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Jerome Boateng wechselte 2007 von Hertha BSC Berlin zum Hamburger SV © getty

Jerome Boateng spricht im Sport1.de-Interview über seine Rolle in der U 21, seine Zukunftsplanungen und Trainer Bruno Labbadia.

Von Daniel Rathjen

München - Er ist einer der großen Gewinner beim HSV in dieser Saison. Denn in der vergangenen Spielzeit war Jerome Boateng unter Martin Jol nur Ergänzungsspieler und kam nur selten zum Einsatz.

Doch mit einer starken U-21-Europameisterschaft spielte sich der Youngster in den Vordergrund und erhält unter dem neuen Trainer Bruno Labbadia auch in der Bundesliga das Vertrauen.

Im Interview mit Sport1.de spricht Boateng über die Niederlage mit der U 21 gegen Tschechien, seine Zukunftsplanungen und die Rolle als U-21-Kapitän.

Vorm Heimspiel gegen den VfB Stuttgart (Sa., ab 18 Uhr LIVE) geht er auch auf den Höhenflug beim HSV ein.

Sport1.de: Herr Boateng, Sie befinden sich in einer turbulenten Woche. Haben Sie Lehren für sich aus dem Spiel mit der U 21 gegen Tschechien gezogen?

Jerome Boateng: Wir haben uns die Partie natürlich anders vorgestellt und hätten das Spiel gerne gewonnen. Eine Schlüsselszene war sicherlich die Situation zum 0:2, doch wir können ja jetzt nichts mehr daran ändern. Wir werden jetzt aber sicher nicht in Hektik verfallen und alles infrage stellen. Es sind noch genügend Spiele, in denen wir wieder besser spielen können.

Sport1.de: Sie wirken in Ihrem jungen Alter unglaublich routiniert. Sind Sie jemals nervös vor einem Spiel?

Boateng: Natürlich kribbelt es auch bei mir, wenn ich in den Katakomben stehe und dann ins Stadion einlaufe. Wenn der Anpfiff ertönt, versuche ich mich dann jedoch komplett auf meine Aufgabe zu konzentrieren. Es ist einfach meine Art, so zu spielen, wie ich spiele.

Sport1.de: Rainer Adrion hat Sie zum Kapitän ernannt. Wie versuchen Sie in dieser Rolle, auf Ihre Mitspieler einzuwirken?

Boateng: Das Wichtigste ist, dass man gute Leistungen zeigt. Aber ich freue mich natürlich, dass der Trainer mir das Vertrauen schenkt. Als Kapitän muss man auf dem Platz vorangehen und ist sicher auch außerhalb gefragter. Wenn jüngere Spieler auf mich zukommen, gebe ich gerne Tipps weiter oder sage meine Meinung.

Sport1.de: Viele Ihrer jungen Kollegen haben einen exakten Karriereplan im Kopf, wollen etwa möglichst viele Titel gewinnen oder Auslandserfahrung sammeln. Sie auch?

Boateng: Wenn man Titel gewinnen möchte, ist das ja kein schlechter Plan, finde ich. Ich möchte auch möglichst schnell mit dem HSV einen Titel gewinnen. Was das Ausland angeht, mache ich mir aber keine Gedanken. Ich fühle mich beim HSV sehr wohl. Ich denke, wir haben sehr gute Fortschritte gemacht in den vergangenen Jahren. Und so soll es weiter gehen. Dabei möchte ich helfen.

Sport1.de: Joachim Löw hat angekündigt, Sie schon bald in die A-Nationalmannschaft zu holen. Geht damit ein Traum in Erfüllung?

Boateng: Wenn es soweit sein sollte, dann auf jeden Fall. Natürlich ist es eine tolle Nachricht, wenn man so etwas hört. Sicher haben meine guten Spiele bei der U-21-Nationalmannschaft und im Verein dazu beigetragen. Deshalb werde ich auch in Zukunft weiter hart an mir arbeiten.

Sport1.de: Die Schulterklopfer nehmen aktuell zu, wie ordnen Sie das Lob ein?

Boateng: Ich weiß genau, wer meine Freunde sind und auf wen ich mich verlassen kann. Das ist auch und gerade in einer Zeit wichtig, in der vieles gut läuft.

Sport1.de: Bruno Labbadia lässt Sie auf Ihrer Wunschposition als Innenverteidiger agieren. Welchen Eindruck macht der Trainer auf Sie?

Boateng: Man kann schon sagen, dass ich vom Trainerwechsel profitiert habe. Bruno Labbadia arbeitet mit uns sehr akribisch und weiß genau, was er möchte. Zudem legt er sehr viel Wert auf taktische Dinge im Training. Ich denke, man hat zuletzt gesehen, dass wir gut gearbeitet haben. Ich hoffe, dass wir das in den kommenden wichtigen Wochen weiterhin zeigen können.

Sport1.de: Was sagen Ihre Kollegen von der U 21 dazu, dass der HSV nach vier Spieltagen Tabellenführer ist?

Boateng: Naja, das eine oder andere Lob habe ich schon bekommen. Aber letztlich sind ja erst vier Spieltage absolviert. Natürlich haben wir einen guten Start erwischt, aber wir können die Situation realistisch einschätzen und wissen, dass wir noch viel Arbeit vor uns haben.

Sport1.de: Wie schätzen Sie den nächsten Gegner, den VfB Stuttgart, ein?

Boateng: Der VfB hat einen starken und ausgeglichenen Kader. Die Stuttgarter haben nicht umsonst eine starke letzte Saison gespielt und sich für die Champions League qualifiziert. Wir wissen also, dass eine schwere Aufgabe auf uns wartet. Wir spielen aber zu Hause vor unseren Fans und wollen die Partie unbedingt gewinnen. Ich bin davon überzeugt, dass es ein spannendes Spiel wird.

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