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Mats Hummels gab 2007 sein Debüt in der U-21-Nationalmannschaft © imago

Mats Hummels ist ein Münchner Eigengewächs - und spielt beim BVB. Das Spiel gegen den FC Bayern ist für ihn ein echtes Highlight.

Von Mathias Frohnapfel

München - Kaum einer weiß in Dortmund besser, wie der FC Bayern tickt, als Mats Hummels.

Der 20-Jährige hat alle Jugendteams der Münchner durchlaufen, ehe er 2008 zum BVB wechselte. Und sein Vater Hermann Hummels arbeitet weiterhin für die Roten, ist beim FCB in der Koordination als Jugendtrainer tätig.

Für das Dortmunder Talent steht also ein echter Fußball-Feiertag an, wenn die Bayern am Samstag (ab 15 Uhr LIVE) in den Signal-Iduna-Park kommen und er Arjen Robben und Franck Ribery Auge in Auge gegenüber stehen wird.

Zumal sich der Defensivspieler nach seinem Verletzungspech in der Rückrunde wieder in die Mannschaft gekämpft hat.

Im Sport1.de-Interview spricht Hummels über seine Rolle auf der Sechserposition, das Fernziel Nationalelf und den Dortmunder Saisonstart.

Sport1.de: Herr Hummels, ist das Spiel gegen Bayern tatsächlich ein Highlight für Sie?

Mats Hummels: Ja! Ich konnte mir früher immer schlecht vorstellen, überhaupt gegen Bayern zu spielen. Ich war ja zwölfeinhalb Jahre bei dem Verein. Jetzt ist es ein irgendwie Normalität, aber es bleibt ein besonderes Spiel, weil ich eben noch motivierter bin.

Sport1.de:Ihr Vater Hermann Hummels arbeitet ja für den FCB. Wem drückt er die Daumen?

Hummels: Er hofft einfach auf ein gutes Spiel mit vielen guten Aktionen (lacht). Dann hat er gesagt, ist ihm das Ergebnis relativ egal.

Sport1.de: Zu welchen Bayern-Profis haben Sie eigentlich noch Kontakt?

Hummels: Ich habe jetzt mal wieder Thomas Müller und Holger Badstuber bei der U 21 gesehen. Auch zu Michael Rensing gibt es ab und zu noch Kontakt.

Sport1.de: Wie wollen Sie die Bayern, vor allem Franck Ribery und Arjen Robben, stoppen?

Hummels: Es ist ja bekannt, dass die Bayern richtig viel Qualität in der Offensive haben. Vor allem mit Rib und Rob, wie das Duo jetzt genannt wird. Da ist es wichtig, eine mannschaftlich geschlossene Leistung entgegenzusetzen. Man muss robust und aggressiv - aber natürlich fair - dagegenhalten.

Sport1.de: Bayern muss nach dem schlechten Saisonstart unbedingt siegen, kann nicht mit einem Remis in Dortmund zufrieden sein. Wird es deshalb eine besonders heiße Kiste?

Hummels: Ja, es wird ein sehr intensives Spiel auch von den Rängen aus. Das sind die schönsten Spiele, die man haben kann. Wenn man dann noch eine gute Leistung zeigt und was mitnimmt aus der Partie, dann kann es ein perfekter Samstag werden.

Sport1.de: Matthias Sammer hat vor kurzem gesagt: "Wenn sich Mats weiter so gut entwickelt, wird er in absehbarer Zeit den Sprung ins A-Team schaffen". Ist die Nationalmannschaft Ihr Ziel?

Hummels: Das ist eine große Ehre, wenn Matthias Sammer es so sieht. Ich habe mir natürlich als Ziel gesetzt, es zu schaffen. Ich weiß, da steckt sehr viel Arbeit dahinter. Aber ich werde nichts unversucht lassen, dass es soweit kommt.

Sport1.de: Dabei hatten Sie in Dortmund zum Saisonbeginn Schwierigkeiten in die Stammelf zurückzukehren.

Hummels: Ja, das ist auch dem geschuldet, dass die anderen beiden Innenverteidiger Neven Subotic und Felipe Santana in der Rückrunde viele Punkte sammeln konnten, als ich lange verletzt war. Ich habe jetzt versucht, auch auf einer anderen Position mir das Vertrauen des Trainers zu erarbeiten.

Sport1.de: Kapitän Sebastian Kehl ist derzeit verletzt. Auf der Sechserposition spielten daher zuletzt Sie bzw. Tinga. Wie fühlen Sie sich in dieser Rolle vor der Abwehr?

Hummels: Ich spiele sie auch gern. Es ist noch nicht meine Idealposition, aber ich kann sie auch spielen auf dem hohen Niveau der Bundesliga.

Sport1.de: Die Borussia hat zuletzt dreimal nicht gewonnen, wie bewerten Sie den Saisonstart?

Hummels: Das war nicht das, was wir uns nach dem Auftaktsieg gegen Köln erhofft hatten. Wir haben es verpasst, danach mehr Punkte zu holen. Wir können aber mit Siegen von diesem nicht ganz optimalen Start schnell wieder wegkommen.

Sport1.de: Hat mitunter der letzte Biss gefehlt wie gegen Frankfurt?

Hummels: Das glaube ich nicht. Das wäre bei unserem Team auch sehr verwunderlich. Wir sind alle heiß zu gewinnen. Wir waren natürlich alle nicht zufrieden mit dem Spiel gegen die Eintracht, haben dem Gegner zu viel Raum überlassen.

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