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Luca Toni gewann 2008 mit dem FC Bayern Pokal und Meisterschaft © getty

Der FCB-Stürmer sieht sich für die Konkurrenz gerüstet, sobald er hundertprozent fit ist. Die Bank ist auf Dauer keine Option.

Von Mathias Frohnapfel

München - Luca Toni kennt seinen Wert. Und den sieht der Angreifer des FC Bayern und Weltmeister von 2006 keineswegs nur in der Vergangenheit begründet, als er in 56 Bundesliga-Einsätzen 38-mal traf.

"Wenn ich fit bin, muss ich mich vor keinem verstecken", kündigt Toni selbstbewusst im "kicker" an.

Wochenlang hat dem 1,96-Meter-Mann die Achillessehne Schmerzen bereitet, auch die Reha dauerte länger als erwartet. Jetzt trainiert Toni wieder in München und will sich an die Mannschaft herankämpfen.

Säbener Straße vereinsamt

Und im Moment steht Luca Toni im Blickpunkt des Interesses an der Säbener Straße. Denn insgesamt 13 Bayern-Profis sind aktuell mit ihren Nationalteams unterwegs. In der vergangenen Woche übte hier nur ein kleines Grüppchen, während Toni mit einem Einzelprogramm fit gemacht wurde.

Selbst Trainer Louis van Gaal ist in die Niederlande gereist, wo er die Arbeiten zu seinem Buch abschließt.

"Abwarten, wie sich alles entwickelt"

Toni - lange Zeit bewundert für seinen Torradar - hat sich mittlerweile auf die neue Konkurrenzsituation beim Rekordmeister eingestellt. Der 32-Jährige weiß, dass sich bei seinem Klub viel verändert hat, "man muss abwarten, wie sich alles entwickelt".

Und egal ob im 4-4-2 mit zwei Angreifern oder im 4-5-1 mit einer Spitze, sobald Toni zu 100 Prozent fit ist, sucht er seinen Platz im Team.

Dabei haben die Roten ein übergroßes Angebot an Torjägern. Mario Gomez, Miroslav Klose, Ivica Olic und Toni rangeln um die begehrten Posten in der Startelf. Und auch Stareinkauf Arjen Robben nimmt eine Planstelle im Offensivkonzept ein.

Toni will noch härter arbeiten

"Für mich ist das ein Anreiz, noch härter zu arbeiten", sagt Toni.

Zumindest das Wort "Ersatzbank" ruft beim ehrgeizigen Italiener keine allergische Reaktion mehr hervor.

"Wenn ich mich hier auf die Bank setzen muss, setze ich mich erst mal auf die Bank. Aber es gibt viele Vereine, die meine Stärken kennen. Sollte ich also auf Dauer keine Chance bekommen, muss ich mir Gedanken machen."

Auch im Sommer habe es Angebote gegeben, doch Toni meint: "Ich habe mich nie ernsthaft damit beschäftigt".

Mit dem strengen Trainer Louis van Gaal befindet er sich weiterhin in der Kennenlernphase - sein erster Eindruck ist, dass der Niederländer weniger als andere Trainer mit den Spielern spricht.

"Er bringt sein Konzept mit und verlangt, dass es auf dem Platz umgesetzt wird."

Fällt Ribery erneut aus?

Dabei soll im Idealfall am Samstag gegen Borussia Dortmund Franck Ribery mithelfen. Doch der Franzose bekam im Länderspiel gegen Rumänien einen Schlag auf die Wade. Er droht im wichtigen Qualifikationsspiel gegen Serbien auszufallen.

Auch sein Einsatz gegen den BVB ist noch ungewiss, schließlich setzt van Gaal aus Prinzip nur auf Spieler, die er in die Kategorie "absolut fit" einordnet.

Die frisch gefundene Flügelzange mit Franck Ribery und Arjen Robben bekäme damit bereits die erste Auszeit verordnet.

Auch Gomez angeschlagen

Auch sonst schauen die Bayern-Bosse mit ängstlichem Blick auf die Länderspiel-Aufgaben ihrer Stars. Ja keine weiteren Verletzungen, so ist die Hoffnung.

Zumal Mario Gomez sich am Sonntag im Training der Nationalelf eine Blessur am rechten Knie zuzog.

Eine Kernspintomographie brachte das Ergebnis, dass kein schwerwiegender Schaden vorliegt. Für das WM-Qualifikationsspiel gegen Aserbaidschan scheint sein Einsatz allerdings fraglich.

FCB-Kapitän Mark van Bommel wird indes auf keinen Fall am Samstag in Dortmund dabei sein.

Womöglich dauert es nach seinem Zehenbruch gar noch bis Oktober, bis er wieder spielen kann. Nicht einmal für das Champions-League-Spiel am 30. September gegen Juventus will van Bommel derzeit eine Garantie abgeben.

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