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Als "Mutter" das Ausraster gilt Rudi Völler. Der damalige Bundestrainer flippt im September 2003 im Fernsehstudio aus
Rudi Völler wechselte 1994 als Spieler von Olympique Marseille zu Bayer Leverkusen © getty

Rudi Völler freut sich im DSF-Doppelpass über die Tabellenführung, bleibt aber realistisch. Verständnis hat er für Joachim Löw.

München - Rudi Völler hätte allen Grund, sich selbst auf die Schulter zu klopfen.

Nach dem unruhigen Frühjahr mit der verpassten Qualifikation für den internationalen Wettbewerb und dem Disput mit dem damaligen Coach Bruno Labbadia hatte Bayer-Sportdirektor Völler in der Sommerpause viele Rätsel zu lösen.

Das ist ihm mit der Verpflichtung von Trainer-Veteran Jupp Heynckes bestens gelungen.

Auch ohne den langzeitverletzten Patrick Helmes überzeugt Bayer mit attraktivem Offensivfußball und steht nach fünf Spieltagen auf Platz zwei der Tabelle.

"Niederlage wirft uns nicht um"

Für Völler ist das aber noch kein Grund, abzuheben. "Wir gehen mit der momentanen Tabellensituation sehr realistisch um", sagte Völler im DSF-Doppelpass, freute sich aber über die gute Ausganslage nach dem erfolgreichen Start:

"Man wird auch mal wieder ein Spiel verlieren, aber das wirft uns dann nicht um."

Sport1.de hat die wichtigsten Aussagen Völlers zusammengefasst. Rudi Völler im im DSF-Doppelpass über...

die mögliche Euphorie bei Bayer 04 Leverkusen:

"Wir gehen mit der momentanen Tabellensituation sehr realistisch um. Wir wissen ja auch, dass wir im Grunde alle ein bisschen davon abhängig sind, wie es bei Bayern München läuft. Da sind wir uns ja alle einig, Bayern München hat ja mit Abstand den besten Kader."

den Kader von Bayern München:

"Die Möglichkeiten bei Bayern sind ja unglaublich, was da noch auf der Bank sitzt oder gar nicht mit im Kader ist. Aber als Bayern München, mit den Zielen, die sie sich gesteckt haben, braucht man aber auch so einen Kader."

die Rolle als Gejagter in der Tabelle

"Es tut ja erstmal gut. Nach fünf Spieltagen kommt man wieder runter und es kommt natürlich eine gewisse Gelassenheit rein. Es hilft natürlich. Man kann dann auch einen Rückschlag haben, man wird auch mal wieder ein Spiel verlieren, aber das wirft uns dann nicht um. Ich habe das Gefühl, dass wir etwas stabiler und kompakter sind, als im letzten Jahr."

die Verpflichtung von Jupp Heynckes:

"Es ist in den Gesprächen vor der Verpflichtung rüber gekommen, dass Jupp Heynckes noch brennt. In Sachen von Fußballkompetenz gibt es bei ihm sowieso keine Diskussion, die war bei ihm auch immer schon vorhanden. Dieses Gefühl, ich will noch mal dabei sein, ich habe noch mal Blut geleckt in den fünf Spielen für Bayern, das hat ihm richtig gut getan und deshalb war er auch sofort begeistert."

den "gereiften" Jupp Heynckes:

"Jupp Heynckes war ja in jungen Jahren immer sehr verbissen - was er immer gut gemeint hat. Aber jetzt sieht er aus vielen Erfahrungsmomenten heraus viele Dinge gelassener. Und wenn es jetzt mal nicht so läuft, dann bin ich fest überzeugt, dass sich im Umgangston nichts ändern wird und weiter hart gearbeitet wird."

Rene Adler und seine Chancen in der Nationalmannschaft:

"Wir sind erstmal natürlich froh, dass wir Rene Adler in Leverkusen haben. Er hat das Zeug die Nummer eins in der deutschen Nationalmannschaft zu werden. Das hat er auch in den letzten beiden Länderspielen und in der Bundesliga unter Beweis gestellt. Aber die Konkurrenz ist groß. Da ist ja nicht nur Robert Enke, sondern auch die anderen beiden (Manuel Neuer und Tim Wiese, Anm. d. Red.). Es ist sicherlich für den Bundestrainer nicht einfach, den Richtigen zu finden."

die Nichtnominierung Stefan Kießlings:

"Als Bundestrainer hat man ja auch schon vor der Nominierung eine Vorstellung des Kaders. Da war Stefan Kießling anscheinend nicht dabei. Und dann trifft er Woche für Woche. Da hat Joachim Löw sicherlich mit sich gerungen. Ich weiß es auch von Löw selbst, dass er es sich sehr schwer gemacht hat. Kießling hat aber immer noch die Chance auf den WM-Zug aufzuspringen, wenn er so weiter macht. Das weiß er auch."

die Problematik der Länderspiele während der Saison:

"Die Diskussion, dass viele Vereine unzufrieden mit der Abstellung von Nationalspielern sind, gibt es ja schon lang. Aber die Vereine haben das nicht zu entscheiden. Das entscheidet dann letztendlich die FIFA. Da gibt es dann keine Toplösung, dass ist sehr schwierig. Aber die Politik der kleinen Schritte ist nicht schlecht. Dass in der nächsten Saison Länderspiele unter der Woche schon dienstags sind, das ist schon ein sehr großer Gewinn für die Vereine."

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