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Igor Akinfeev von ZSKA Moskau würde um die 18 Millionen Euro Ablöse kosten © imago

Leise ist es an der Säbener Straße nie. Der FC Bayern sucht einen neuen Keeper, Ribery rudert zurück, Toni drängt aufs Comeback.

Vom FC Bayern berichtet Daniel Rathjen

München - Der schlechteste Saisonstart seit 43 Jahren hat es gezeigt.

Beim FC Bayern gibt es noch einige Baustellen.

Durch die Verpflichtung von Arjen Robben haben die Münchner nun mehr Kreativität.

Doch die Unsicherheit im Abwehrverbund und das aus der Not geborene Rotationsprinzip im Tor bleiben.

Michael Rensing will um seine Chance kämpfen, doch dass er mittelfristig das Zeug zur unumstrittenen Nummer eins haben wird, ist nahezu ausgeschlossen.

Suche nach neuem Keeper logisch

Jörg Butt ist mit 35 Jahren kein Mann für die Zukunft. Es ist also nur logisch, wenn sich der Rekordmeister nach einem neuen Keeper umsieht.

Das russische Medium "Sport-Express" berichtet jetzt, dass sich die Bayern bei ZSKA Moskau nach Igor Akinfeev erkundigt haben.

Der 23-Jährige ist die unumstrittene Nummer eins in Russland und wäre angeblich für rund 18 Millionen Euro zu haben.

Akinfeev genießt in Westeuropa einen ausgezeichneten Ruf, auch Manchester United soll bereits Interesse signalisiert haben.

Mit Moskau gewann der Torwart 2005 den UEFA Cup, zweimal die Meisterschaft und wurde in seiner Heimat viermal zum Fußballer des Jahres gewählt.

Ein weiteres Plus: Die Saison in Russland endet im November. Er könnte somit problemlos in der Winterpause wechseln.

Maier schlägt Tausch mit Neuer vor

Eine Alternative schlug Ex-Torwarttrainer Sepp Maier vor: "Michael Rensing geht zu Schalke und Manuel Neuer kommt zum FC Bayern", sagte er im DSF.

"Wenn es so kommt, dann wäre das der richtige Weg, aber da müssen ja noch zwei Vereine mitmachen, damit das klappt", gibt er jedoch zu bedenken.

Wenn seine Idee auch nicht als ganz ernst beurteilt werden kann, so spricht es doch für sich, wenn selbst Maier als "Ziehvater" seinem einstigen Schützling nicht mehr öffentlich den Rücken stärkt.

Toni vor Comeback

Ein breites Kreuz hat dagegen seit jeher Luca Toni. Der Italiener absolvierte am Dienstag wieder eine Einheit mit Ball.

Mit Reha-Coach Thomas Wilhelmi zog er ein Aufbautraining durch, inklusive Sprints und Torschüssen. Nebenbei schrieb er gut gelaunt Autogramme.

Sein Comeback nach Achillessehnenproblemen rückt näher. Schon am Donnerstag will er wieder voll mit der Mannschaft trainieren.

Dann ist auch Coach Louis van Gaal zurück, der bis Mittwoch in der Heimat weilte, um die Arbeiten an seinem Buch zu vollenden.

Viel zu tun hatte sein Assistent Andries Jonker in München allerdings nicht. Lediglich Butt sowie die Reservisten Rensing, Breno, Christian Lell, Andreas Ottl, Jose Sosa, Alexander Baumjohann und Thomas Müller sind momentan vor Ort.

In einem Testspiel gegen Mehmet Scholls Drittliga-Mannschaft gab es am Dienstag ein 5:5, wobei Müller noch einen Elfmeter verschoss.

"Es war wichtig für einige Spieler, 90 Minuten zu spielen. Sowohl bei den Profis als auch bei den Amateuren haben das einige gebraucht", resümierte Jonker zufrieden:

"Die Jungs haben sich körperlich verbessert und kämpfen um ihren Platz."

Ribery will Harmonie

In die Stammelf dürften sie aber so schnell nicht zurückkehren, ganz im Gegensatz zu Franck Ribery.

Der Franzose scheint wieder im Vollbesitz seiner Kräfte und könnte somit am Samstag bei Borussia Dortmund erstmals in dieser Saison von Beginn an auflaufen.

Auch im Streit mit van Gaal ruderte er nun zurück. "Der Trainer hat seine Philosophie, die wir respektieren", sagte der 26-Jährige in der "Sport Bild".

Zudem versuchte er, den von ihm selbst geweckten Eindruck zu zerstreuen, wonach sein Verhältnis zum neuen Bayern-Coach angespannt sei. "Er spricht viel mit mir und lernt mich immer besser kennen", erklärte Ribery.

Er betonte allerdings erneut, wie wichtig ihm die Freude an seinem Beruf sei. "Wenn ich keinen Spaß habe, kann ich auch nicht Fußball spielen."

Dennoch wähnt er die Bayern mit van Gaal auf einem guten Weg. "Wir trainieren gut und hart. Danach werden wir bereit sein, uns mit den großen Mannschaften zu messen."

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