle. Mit einem Punkt und 2:7 Toren.

Nach dem vierten Spieltag ist das natürlich nur eine Momentaufnahme. Doch was auch "Prinz Poldi" beunruhigen dürfte: Es ist keine Besserung in Sicht.

"Wenn man Letzter ist, kann man nicht sagen, dass wir viel richtig gemacht haben", musste der Nationalspieler eingestehen.

Geschäftsführer Michael Meier formulierte beschönigend: "Wir haben eine Situation, die auf eine gewisse Zeit kritisch bleibt."

Rüffel von Soldo

Sogleich richtete Podolski einen Appell an seine Teamkollegen: "Man sollte nachdenken, wenn man auf Platz 18 steht und nur einen Punkt hat."

Doch so richtig glaubwürdig klingen seine Aussagen nicht. Denn auch er war in der Hansestadt alles andere als ein Aktivposten. 146388(DIASHOW: Die Tops und Flops)

Mehrfach forderte ihn Coach Zvonimir Soldo lautstark zu mehr Bewegung auf.

Viele Experten haben es dem Stürmer bei seiner Rückkehr in die Domstadt prophezeit: "Mit dem Wechsel wurde der Druck enorm. Da bin ich mal gespannt, wie lange er dem standhält", sagte beispielsweise Stefan Effenberg zu Sport1.de.

"Poldi" ist in der Stadt zwar in aller Munde - aber auf dem Platz tritt er kaum in Erscheinung. Außerhalb der Stadtgrenzen ist er kaum noch ein Thema, ihm droht das Mittelmaß.

Löw lässt ihn nicht fallen

In den Fokus internationaler Topklubs, die in der vergangenen Saison noch ihre Fühler nach ihm ausgestreckt hatten, spielt er sich so nicht mehr.

Immerhin Bundestrainer Joachim Löw hält noch an ihm fest und nominierte ihn trotz allem für die Länderspiele gegen Südafrika und Aserbaidschan.

Doch warum läuft es nicht beim FC nicht so, wie es angesichts großer Namen laufen könnte?

Was läuft schief?

Fakt ist: Die "Geißbock"-Elf wurde durch den "verlorenen Sohn", der für zehn Millionen Euro aus München zurückgeholt wurde, dem Portugiesen Maniche und dem Ex-Karlsruher Sebastian Freis personell deutlich verstärkt.

Doch Soldo gelang es noch nicht, eine Einheit zu formen.

Bei Podolski sowie Kapitän und Torjäger Milivoje Novakovic, der zudem lange Zeit verletzt war, sind Abstimmungsprobleme im Angriff unverkennbar.

Hinzu kam das schwere Auftaktprogramm unter anderem mit den Spielen in Dortmund, gegen Meister Wolfsburg und eben in Hamburg.

Damit nicht genug, die nächsten Bundesliga-Gegner sind: Schalke 04, der VfB Stuttgart, Bayer Leverkusen und Bayern München.

Es ist nicht ganz auszuschließen, dass der FC auch nach dem achten Spieltag nicht mehr als einen Punkt auf dem Konto haben wird.

In Hamburg wirkte die Soldo-Mannschaft teilweise auch vollkommen überfordert, das Defensivkonzept ging nicht auf.

"Uns selbst geschlagen"

Bezeichnend, dass der Kölner Ehrentreffer durch Adil Chihi (76.) aus einem Distanzschuss resultierte.

"Ärgerlich war, dass wir uns bei allen drei Gegentoren praktisch selbst geschlagen haben. Unter dem Strich war es einfach zu wenig, was wir in Hamburg geboten haben", sagte Soldo.

Novakovic, der in Hamburg ebenfalls nur ein Schatten seiner selbst war, schwant nichts Gutes: "Die Saison wird schwer. Sehr, sehr schwer."

Manager Michael Meier hat den Optimismus aber noch nicht verloren. Er setzt auf die Team-Moral.

"Ich weiß, dass sich die Mannschaft jetzt nicht umwerfen lässt. Wir brauchen uns nicht zu verstecken", stellt er klar.

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