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Mladen Petric (M.) erzielte gegen den VfB Stuttgart den 1:0-Führungstreffer © imago

Die Hamburger trotzen dem Verletzungspech und spielen Stuttgart teilweise an die Wand. Den Schwaben "droht das Mittelmaß".

Hamburg - Die Tabellenführung erfolgreich verteidigt, den Gegner streckenweise an die Wand gespielt und die heimische Arena erneut als Galabühne genutzt:

"Spitzenreiter, Spitzenreiter", hallte es den tanzenden Profis des Hamburger SV nach dem 3:1 (1:0)-Sieg gegen den VfB Stuttgart von den Rängen entgegen.

Mit Biss, Einsatz und Spielfreude wurden die Verletzungsschocks um Paolo Guerrero und Collin Benjamin abgeschüttelt.

Am Ende stand der beste HSV-Start in 46 Jahren Bundesliga-Zugehörigkeit.

Drohung an die Konkurrenz

"Natürlich ist die Meisterschaft unser großer Traum", sagte der einmal mehr überragende Eljero Elia zur insgesamt 100. Hamburger Tabellenführung seit Ligagründung 1963.

Mannschaftskapitän David Jarolim schickte eine Drohung an die Konkurrenz hinterher:

"Wir können noch mehr. Das 3:1 ist ein tolles Ergebnis. Ein vierter Treffer wäre aber noch schöner gewesen."

Kreuzbandriss-Schock verdaut

15:6 Tore, 13 Punkte - der HSV berauscht sich derzeit an sich selbst.

Nicht einmal die Kreuzbandrisse von Guerrero und Benjamin warfen das Team aus der Bahn.

Dabei hatte manch Beobachter befürchtet, dass vor allem Guerreros malader Knie-Stabilisator das Hamburger Erfolgskonstrukt ins Wanken bringen könnte.

Auch wenn der Peruaner sportlich fehlt, könnte das Gegenteil der Fall sein.

Rost: "Richtige Reaktion"

"Paolo war in einer überragenden Form. Aber wir sind durch die Verletzungen noch enger zusammengerückt. Jeder gibt Gas und will sich beweisen. Es muss weitergehen", äußerte Jarolim.

Torhüter Frank Rost ergänzte: "Das war die richtige Reaktion auf die bitteren Nachrichten der vergangenen Woche. Der Sieg war auch ein Stück weit für Paolo und Collin."

Bei Trainer Bruno Labbadia war neben der Freude über den Erfolg gegen den VfB allerdings auch ein merkliches Unbehagen über die nach den Verletzungen entstandene Personalsituation zu spüren.

Nur noch zwei Stürmer zur Verfügung

"Das wird uns die gesamte Saison lang begleiten. Wir haben noch 29 Spiele in der Bundesliga, wollen in der Europa League und im DFB-Pokal so weit wie möglich kommen - daher sind die Ausfälle gravierend."

So stehen dem Coach in Mladen Petric und Marcus Berg nur noch zwei gestandene Stürmer zur Verfügung.

Folgerichtig wollten die Hanseaten, die am Donnerstag zum Start der Gruppenphasen in der Europa League bei Rapid Wien ranmüssen, auch die Verpflichtung derzeit vertragsloser Profis nicht ausschließen.

Smolarek im Gespräch

Zuletzt wurde bereits der frühere Dortmunder Ebi Smolarek gehandelt. "Wir werden intern besprechen, ob wir noch etwas machen. Wir nehmen uns die dafür nötige Zeit. Noch ist nichts entschieden", sagte Klubchef Bernd Hoffmann.

Mit ganz anderen Problemen haben indes die Stuttgarter, die den HSV-Treffern von Petric (30.), Elia (58.) und Ze Roberto (90. +1) einzig das zwischenzeitliche 1:2 durch Pavel Pogrebnjak (62.) entgegensetzen konnten, zu kämpfen.

Stuttgart "droht das Mittelmaß"

Nur ein Sieg steht für die Schwaben bisher zu Buche. Vor dem Champions-League-Auftakt am Mittwoch gegen die Glasgow Rangers scheint der VfB noch weit von der Königsklassen-Form entfernt.

"Es ist mir ein Rätsel, warum wir nach dem 0:1 den Faden verloren und so schlampig gespielt haben. Der letzte Wille hat gefehlt", schimpfte Stuttgarts Trainer Markus Babbel.

Kapitän Thomas Hitzlsperger fügte hinzu: "Wenn wir uns nicht schnell steigern, droht uns das Mittelmaß. Wir müssen zeigen, dass wir zu Recht in der Champions League dabei sind."

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