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Der Kreuzbandriss des 25-jährigen Peruaners Paolo Guerrero trifft die Hamburger schwer © getty

Der HSV wird vor dem Spitzenspiel gegen Stuttgart von der schweren Verletzung Guerreros gebeutelt. Marcus berg ist nun gefragt.

Von Matthias Becker und Martin van de Flierdt

München ? Die Hamburger Lokalpresse nennt es wahlweise einen "Fluch" oder einen "Schock", der den Hamburger SV momentan ereilt.

Und die Miene von Trainer Bruno Labbadia lässt nicht darauf schließen, dass diese Worte zu drastisch gewählt sind.

Beim HSV ist einen Tag vor dem Bundesliga-Spitzenspiel gegen den VfB Stuttgart (Sa., ab 18 Uhr LIVE) trotz Tabellenführung emotional Land unter.

Der Kreuzbandriss von Torjäger Paolo Guerrero überschattet den blendenden Saisonstart der Norddeutschen, die mit zehn Punkten aus vier Spielen die Spitze des Bundesliga-Tableaus zieren.

Dritter Kreuzbandriss

"Das trifft uns hart. Paolo hat die meisten Tore geschossen und ist auch abseits des Platzes immer weiter in die Führungsrolle getreten", sagte Labbadia über den bislang viermaligen Torschützen, der sich beim WM-Qualifikationsspiel Perus gegen Venuzuela nach 15 Minuten am Knie verletzte.

Besonders bitter: Guerrero ist bereits der dritte HSV-Stammspieler mit einem Kreuzbandriss, nachdem sich Collin Benjamin (vergangenes Wochenende) und Alex Silva (in der Saisonvorbereitung) die gleiche Verletzung zugezogen hatten.

"Auch menschlich trifft das uns, weil wir wissen, was auf sie zukommt", erklärte Labbadia mit Blick auf seine Rekonvaleszenten. Gegen den VfB muss er zudem noch auf Nationalspieler Marcell Jansen (Knieprobleme) verzichten.

Berg soll es richten

Nur gut für den HSV, dass man vor Saisonbeginn noch mal richtig Geld in die Hand genommen hat. Denn mit Guerreros Verletzung im Hinterkopf, richtet sich der Blick jetzt vor allem auf Neuzugang Marcus Berg 115102(DIASHOW: Die Transfers des HSV).

"Es wird sich zeigen, ob er schon die nötige Wettkampfhärte hat", sagte Labbadia über den Zehn-Millionen-Mann, der in seinen bisherigen sechs Pflichtspielen für die Hamburger drei Tore erzielt hat.

Zusammen mit dem anderen Millionen-Neuzugang Eljero Elia soll Berg die Rothosen gegen Stuttgart zum besten Saisonstart seit 29 Jahren schießen. Vier Siege und ein Unentschieden zu Beginn gab es in Hamburg zuletzt 1980/81.

Elia in Top-Form

Und Elia steht voll im Saft, begeisterte seine niederländischen Landsleute mit seinem Auftreten in der Nationalmannschaft.

Beim Sieg in der WM-Qualifikation gegen Schottland (1:0) schoss er das Siegtor.

Seine Form ist für den HSV von entscheidender Bedeutung, schließlich kommt mit dem VfB "ein direkter Konkurrent" (Mladen Petric) um hohe Ziele in dieser Saison.

"Schnell nach vorne spielen"

Tabellarisch lässt sich diese Einschätzung von Petric (noch) nicht untermauern, die Stuttgarter sind nach durchwachsenem Saisonstart aber heiß darauf, richtig durchzustarten.

"Wir spielen in einem tollen Stadion gegen einen hochattraktiven Gegner. Da müssen wir Flagge zeigen. Solche Spiele habe ich früher geliebt", sagte VfB-Trainer Markus Babbel.

Nationalspieler Cacau ergänzt im Gespräch mit Sport1.de: "Wenn wir schnell nach vorne spielen, haben wir gute Chancen."

Kuzmanovic ist da

Für die Schwaben beginnt in Hamburg eine ganz entscheidende Phase der Hinrunde. In den nächsten 22 Tagen stehen für den VfB sieben Spiele auf dem Programm, darunter der Champions-League-Auftakt gegen die Glasgow Rangers (Mi., ab 20.15 Uhr LIVE).

Da kommt es Babbel gelegen, dass bis auf den langzeitverletzten Martin Lanig alle seine Profis fit sind. Ex-HSV-Spieler Khalid Boulahrouz steht erstmals in dieser Saison im Kader und auch Roberto Hilbert ist nach seinem Bandscheibenvorfall wieder dabei.

Und ein neuer Mann ist sogar noch dazu gekommen: Acht-Millionen-Einkauf Zdravko Kuzmanovic trainierte am Donnerstag erstmals mit der Mannschaft und könnte für die nötige Sicherheit im defensiven Mittelfeld sorgen

Cacau warnt vor HSV-Mittelfeld

Denn die wird gegen den HSV auch dringend benötigt.

"Die Hamburger haben mit Piotr Trochowski und Ze Roberto ein sehr spielstarkes Mittelfeld", erklärte Cacau Sport1.de: "Und vorne sind sie auch sehr gut besetzt."

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