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Arsene Wenger ist seit 1996 Trainer von FC Arsenal London © getty

Mit Empörung hat Arsenals Teammanager auf die Kritik an der Transferpolitik reagiert. Bayerns Boss hatte von "Kinderhandel" gesprochen.

München - Mit Empörung hat Teammanager Arsene Wenger auf die Kritik von Karl-Heinz Rummenigge an der Transferpolitik des 13-maligen englischen Meisters FC Arsenal reagiert.

"Ich bin überrascht über so ein aggressives Statement, das mit der Realität nichts zu tun hat", sagte der 59 Jahre alte Elsässer dem "Spiegel".

Bayern Münchens Vorstandsboss hatte im Zusammenhang mit Arsenal von "Kinderhandel" und "Kidnapping" gesprochen.

"Wir geben Jugendlichen eine Chance"

"Wir holen pro Jahr nur zwei, drei Spieler. Und wenn wir Jugendliche holen, dann geben wir ihnen eine richtige Chance", meinte Wenger.

"Das alles kann man von Bayern nicht behaupten. Ich bin bestürzt über solch einen Blödsinn."

Rummenigge hatte Ende April dieses Jahres harsche Kritik geübt:

"Ein Arsene Wenger holt offenbar jedes Jahr Heerscharen von Spielern aus Frankreich und sonst woher", hatte Rummenigge, Chef der europäischen Klub-Vereinigung ECA, der "Sport Bild" gesagt.

Rummenigge: "Kinderhandel"

"Dieser Art von Kinderhandel gilt es Einhalt zu gebieten. Das hat inzwischen ja Ausmaße angenommen, da ist das Wort Kidnapping nicht mehr weit."

Als Beispiel nannte der Bayern-Boss den Transfer von Arsenal-Kapitän Cesc Fabregas, der im Alter von 15 Jahren vom FC Barcelona zu den Gunners gewechselt war.

Die Diskussion hatte durch die angeblichen Praktiken des Ballack-Klubs FC Chelsea, dem wegen der Umstände des Transfers des Franzosen Gael Kakuta ein Transferverbot auferlegt wurde, und des englischen Meisters Manchester United neue Nahrung erhalten.

Wenger kritisiert FIFA

Wenger äußerte Bedenken gegenüber dem Vorgehen des Weltverbandes FIFA, der derzeit Transfers minderjähriger Fußballer strenger überwacht und das Wildern zumeist europäischer Großklubs hart bestraft.

"Den moralischen Antrieb verstehe ich. Aber wo ist das Problem, wenn ein Jugendlicher von Lens nach London geht und die Strukturen in dem englischen Klub in Ordnung sind? Die Verbände haben die Macht, das zu kontrollieren", erklärte der Franzose.

"Bei Arsenal bekommen die Jugendlichen eine gute fußballerische und eine hervorragende soziale Ausbildung. Sie leben bei Gasteltern, die wir über Jahre ausgewählt haben. Wir bei Arsenal verpflichten keine Spieler unter 16 Jahren."

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