Nach der Spuck-Attacke äußert sich der Schalker gegenüber Sport1.de. Magath verweist indes auf die Mitschuld des Spielers.

Von Mathias Frohnapfel

München - Von den eigenen Fans übel beschimpft und sogar bespuckt: Albert Streit ist auch zwei Tage nach dem Regionalliga-Spiel gegen Waldhof Mannheim immer noch geschockt.

"Ich muss das erstmal verdauen, ich stehe unter Schock darüber, was in den letzten Tagen passiert ist", sagte der Schalker gegenüber Sport1.de.

Felix Magath hatte den Mittelfeldspieler in den Amateur-Kader degradiert, dessen erster Einsatz dort geriet zum wahren Spießrutenlauf.

Ständig forderten Schalker Anhänger Streits Auswechslung und pöbelten.

"Das hat mit Fußball nichts mehr zu tun", erklärt Streit nach den hässlichen Szenen. Wie es jetzt weitergeht? "Ich muss erstmal schauen, wie der Verein reagiert."

Magath: Streit hat selbst Schuld

Das hat der Klub schon ? zumindest in Person von Trainer und Manager Felix Magath.

Der präsentiert sich von seiner harten Seite und hat für Streit kaum Mitleid übrig.

"Streit hat durch seine Äußerungen, seinen Vertrag zur Not aussitzen zu wollen, den Unmut auf sich gezogen", sagte Magath der "Welt".

"Streit hat sich ungeschickt verhalten"

"So etwas kann nicht sein. Was nun passiert ist, muss er selbst verantworten. Er hat sich ungeschickt verhalten und geäußert und die Fans auf die Palme gebracht."

Magaths Verständnis für den eigenen Anhang endet allerdings bei den Spuckattacken auf den Mittelfeldspieler. "Einen Spieler zu bespucken, ist natürlich nicht in Ordnung, aber der Ärger der Fans ist verständlich."

Strittige Aussage mehrere Monate alt

Allerdings ist Streits Aussage, die die Fans in Rage bringt, bereits einige Monate alt.

Der Spieler äußerte sich so, nachdem er im Winter von Magaths Vorgänger Fred Rutten zu den Amateuren verbannt worden war.

Zur Rückrunde 2008/2009 wurde Streit dann zum Hamburger SV ausgeliehen.

Magath hatte den Mittelfeldmann in der vergangenen Woche aus dem Profi-Kader geworfen, weil er mit dessen Arbeitseinstellung nicht einverstanden war.

Ist eine Rückkehr möglich?

Unter Umständen kann Streit jedoch weiter darauf hoffen, wieder für Königsblau in der Bundesliga aufzulaufen.

"Von meiner Seite aus gibt es immer einen Weg zurück", erklärte Magath.

"Das Thema ist erst dann erledigt, wenn der Spieler sich nicht ändert. Wenn er mir aber zeigt, dass er bereit ist, an sich zu arbeiten und etwas zum Erfolg der Mannschaft beizutragen, ist auch eine Rückkehr denkbar."

"Das war asozial"

Der 29-Jährige hatte direkt nach der Regionalliga-Partie berichtet: "Das war einfach nur asozial. Ich wurde behandelt wie ein Verbrecher, wie ein Krimineller."

Und weiter: "Es waren zehn Schalke-Fans. Hurensohn war das harmloseste Wort, das sie mir entgegengeschleudert haben. Sie haben meine Mutter beleidigt, haben mir gedroht: 'Nach dem Spiel hauen wir Dir auf die Fresse. Verpiss Dich aus Schalke, sonst kriegst Du Probleme.'"

Streit möchte dennoch auf jeden Fall weiter in der Regionalliga-Mannschaft spielen, "so war das ausgemacht".

Ansonsten will er nichts weiter zu seiner Zukunft sagen. "Ich muss verkraften, was passiert ist, zu gegebener Zeit werde ich mich äußern."

Ruhnert hält zum Spieler

Oliver Ruhnert, Trainer von Schalke II, verspricht derweil, zu Streit zu halten.

"Ich schaue immer von Tag zu Tag. Solange sich an der Situation nichts ändert und Albert zu unserem Kader gehört, wird er auch zum Einsatz kommen", erklärt Ruhnert gegenüber der "Rheinischen Post".

Von den Fans, die im Spiel gegen Mannheim Streits Auswechslung forderten, wollte Ruhnert sich nicht beeinflussen lassen: Sportlich habe er dazu keinen Grund gesehen. "Da lasse ich mich nicht von außen beeinflussen."

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