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Bernd Wehmeyer - hier mit Ze Roberto - wurde als Spieler dreimal Meister mit dem HSV © getty

Die Sportchef-Suche gestaltet sich in Hamburg immer schwieriger. Es wird sogar über eine Variante mit Keeper Rost nachgedacht.

Von Mathias Frohnapfel

München - Wie schön könnte die Arbeit der HSV-Bosse sein, schließlich ist ihr Klub Tabellenführer.

Stattdessen fahnden die Macher des Vereins mit Hochdruck nach einem neuen Sportchef und die Lage wird zunehmend unübersichtlich.

Kandidat Oliver Kreuzer sagte per SMS ab, doch Spielerberater Roman Grill hält seine Bewerbung aufrecht.

Dabei meinte Aufsichtsratschef Horst Becker ziemlich deutlich: "Wir fangen wieder bei null an." Diese Suche könne womöglich noch Monate dauern.

Unter Umständen eröffnet diese Zeitspanne die Option für einen völlig neuen Namen.

Variante mit Frank Rost?

Denn es wird darüber nachgedacht, Torhüter Frank Rost nach Ende seiner aktiven Laufbahn in eine verantwortungsvolle Position beim Hamburger SV einzubinden, zum Beispiel als Sportdirektor.

Im Moment erledigen Trainer Bruno Labbadia und HSV-Vorstandschef Bernd Hoffmann gemeinsam diese Aufgabe.

Wehmeyer bei Elia-Deal aktiv

Als Kandidat für den Sportdirektor-Posten gilt auch Team-Manager Bernd Wehmeyer. Bei den jüngsten Verpflichtungen von Eljero Elia (Twente Enschede) und David Rozehnal (Lazio Rom) wirkte er an der Seite von HSV-Vorstandschef Hoffmann mit.

Dabei hatte Wehmeyer dem Vorstand Ende August einen Korb gegeben, doch nun hat sich die Ausgangslage geändert. Vorstellbar wäre auch, dass der Ex-HSV-Profi als Interimslösung das Amt wahrnimmt.

Der ehemalige Schalker Manager Andreas Müller wäre eine weitere Variante für den Posten. Die entsprechende Erfahrung bei einem großen Traditionsklub würde er zumindest mitbringen.

Grill: "Bin Gewinner des Bewerbungsprozesses"

Roman Grill bleibt indes bei seiner Bewerbung.

Er sieht sich als Sieger der Auswahlrunde, die nach Kreuzers Nein zu einem Ein-Mann-Rennen geschrumpft war. "Fakt ist, dass ich Gewinner des Bewerbungsprozesses bin und auch das finale Vorauswahlverfahren gewonnen habe", sagte er der "Süddeutschen Zeitung".

Doch Grill könnten zwei Dinge zum Verhängnis werden.

Zum einen scheint seine Arbeit als Spielerberater, unter anderem für HSV-Profi Piotr Trochowski, schwer mit dem Amt verquickbar. Der Ex-Bayern-Spieler würde zwar seine Beratertätigkeit aufgeben, Vorbehalte im HSV-Umfeld blieben wohl.

Wurde Grill auf Fragen vorbereitet?

Zum anderen gilt er als Favorit von Bernd Hoffmann.

Wie die "Welt" berichtet, soll Grill sogar von Hoffmanns Vorstandskollegin Katja Kraus auf mögliche Fragen des Personalausschusses vorbereitet worden sein. Kreuzer habe unter anderem auch deshalb abgesagt.

Fans würden Calmund nehmen

Derweil wird für die HSV-Fans die Frage nach dem Sportchef zum spannendsten Unterhaltungsprogramm bis zum nächsten Bundesliga-Spiel am Samstag gegen Stuttgart.

In der "Hamburger Morgenpost" fand Reiner Calmund die meisten Unterstützer, als es um mögliche Kandidaten ging. "Es kribbelt schon in meinem dicken Bauch", antwortete darauf der Ex-Manager von Bayer Leverkusen, um gleich hinzufügen:

"Meine Zeit ist vorbei. Ein Comeback käme für mich maximal als Übergangslösung bei einem Verein infrage, der vor einem Neuanfang steht." Auf die Hanseaten trifft das bekanntlich nicht zu.

Immerhin macht "Calli" dem HSV Mut, spricht von einem "Top-Unternehmen in einer Weltstadt". Aus diesem Grund habe er keine Angst, dass am Ende auch "eine Top-Lösung" stehe.

"Muss nicht falsch sein"

Aus Calmunds Sicht bleibt Roman Grill eine Alternative. Zwar habe es das bisher noch nicht in der Bundesliga gegeben, dass ein Spielerberater zum Sportdirektor wurde.

"Aber nicht alles, was neu ist, muss auch falsch sein. Wichtig ist, dass die Dinge klar getrennt sind und ein deutlicher Strich unter die Tätigkeit als Berater gezogen werden muss."

Fest steht zumindest: Die Suche ist längst nicht abgeschlossen.

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