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Kölns Trainer Zvonimir Soldo spielte bis 2006 beim VfB Stuttgart © imago

Der kühle Trainer Zvonimir Soldo will sein Team neu anstacheln. Lukas Podolski sieht sich nur bei "70 - 80 Prozent".

Von Mathias Frohnapfel

München - Normalerweise wären die nächsten Wochen für Fans des 1. FC Köln eine Kette von Glanzpunkten. Schließlich geht es gegen Spitzenteams der Bundesliga.

Nur angesichts der Ausgangslage bereiten die kommenden Hammerspiele gegen Schalke, Stuttgart, Leverkusen und Bayern den Kölnern eher Kopfzerbrechen.

Der FC ist Tabellenletzter und hat ebenso wie Nürnberg die wenigsten Tore der Liga geschossen.

"Das Programm ist hart. Doch wir können auch einen dieser Favoriten schlagen", glaubt jedoch Trainer Zvonimir Soldo im "kicker" an den Aufschwung.

"Alles wird dann infrage gestellt"

Welche Lawine bereits nach vier Spieltagen auf das Team zurollt, kann der ehemalige Profi mit der Erfahrung von 348 Bundesligaspielen nur zu gut einschätzen. "Ich kenne das Geschäft, dann wird alles infrage gestellt. Die Fitness, die Disziplin?"

Der Kroate selbst hat nach der 1:3-Pleite beim Hamburger SV einen anderen Aspekt im Auge: Soldo will, dass seine Mannschaft auch mal "über die Grenzen" hinausgeht.

Besonders die Nullnummer gegen Frankfurt wurmt Soldo immer noch, der FC spielte in Überzahl und zielte überall hin - nur nicht ins Tor. (DATENCENTER: Bundesliga)

Sturmduo sticht nicht

Dabei hatten die Rheinländer ja gerade in die Abteilung Attacke die größten Hoffnungen gesteckt, Kapitän Milivoje Novakovic und Lukas Podolski sollten als neues Traum-Duo die Gegner schwindlig spielen. 12095(DIASHOW: Die Bilder von Podolskis Karriere)

Stattdessen plagten Poldi Verletzungen, und zum anderen fehlte ihm die die optimale Einbindung ins Kölner Spiel. "Er braucht Zeit", merkt Soldo an.

"Ob ihm ein paar Wochen reichen, um seinen Rhythmus zu finden, oder ob es sogar die ganze Vorrunde dauert, ist schwer abzuschätzen."

Poldi: "Lasse mich nicht verrückt machen"

Podolski selbst reagiert äußerlich gelassen auf die Situation und seine Torflaute: "Ich weiß, dass ich wieder treffen werde", sagt er der "Bild".

"Es ist für mich eine neue Mannschaft, dazu kamen leichte Blessuren. Ich bin derzeit bei 70 bis 80 Prozent. Aber ich lasse mich nicht verrückt machen."

Seine Entscheidung, vom FC Bayern zurück in die Heimat zu gehen, zieht der Stürmer nicht in Zweifel.

"Es war klar, dass über mich diskutiert wird, sobald es beim FC mal nicht läuft. Aber ich bin aus Köln, ich liebe Köln und ich will dem Verein unbedingt helfen."

Sein Chef will mit dem Team unbedingt die Wende schaffen. Gleichzeitig nervt Soldo der Vorwurf, er gehe zu wenig emotional an seine Arbeit.

Soldo will auf sachliche Art "Leidenschaft vermitteln"

Sein Gegenargument: "Mit vielen Emotionen macht man als Trainer viele Fehler. Durch Gespräche und Trainingsmaßnahmen kann man auch auf sachliche Art Leidenschaft vermitteln."

Zu einem Panik-Einkauf ließen sich die Kölner vorm Ende der Wechselfrist nicht mehr hinreißen. Auch Bayerns Mittelfeldmann Jose Ernesto Sosa, an dem man lange interessiert war, wurde nicht ausgeliehen.

Leihspieler keine Lösung

Manager Michael Meier hat seine Gründe, Spieler auf Leihbasis abzulehnen:

"Das Schicksal des 1. FC Köln liegt in den Händen derjenigen, die spielen. Sie haben eine ganz andere Identifikation mit dem Klub als die, die auf Leihbasis zu uns gekommen wären", argumentiert er im "Express".

Elf Millionen Euro für neue Stars

An einer zu vorsichtigen Transferpolitik dürfte die Lage des FC sowieso nicht festzumachen sein.

Vorm Bundesligastart gaben die Kölner elf Millionen Euro aus, holten neben Podolski (Bayern, zehn Millionen Euro), Christopher Schorch (Real Madrid, eine Million) auch die beiden ablösefreien Profis Sebastian Freis (Karlsruhe) und Maniche (Atletico Madrid).

Trainer Soldo muss diesem Kader vertrauen und beschwört seine Elf: "Wir müssen schnell die Kurve kriegen."

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