vergrößernverkleinern
Marcelo Bordon (r.) wechselte 2004 vom VfB Stuttgart zum FC Schalke 04 © imago

Schalke muss das Revier-Derby teuer bezahlen: Gegen Bordon und Krstajic laufen Ermittlungen, Ernst muss drei Spiele pausieren.

Von Martin Volkmar

München/Gelsenkirchen - Erst verspielte Schalke im Revier-Derby eine 3:0-Führung gegen Dortmund und kassierte zwei Platzverweise, nun steht den "Knappen" weiterer Ärger ins Haus.

Der Kontroll-Auschuss des DFB hat Ermittlungen gegen Mladen Krstajic und Marcelo Bordon eingeleitet.

Bordon soll Schiedsrichter Lutz Wagner als "Hure" verunglimpft haben, Krstajic äußerte öffentliche Kritik am Unparteiischen.

Beide Profis wurden aufgefordert, sich schriftlich zum Sachverhalt zu äußern.

Beschimpfung auf portugiesisch

Bordon sollen die wenig schönen Worte im Kabinengang entglitten sein - allerdings auf portugiesisch.

"Ich war so wütend, so enttäuscht. In der Emotion sagst du so einiges", verteidigte sich der Brasilianer in der "Bild", ohne konkret auf das böse "H-Wort" einzugehen.

Die Schalker fühlten sich gegen Dortmund ungerecht behandelt, nachdem Wagner erst eine Abseits-Stellung von Torschütze Alex Frei beim 2:3 nicht geahndet hatte und später einen fragwürdigen Strafstoß für die Gastgeber zum 3:3 verhängte.

"So viele Fehler wie die deutschen Schiedsrichter macht international keiner. Zum Schluss haben wir 9 gegen 14 gespielt", echauffierte sich Krstajic, der den Elfmeter verursacht hatte.

Ernst für drei Wochen gesperrt

Bereits gesperrt ist Fabian Ernst, dem das DFB-Sportgericht nach seiner Roten Karte drei Spiele Zwangspause verordnete.

Der Mittelfeldspieler war nach einem groben Foul gegen Jakub Blaszczykowski in der 77. Minute von Schiedsrichter Wagner vom Platz gestellt worden.

Das Urteil wurde im Einzelrichter-Verfahren nach Anklageerhebung durch den DFB-Kontrollausschuss wegen "rohen Spiels gegen den Gegner" gefällt. Der Spieler hat ihm zugestimmt, es ist damit rechtskräftig.

Eine Partie pausieren muss zudem Christian Pander, der beim 3:3 gegen den BVB die Gelb-Rote Karte gesehen hatte.

"Wir wurden eindeutig benachteiligt"

Es waren allerdings weniger die Platzverweise, die für den großen Ärger bei den Königsblauen verantwortlich waren, sondern die beiden höchst umstrittenen Gegentore von Frei. "Es sah so aus, als wollte der Schiedsrichter selbst irgendwie mitspielen", meinte Bordon.

Noch drastischer äußerte sich Andreas Müller. "Wir wurden eindeutig benachteiligt", schimpfte der Manager im "kicker". "Die Elfmeter-Entscheidung war völlig willkürlich, ein Witz."

Wagner räumt einen Fehler ein

Der Unparteiische gab mit einiger Verzögerung einen Fehler zu. "Man ärgert sich, weil man seinen Job ja so gut wie möglich machen will", sagte Wagner der "Welt".

"Beim Abseitstor haben wir einen Fehler gemacht. Ich könnte jetzt sagen, es ist die Schuld meines Assistenten an der Linie. Aber ich bin der Chef vom Team, also übernehme ich die Verantwortung."

Beim Strafstoß sah er das anders: "Vom Handspiel, das zum Elfmeter und Ausgleichstreffer der Dortmunder geführt hat, gibt es keine eindeutigen TV-Bilder. Das sind Sachen, die der Bewertung durch den Betrachter bedürfen."

Insgesamt sei er im Gegensatz zu den meisten Beobachtern mit seiner Leistung zufrieden. "In dem Spiel waren insgesamt sechs bis acht schwierige, knifflige Entscheidungen. Beim Abseitstor haben wir einen Fehler gemacht, die Rafinha-Szene kann man diskutieren, aber die anderen Szenen haben wir richtig bewertet", meinte Wagner.

Blick geht auf den UEFA-Cup

Derweil waren die Schalker bemüht den Blick nach vorne auf das UEFA-Cup-Spiel bei APOEL Nikosia am Dienstag (ab 17.30 Uhr LIVE) zu richten. "Wir müssen die Partie in Dortmund schnell abhaken und daraus lernen, damit so etwas nicht noch mal passiert", sagte Kevin Kuranyi.

Das Team von Fred Rutten war bereits am Sonntagnachmittag nach Zypern geflogen, auch diesmal fehlte der weiterhin verletzte Stammkeeper Manuel Neuer (Mittelfußbruch) und sein Ersatzmann Mathias Schober (Muskelfaserriss).

Gesperrt sind außerdem Pander (Gelb-Rot beim 0:4 im Qualifikations-Rückspiel zur Champions League bei Atletico Madrid) sowie Ernst und Jermaine Jones (beide gelbgesperrt). Dagegen hat Neuzugang Orlando Engelaar seine schwere Knieverletzung überwunden und kann beim 19-maligen zypriotischen Meister auflaufen.

teilentwitternE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel