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Franck Ribery (l.) kam 2007 von Olympique Marseille zum FC Bayern © imago

Lahm, Gomez, van Buyten: Keiner versteht die Kritik an van Gaals Führungsstil. Oliver Kahn wehrt sich gegen Rummenigges Attacke.

Von Martin Hoffmann

München - Vor der Saison hat Karl-Heinz Rummenigge prophezeit, dass den Spielern des FC Bayern die Arbeit unter Louis van Gaal Spaß machen würde.

Eine Prognose, die ein Fußballmagazin dazu brachte, dem Niederländer in einer Titelstory den Beinamen "Fun Gaal" zu verpassen.

Franck Ribery hat nur eben keinen Fun unter van Gaal, wie er französischen Medien kürzlich anvertraute. "Zu ernst" wäre es mit ihm, er würde den Spaß vermissen, und das würde auch die Spieler blockieren.

Jetzt melden sich auch seine Teamkollegen in der Spaßdebatte zu Wort - und bei keinem ist Verständnis zu bemerken: Jeder widerspricht Ribery.

Lahm: "Wir haben Spaß"

"Ich empfinde das nicht so wie Franck", erklärt etwa Philipp Lahm im Interview mit der "tz".

"Ich finde, wir haben Spaß im Training", so der Rechtsverteidiger: "Es wird hart gearbeitet, aber die Freude ist da."

Lahm findet es "besser, wenn am Anfang die Schraube fest angezogen wird und langsam gelockert wird". Andersherum funktioniere es nicht.

Von einer schlechten Stimmung im Training, wie Ribery sie angedeutet hat, will auch Mario Gomez nichts wissen: "Dass nach der Pleite in Mainz nicht viel gelacht wird, ist doch klar", stellt der Stürmer in der "Bild" fest.

Streng, aber warmherzig

Und glaubt man Abwehrmann Daniel van Buyten, ist "Fun Gaal" gar nicht so weit weg von der Realität, wie Ribery es darstellt.

"Er ist zwar streng, aber auch warmherzig", meint der Verteidiger gegenüber den Medien in seiner belgischen Heimat: "Ab und zu macht er sogar Witze. Er ist richtig lustig."

Manchmal sei er auch für unfreiwillige Komik gut, etwa wenn er versuche, holländische Sprichwörter ins Deutsche zu übersetzen.

Ich bin der Einzige, der ihn versteht, aber die anderen Spieler können sich dann vor Lachen kaum einkriegen", so van Buyten.

"Das muss intern geklärt werden"

Welche Konsequenzen Riberys öffentliche Kritik an seinem Trainer für ihn haben werden, ist immer unklar.

Die Bayern-Bosse haben sich merklich bemüht, die Angelegenheit öffentlich kleinzureden, um sie im Stillen zu regeln.

Das befürwortet auch Lahm: "Das muss intern geklärt werden. Abwarten, wie der Trainer reagiert."

Gomez bestreitet derweil, dass Ribery ihm auf die Nerven gehen würde. Das Gegenteil sei der Fall: "Nein, überhaupt nicht. Er ist ein Spaßvogel, eine Frohnatur. Er ist lustig, kameradschaftlich und ganz sicher kein Stinkstiefel."

FCB-Präsident Franz Beckenbauer ist zudem sicher, dass der französischen Freigeist und der "Tulpen-General" noch zueinander finden werden.

"Wichtig ist, wie er sich verhält, wenn er wieder da ist und mit einem van Gaal kann man auskommen", meint der "Kaiser" im DSF-Interview: "Ich denke, die werden sich schon zusammenraufen."

Kahn wehrt sich gegen Rummenigge

Sehr wohl genervt hat sich Vorstandschef Rummenigge gezeigt, als er in einem Zeitungsinterview auf die Wortmeldungen von Ex-Bayern-Keeper Oliver Kahn zum Fall Michael Rensing angesprochen wurde.

Rummenigge blaffte zurück, dass Kahn und andere Kritiker zusehen sollten, dass sie sich einen besseren Job suchen sollten als den eines bezahlten Bayern-Kritikers.

Kahn wehrt sich nun via "Bild" gegen diesen Anwurf: "Erstens ist es mir neu, dass ich von irgendeinem Printmedium für irgendetwas bezahlt werde."

Zweitens habe er mit Michael Rensing zusammengespielt, "verfolge seinen Weg auch weiterhin ganz genau und frage mich, woher seine Entwicklung kommt. Drittens habe ich momentan sehr viele Jobs, die mir sehr viel Spaß machen."

Beckenbauer versteht beide

Beckenbauer versteht hier beide Seiten.

"Oliver Kahn ist befreundet mit Rensing und hat ihn quasi an der Brust groß gezogen. Da steht es ihm zu was zu sagen", meint er.

Auf der anderen Seite könne er aber auch Rummenigges Reaktion nachvollziehen, "der sich jeden Tag mit dem Mist auseinander setzen muss".

Wenn Rummenigge "mal schlechte Laune" habe, "kommt es eben zu solchen Äußerungen. Aber das sollte man nicht überbewerten."

Van-Bommel-Comeback verzögert sich

Eine Hiobsbotschaft gibt es für Bayern von Kapitän Mark van Bommel: Der Niederländer wird nach der Länderspielpause immer noch nicht ins Geschehen eingreifen können.

"Keine Chance" gebe es auf ein Comeback am 12. September bei Borussia Dortmund, so wie es nach seinem Zehenbruch ursprünglich vorgesehen war, lässt er in der "Abendzeitung" wissen.

Womöglich dauert es gar noch bis Oktober - denn nicht einmal für das Champions-League-Spiel am 30. September gegen Juventus Turin will van Bommel eine Garantie abgeben.

"Das wird man sehen", erklärt der 32-Jährige nur.

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