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Ottmar Hitzfeld gewann 2001 mit dem FC Bayern die Champions League © imago

Der Trainer empfiehlt seinem Ex-Klub eine Verpflichtung des Shooting-Stars. Gleichzeitig hat er Tipps zur "Pflege" von Ribery.

Von Daniel Rathjen

München - Mesut Özil wird immer stärker.

Auch Ottmar Hitzfeld beobachtet das.

"Ich kenne ihn sehr gut. Er ist eine Bereicherung für die deutsche Nationalelf", lobt er den Shooting-Star in einem Interview mit mehreren Zeitungen.

Der Schweizer Nationaltrainer schwärmt geradezu von dem 20-jährigen Mittelfeldspieler von Werder Bremen.

"Er ist ein großartiger Spieler, der ins Eins-gegen-Eins geht, einen Mann ausspielen kann und Tempo macht."

"Deutschland hat lange auf einen wie ihn warten müssen"

Özil erinnerte ihn an fußballerische Individualisten wie Mehmet Scholl, Thomas Häßler oder Pierre Littbarski.

"Deutschland hat lange auf einen wie ihn warten müssen", meint Hitzfeld.

"Dazu kommt seine Torgefährlichkeit, die ihn besonders auszeichnet. Er wird sich aufgrund seiner Klasse durchsetzen."

Deshalb startet parallel zum Aufstieg des neuen Hoffnungsträgers der Millionen-Poker.

Marktwert verdoppelt sich

Werder will den 2011 auslaufenden Vertrag mit Özil zwar verlängern, doch der Nationalspieler sieht dazu keinen Anlass.

Offenbar plant Özil, dessen Marktwert sich in den vergangenen Wochen auf rund 20 Millionen Euro verdoppelt hat, bis zum Saisonende alle Optionen offenzuhalten.

"Mesuts Vertrag läuft noch bis 2011. Derzeit gibt es keinen Bedarf, den Vertrag zu verlängern. Wir können auch im nächsten Jahr verlängern", sagte Berater Reza Fazeli der "Bild".

Mehrere Anfragen

Bereits nach dem Gewinn der U-21-Europameisterschaft gab es Anfragen für Özil, unter anderem hatten der FC Valencia und Manchester City Interesse gezeigt.

Werder-Geschäftsführer Klaus Allofs bestätigte, dass bereits mit Özil über eine Vertragsverlängerung gesprochen wurde.

"Wir haben aber keine Eile. Der Stand ist genauso wie vor einem Monat. Wir sind nach wie vor guter Dinge. Aber uns sind natürlich auch finanzielle Grenzen gesetzt", so Allofs.

Hitzfeld betont indes schon, dass Özil auch seinem Ex-Klub, dem FC Bayern, "natürlich gut zu Gesicht stehen" würde.

Lob für Bayern-Kader

Im gleichen Atemzug fügt der "General" aber an, dass für Özil beim Rekordmeister momentan kaum Platz wäre.

"Wenn Arjen Robben und Franck Ribery da sind, dann reicht das allemal", so Hitzfeld.

Für ihn sei der aktuelle Bayern-Kader sogar "der beste aller Zeiten". "Sie haben sehr gut eingekauft. Früher hat sich die gegnerische Defensive nur auf Ribery eingestellt. Jetzt wissen sie gar nicht, wohin."

Doch dass das Gebilde auch sensibel ist, weiß auch er. Ribery hatte bereits angemerkt, dass er mit dem Führungsstil des neuen Trainers Louis van Gaal nicht zurechtkomme.

Aussprache mit Ribery

"Das ist das erste Mal, dass mein Kontakt zu einem Trainer nicht positiv ist", hatte der Franzose geklagt.

Hitzfeld analysiert das mit Bauchschmerzen. "Am besten sollte man sich sofort an einen Tisch setzen und die Situation klären, bevor es eskaliert", fordert er.

Er selbst habe nie Probleme mit dem eigenwilligen Franzosen gehabt. "Ribery muss man wie eine zarte Pflanze pflegen", weiß er.

Doch das Thema Ribery ist für ihn nicht das einzige mit Konfliktpotenzial. Auch das von van Gaal bevorzugte 4-3-3-System mit nur einem Mittelstürmer sei kritisch.

Momentan ist Mario Gomez gesetzt. Miroslav Klose und Luca Toni schmoren auf der Bank.

"Bayern hat das riesige Potenzial an Topstürmern und das muss man auch mal ausschöpfen. Ribery und Robben können ja auch aus dem Mittelfeld kommen", sagt er und geht deshalb davon aus, dass van Gaal "auch das eine oder andere Mal mit zwei Angreifern spielen lasse".

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