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Roman Weidenfeller (r.) gibt sich forsch vor dem Duell mit Bayerns Arjen Robben © getty

Dortmund stimmt sich provokant ein aufs Topduell mit Bayern und seinem Star. Weidenfeller geht dafür gar in den Zoo.

Von Christian Paschwitz

München/Dortmund - Die Besucher der "Zoom-Erlebniswelt" in Gelsenkirchen staunten nicht schlecht:

Mit Tierpfleger Winfried Hader hatte sich Borussia Dortmunds Roman Weidenfeller zur Robben-Fütterung aufgemacht.

Der Keeper rückte den Seehunden in ihrem Gehege gehörig auf die Pelle, stellte die hungrige 250-Kilo-Robbe "Paris" ruhig mit einem Eimer voller Heringe.

Botschaft an Robben

Die Botschaft dahinter war klar: Auch die Bayern mit ihrem neuen Superstar will der BVB im Zaum halten am Samstag (ab 15 Uhr LIVE).

Und Arjen Robben soll ihnen dabei quasi aus der Hand fressen und am Ende schön friedlich bleiben.

Anders als bei der Bundesliga-Premiere des niederländischen Nationalspielers.

Flügel-Alarm mit Ribery

Da war der Neuzugang nicht nur gleich mit zwei Treffern beim 3:0 über Meister VfL Wolfsburg mächtig aufgetrumpft.

Robben hatte auch als ein Bestandteil der neuen Münchner Flügelzange mit dem wiedererstarkten Franck Ribery viel Alarm gemacht.

Weidenfeller ist gewarnt und sagte in der "Bild" nach seinem Ausflug ins Tierreich: "Robben sind doch echt süße Tiere. Ich glaube, der Robben von den Bayern wird schon ein bisschen gefährlicher."

Trotzdem meint der 29-Jährige selbstbewusst: "Aber keine Angst, mit Hilfe unserer Fans robben wir die Bayern schon weg.?

Mainz als Vorbild

Der Torhüter schöpft seine Zuversicht dabei vor allem aus dem desolaten Auftritt der Bayern am 3. Spieltag:

"Der Sieg von Mainz hat doch gezeigt, dass es nicht unmöglich ist, Bayern zu schlagen. Dafür werden wir am Samstag alle ans Limit gehen.?

Soll heißen: Der Rekordmeister darf sich bei den Westfalen wieder mal auf einen ganz heißen Tanz gefasst machen - und das wohl auch körperlich zu spüren bekommen.

Vor allem Robben, den auf der rechten Außenbahn wohl nicht nur ein Dortmunder allein stoppen können wird.

Der Niederländer sieht's gelassen - und räumt vor dem hitzig zu erwartenden Duell via "Sport Bild" mit dem Vorurteil auf, er sei ein verletzungsanfälliger Spieler.

Robben widerspricht seinem Ruf

"Dieser böse Ruf verfolgt mich. Aber das ist Quatsch", sagte er.

"Ich habe letztes Jahr sehr viele Spiele gemacht. Es scheint aber inzwischen ein Teil von mir zu sein, dass die Leute meinen Namen mit Verletzungen verbinden."

Er müsse jetzt wahrscheinlich drei Jahre durchspielen, um vom Gegenteil zu überzeugen:

"Ich trainiere hart, mache Extra-Schichten, um Verletzungen zu vermeiden. Deshalb bin ich für die Zukunft zuversichtlich."

Van Gaal als Glücksgriff

Seinen Transfer nach München zu Landsmann Louis van Gaal wertet der zuvor bei Real aufs Abstellgleis geratene Robben ohnehin als Glücksgriff:

"Der Wechsel war ein ganz wichtiger Schritt in meiner Karriere. Für mich ist Bayern eine große Chance, kein Rückschritt."

Und auch "keine Durchgangsstation", betont er.

Tinga zurück im Training

Anders stellt sich die Gefühlslage bei Dortmunds Sebastian Kehl dar - während sich Tinga nach seinem gegen Stuttgart (1:1) erlittenen Faserriss zurück im Training meldete.

Der Kapitän dagegen, in gesunder Verfassung ein heißer Kandidat, um Robbens Wirkungskreis entscheidend einzuengen, will einfach nicht genesen.

Mit einer langwierigen Adduktoren-Sehnenansatz-Reizung kommt Kehl zwar um eine neuerliche Operation herum.

Wann die Leidenszeit des 29-Jährigen ihr Ende findet, lässt sich indes nicht beantworten.

Kehls Leidenszeit geht weiter

Am Samstag fehlt Kehl einmal mehr - dabei hätte seine Erfahrung der Borussia im zentralen defensiven Mittelfeld sicher gut getan, um die pfeilschnellen Robben und Ribery zu neutralisieren.

Auch deshalb muss Weidenfeller ganz hinten nun mehr denn je die Rolle des Lautsprechers einnehmen:

Nachdem sie den Keeper kennengelernt hatte und satt war, ging Robbe "Paris" schnell auf Tauchstation.

Das wäre Weidenfeller am Samstag auch bei Robben das Liebste. Seinen Torhunger soll der woanders stillen.

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