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Berti Vogts ist seit 2008 Trainer des "Fußball- zwergs" Aserbaidschan © getty

Der "Terrier" schwärmt von Hamburg und bringt sich als Sportdirektor ins Gespräch. In Aserbaidschan wirkt er nicht glücklich.

Von Daniel Rathjen

München - Die Verantwortlichen fahnden.

Der Hamburger SV, aktueller Liga-Spitzenreiter (Datencenter: Ergebnisse und Tabelle), sucht weiter einen neuen Sportdirektor.

Spielerberater Roman Grill ist weiterhin ein Thema bei HSV-Boss Bernd Hoffmann, gilt aber im Aufsichtsrat als nicht mehr vermittelbar.

Weitere Kandidaten gibt es offiziell nicht, doch hinter den Kulissen kursieren prominente Namen wie Ottmar Hitzfeld, Oliver Bierhoff oder Andreas Müller.

Auch Bernd Wehmeyer scheint plötzlich wieder im Rennen, obwohl er seine Kandidatur bereits zurückzog.

Keeper Frank Rost, dessen Vertrag nächste Saison ausläuft, wurde ebenso thematisiert.

Nach der chaotischen Sitzung in der vergangenen Woche ist bislang nur klar, dass es Oliver Kreuzer nicht wird. Er sagte per SMS ab.

"Mich reizt ein Job als Sportdirektor"

Berti Vogts hat dagegen Interesse. Der Nationaltrainer Aserbaidschans brachte sich im Vorfeld des Spiels gegen Deutschland (Mittwoch, ab 20.15 Uhr LIVE) selbst ins Gespräch.

Eine Rückkehr in die Bundesliga schloss der 62-Jährige nicht aus: "Aber nicht mehr als Trainer. Mich reizt ein Job als Sportdirektor", sagte er.

Zenit St. Petersburg soll schon mal die Fühler ausgestreckt haben. Aber der "Terrier" schwärmt bereits in hohen Tönen von den "Rothosen".

"Hamburg ist eine erstklassige Adresse, eine Traum-Stadt. Der HSV ist ein Traditionsverein mit Spitzen-Fans und einem gigantischen Stadion."

Und weiter: "Genauso wichtig ist ein Klub mit erstklassigen Strukturen. Beiersdorfer hat Spitzen-Arbeit hinterlassen. Es sind richtig gute Spieler da und mit Bruno Labbadia ein Trainer, der genau dazu passt."

Vertrag läuft aus

Im Dezember läuft sein Vertrag als Nationaltrainer aus. Beim Fußballzwerg Aserbaidschan wirkt der ehemalige "Bundes-Berti" jedenfalls nicht mehr glücklich.

"Wir haben strukturelle Defizite. Es gibt keine leistungsstarke Liga, den Spielern fehlt die Fitness. Nach einem Spiel gibt es vier Tage Pause. Darüber bin ich immer noch erbost", beklagte sich der Coach.

Seit 2008 arbeitet Vogts im Kaukasus. Zunächst will der 96-malige Nationalspieler die WM-Qualifikation anständig zu Ende bringen. Dann ist vieles möglich.

Denn die Verbandsführung hat Vogts im letzten Quartal "grünes Licht" für Verhandlungen mit anderen Vereinen gegeben.

"Ich bin offen für Anfragen", erklärte der Europameister von 1996 danach.

HSV will "in Ruhe schauen"

Ob er tatsächlich nach Hamburg passt, bleibt offen. Seit seinem Abschied 2001 bei Bayer Leverkusen hat er nicht mehr in Deutschland gearbeitet.

Erfahrung, gute Kontakte und hohe Akzeptanz sprächen allerdings auch für ihn.

"Wir werden in Ruhe nach einem Sportchef Ausschau halten, das kann aber Monate dauern", hatte der Aufsichtsratsvorsitzende Horst Becker angekündigt.

Vorerst führen Trainer Bruno Labbadia und Hoffmann die sportlichen Geschäfte interimsmäßig weiter.

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