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Arjen Robben erzielte bei seiner Premiere für den FC Bayern gegen Wolfsburg zwei Tore © getty

FCB-Trainer Louis van Gaal setzt in Dortmund zu Beginn wohl nicht auf "Robbery". Riberys Kritik sei "nie ein Thema" gewesen.

Vom FC Bayern berichtet Matthias Becker

München - Louis van Gaal hatte es sehr eilig am Freitagmorgen im Pressezentrum des FC Bayern an der Säbener Straße.

Ungeduldig blickte er auf die Digitaluhr an der Wand des fensterlosen Raums und wartete auf den für elf Uhr angesetzten Start des Gesprächs mit den Journalisten vor der Bundesliga-Partie bei Borussia Dortmund (Sa., ab 15 Uhr LIVE).

In dem Moment, als die Uhr 11:00:00 zeigte, legte van Gaal los: "Fangen wir an."

"Wir haben nur einen Tag"

Der Niederländer hat aber auch allen Grund, hastig zu sein. Denn vor der Partie im mit 80.000 Fans ausverkauften Dortmunder Stadion will er so viel Zeit wie möglich mit seiner Mannschaft verbringen.

"Wir haben nur einen Tag, das ist sehr schwierig" sagte van Gaal, der am Donnerstag nach seinem Heimaturlaub erstmals wieder auf dem Rasen des Trainingsgeländes stand und nach zehntägiger Länderspielpause seinen Kader anleitete:

"Alle sind fit, das ist sehr gut", sagte er.

Wohl kein "Robbery" von Beginn an

Einige sind aber wohl doch fitter als andere. Deshalb sei auch nicht damit zu rechnen, dass die neue Bayern-Flügelzange Robben/Ribery ("Robbery") von Beginn an aufläuft.

"Das ist immer möglich", sagt der Coach zwar, räumt aber ein: "Robben ist fitter. Die Chance, dass er von Beginn an spielt, ist größer."

Schuld daran ist zum Teil Raymond Domenech. Der französische Nationaltrainer ließ Ribery beim Quali-Spiel in Serbien nur 13 Minuten spielen. "Das war nicht viel", stellte van Gaal lapidar fest, der es bevorzugt, wenn seine Nationalspieler für ihre Länder durchspielen.

Klose fällt aus

Obwohl Miroslav Klose für Deutschland auch nur 45 Minuten im Einsatz war empfahl er sich per Doppelpack nachdrücklich.

In Dortmund muss der Stürmer aber erstmal passen, weil er sich "nicht hundertprozentig fit" fühlt. Van Gaal verordnete Klose zudem ein einwöchiges Aufbauprogramm.

Beim Champions-League-Spiel der Bayern am Dienstag im israelischen Tel Aviv gegen Maccabi Haifa wird der Angreifer demnach ebenfalls nicht zur Verfügung stehen.

"Mit Gomez, Olic, Müller, Ribery sowie Robben habe ich aber trotzdem genügend Qualität in der Offensive zur Verfügung", betonte van Gaal.

Lahm bei Bayern auf rechts

Der starken Auftritt von Philipp Lahm, der im Nationaltrikot eine Halbzeit lang seine frühere Heimat auf der linken Abwehrseite beackerte, hat unterdessen keinen Einfluss auf die Pläne van Gaals:

"Philipp Lahm spielt beim FC Bayern rechter Verteidiger", stellte er unmissverständlich fest und sorgte sich vielmehr um die Psyche seiner Spieler.

Klopp will "Vollgas-Veranstaltung"

"Die Fitness ist nicht das Problem, der Fokus ist das Problem", blickte er auf mögliche Schwierigkeiten in Dortmund voraus.

Innerhalb von nur zwei Trainingseinheiten die Konzentration von der Nationalmannschaft auf den nächsten Bundesliga-Gegner umzustellen, sei keine leichte Aufgabe, auch weil der BVB "eine sehr starke Mannschaft ist".

Zumal Borussen-Trainer Jürgen Klopp seine Spieler ordentlich heiß macht (Mats Hummels im Sport1.de-Interview). "Wenn es nach mir geht, wird das eine Vollgas-Veranstaltung. Wir werden uns mit allem wehren, was uns zur Verfügung steht", kündigte Klopp an.

"Alle Teams stellen sich hinten rein"

Trotzdem geht van Gaal davon aus, dass seine Mannschaft auch in Westfalen das Spiel machen muss.

"Alle Teams stellen sich gegen uns hinten rein. Das wird auch in Dortmund so sein", erklärte er.

Keine Probleme zwischen Ribery und van Gaal

Deshalb erscheint auch eine frühzeitige Wiedervereinigung von "Robbery" während des Spiels wahrscheinlich.

Zwischenmenschliche Probleme zwischen van Gaal und dem noch vor einer Woche nörgeligen Ribery gibt es angeblich keine. "Ich spreche jeden Tag mit Ribery, zu mir hat er nichts gesagt", erwiderte van Gaal, angesprochen auf ein Zeitungsinterview des Franzosen:

"Das war für mich niemals ein Thema, denn ich weiß ja gar nicht, in welchem Kontext die die Journalisten seine Worte benutzt haben."

Sprachs und entschwand - um jede verbleibende Minute mit seiner Mannschaft zu nutzen.

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