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Michael Frontzeck ist seit Dezember 2007 Trainer bei Arminia Bielefeld © getty

Trotz des schlechtesten Starts seit 24 Jahren verliert in Ostwestfalen niemand die Nerven. Nur "König Artur" ist torgefährlich.

Von Felix Götz

München - Bielefeld bleibt auch im 18. Auswärtsspiel hintereinander ohne Sieg.

Nach der 0:2-Pleite beim VfL Bochum hat die Arminia den schlechtesten Saisonstart seit 24 Jahren hingelegt. Der Abstiegskampf hat damit bereits nach dem vierten Spieltag begonnen.

Nur zwei Punkte aus vier Spielen, Tabellenvorletzter, da darf man sich schon langsam Sorgen machen.

Trainer Michael Frontzeck tat sich schwer, den schwachen Auftritt seiner Elf zu erklären: "Geben sie mir ein paar Tage Zeit. Wir werden das Spiel mit der Mannschaft aufarbeiten."

Keine Panik

Trotz der Erklärungsnot verfällt von den Bielefeldern Verantwortlichen keiner in Panik, von einer Krise will niemand etwas wissen.

Auf der Alm weiß man eben aus Erfahrung, wie man aus dem Tabellenkeller herauskommt.

"Wir werden erst in ein paar Wochen wissen, wo wir stehen. Aber wir sind seit fünf Jahren Absteiger Nummer eins und haben es viermal geschafft, die Klasse zu halten", sagte Arminias Geschäftsführer Roland Kentsch.

Nur "König Artur" ist gefährlich

Auch Frontzeck weigerte sich, jetzt alles über den Haufen zu werfen und wollte die Situation nicht überbewerten: "Es war eine unnötige Niederlage, aber auch nicht mehr."

Erschreckend war vor allem die harmlose Offensive der Ostwestfalen. Artur Wichniarek wurde vom Bochumer Innenverteidiger Marcel Maltritz abgemeldet und wenig lief zusammen.

Von fünf Toren erzielte "König Artur" vier. Christopher Katongo überzeugte ebenso wenig wie Daniel Halfar. Beide wurden folgerichtig ausgewechselt.

Der eingewechselte Finne Berat Sadik erzeugte noch am ehesten so etwas wie Torgefahr.

Mijatovic fehlt

Vorne gelang nichts und hinten kassierte Bielefeld dann das 0:1, weil sich die Verteidiger Markus Bollmann und Radim Kucera gegen Stanislav Sestak ungeschickt anstellten.

Der Slowake passte quer zu Mieciel, und der ließ Dennis Eilhoff in der 22. Minute keine Chance.

Die nächsten Minuten präsentierte sich die Bielefelder Hintermannschaft chaotisch. Der etatmäßige Innenverteidiger Andre Mijatovic, der nach wie vor wegen einer Meniskusoperation pausieren muss, fehlte wieder an allen Ecken und Enden.

"Dumme Fehler"

Die logische konsequenz: Nur vier Minuten später erzielte Pfertzel nach einem Eckball von Azaouagh aus dem Gewühl heraus das 2:0.

"Wir haben zwei dumme Fehler gemacht. Das zweite Tor resultiert aus einer Standardsituation. Das darf uns nicht passieren. Darüber werden wir auch intern reden", sagte Kapitän Rüdiger Kauf.

Koller zufrieden

Dieses Ergebnis brachte Bochum dann über die Zeit und sicherte dem VfL nach nur einem Punkt aus den vergangenen drei Partien endlich den ersten Sieg.

"Wir waren sehr kompakt und haben Zug nach vorne entwickelt", war VfL-Coach Marcel Koller zumindest mit der ersten Hälfte sehr zufrieden.

In den letzten 20 Minuten war Bielefeld die etwas bessere Mannschaft und hatte eine Großchance, die Katongo kläglich mit einem Kopfball an die Latte vergab.

"Wir konnten uns nicht mehr so gut befreien und Bielefeld hat gedrückt. Sie haben zwei große Spieler gebracht und es mit langen Bällen versucht. Wir haben es verpasst, das dritte Tor früher zu machen."

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