In seiner Sport1.de-Kolumne prophezeit Huub Stevens HSV-Star Elia eine große Zukunft. Wolfsburg bereitet ihm allerdings Sorgen.

Hallo Fußball-Freunde,

ich bin Realist. Und deswegen war für mich gar nicht so wichtig, dass Franck Ribery in die Arme von Louis van Gaal gesprungen ist.

Viel wichtiger war, dass der FC Bayern in Dortmund überhaupt so deutlich gewonnen hat.

Gut, Riberys Freudensprung war auf jeden Fall ein Zeichen an den Trainer.

Ich weiß wie van Gaal arbeitet. Er ist geradlinig, aber immer respektvoll gegenüber seinen Spielern. Womöglich hat das jetzt auch Ribery begriffen und wollte das öffentlich demonstrieren.

Damit dürften zumindest vorerst alle Unstimmigkeiten aus dem Weg geräumt sein. Ribery wird sich nun voll auf seine Arbeit konzentrieren.

Die Jubelgeste hat gezeigt: Er ist mit den Gedanken bei Bayern München und hat sicherlich keinen anderen Verein mehr im Kopf.

An der Tabellenspitze steht jedoch nicht der FCB, sondern weiterhin mein Ex-Klub Hamburger SV.

Und das völlig zu Recht. Denn der HSV hatte bereits eine Grundlage an Qualität im Kader. Hier und da hat er sich dann noch verstärkt.

Gerade Eljero Elia kommt immer besser in Fahrt. Es ist zwar einfach zu sagen: Ich habe es ja schon immer gewusst. Aber Elia saß schon bei mir zu Hause im Wohnzimmer, als er 19 Jahre alt war.

Ich wollte ihn unbedingt zu Roda Kerkrade holen und habe mit ihm verhandelt. Damals habe ich schon gesehen, dass bei ihm enormes Potenzial vorhanden ist.

Dann ist er doch zu Twente Enschede gegangen, was ihm Nachhinein wohl auch die richtige Entscheidung war.

Aber ich traue ihm immer noch sehr viel zu. Wenn er von schlimmen Verletzungen verschont bleibt, hat er das Zeug zu einem Superstar in der Bundesliga.

Es ist immer schwierig, Spieler zu vergleichen. Aber Eljero hat die Fähigkeiten und auch die Schnelligkeit von Arjen Robben.

Klar, Robben ist erfahrener, aber von der Spielanlage sind sie sich ähnlich.

Solch eine gute Form wie der HSV würde sich der VfL Wolfsburg gerade sicher wünschen. Aber der Meister schwächelt.

Ich bin gespannt, wie er jetzt mit der Belastung durch die Champions League klarkommt. Das ist alles andere als einfach.

Es geht vielleicht gut, wenn du in der Liga die Punkte holst. Aber Wolfsburg hat dreimal in Folge verloren! Und jetzt kommt die doppelte Drucksituation.

Auch bei einem anderen Verein, der in der vergangenen Saison noch oben dabei war, läuft es alles andere als rund: Hertha BSC.

Die Leistung des Vorjahres zu bestätigen, ist immer das schwierigste. Nach oben zu kommen, ist nicht so schwer. Aber oben zu bleiben umso mehr.

Das bekommt der 1. FC Köln ebenso zu spüren. Gegen Schalke hätte der Klub durchaus einen Punkt verdient gehabt. Das sah nicht schlecht aus.

Trotzdem beunruhigt mich die Situation etwas. Die Verantwortlichen müssen auf jeden Fall wachsam sein.

In der Saison 2005/06 hatten die Kölner auch Qualität im Kader und haben nicht so schlecht gespielt, um am Ende abzusteigen.

Ich hoffe nicht, dass es so weit kommt. Denn die Chance für den Verein ist in dieser Saison da, mindestens einen Mittelfeldplatz zu belegen.

Es bleibt spannend.

Bis nächste Woche,Euer Huub Stevens

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