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Lukas Podolski erzielte gegen Schalke ein Tor, vergab aber eine Großchance © getty

Der Stürmer trifft, doch der FC gerät immer tiefer in die Krise. "Poldi" wird gelobt, Trainer Soldo wird in den Medien verhöhnt.

Köln - Das ganze Umfeld beim 1. FC Köln ist schon wieder in Aufruhr, doch der Heilsbringer beruhigt das Fußball-Volk.

"Ihr müsst Euch keine Sorgen machen", sagte Lukas Podolski nach dem 1:2 (1:1) gegen Schalke 04.

Trotz seines ersten Liga-Treffers im FC-Trikot seit dem 13. Mai 2006 verlor der FC im fünften Spiel zum vierten Mal und bleibt mit nur einem Punkt Schlusslicht. (DATENCENTER: Tabelle und Ergebnisse)

"Wenn man Letzter ist, kann man nichts schönreden oder schönschreiben", stellte Podolski nach der erneuten Pleite fest.

"Es tut mir leid für Poldi und Henke"

Tröstende Worte kamen am Montag von Podolskis ehemaligem Arbeitgeber aus München.

"Die Kölner haben sehr viel gearbeitet auf dem Platz, deshalb tut es mir leid für Poldi und auch für Michael Henke. Beide haben bei uns gute Arbeit geleistet, aber das Geschäft ist nicht immer fair", sagte FC-Bayern-Chef Karl-Heinz Rummenigge dem DSF.

"Das war vorauszusehen, dass sich alles auf Poldi fokussiert. Aber er wird ganz gut damit fertig. Er war am Sonntag der beste Mann auf dem Platz, hat gut gespielt, ein schönes Tor gemacht, mehr kann man von ihm nicht erwarten", so Rummenigge.

Ein schwacher Trost

"Das Tor war sicher die Wende für Poldi", meinte sein Sturmpartner Milivoje Novakovic.

Für Podolski, der den erneuten Ausgleichstreffer zum 2:2 auf dem Fuß hatte, war dies nur ein schwacher Trost.

"Drei Punkte wären mir lieber gewesen", meinte er: "Aber wir haben gut gespielt. Und die Fans haben uns wenigstens nicht ausgepfiffen."

Weiße Trikots als Hoffnung

Hoffnung macht dem "Prinzen" aber die Rückkehr zu den weißen Trikots, die der FC erstmals in dieser Saison trug.

"Köln hat schon zu Wolfgang Overaths Zeiten in weißen Trikots gespielt", sagte er mit Verweis auf seinen heutigen Präsidenten: "Das sollten wir beibehalten, auch wenn es heute noch kein Glück gebracht hat."

Meier: "Das ist Hokuspokus"

Für Michael Meier ist dieser Aberglaube schlicht und einfach "Hokuspokus. Da kann man auch einen Voodoo-Tanz aufführen", sagte der Manager.

"Die Situation ist nicht rosig", weiß Meier: "Das kann man nicht wegdiskutieren. Da ist eine gewisse mentale Härte erforderlich."

"Oh, Soldo mio!"

Ein kleiner Vorgeschmack, was sie die kommende Woche im Blätterwald erwartet, erhielten der Manager und sein Trainer Zvonimir Soldo schon am Montag.

Vom "Sieglos-Soldo", der wackele, war in der "Bild" die Rede. "Oh, Soldo mio!", klagte der "Express".

Magath ermutigt seinen "Schüler"

Nach der Niederlage gegen Schalke erhielt der Kroate zumindest väterlichen Zuspruch von seinem alten Lehrmeister aus Stuttgarter Tagen.

Schalke-Coach Felix Magath legte seinem ehemaligen Spieler die Hand auf die Schulter und meinte: "Junge, du brauchst einfach nur ein Erfolgserlebnis."

Dafür melden sich schon die ersten TV-Experten mit schlauen Tipps zu Wort.

Ex-Nationalspieler Stefan Effenberg sprach dem Bundesliga-Novizen Soldo gar schon die Trainertauglichkeit ab.

Effenberg kritisiert Kölns Coach

"Als Trainer musst Du laut sein. Ein Killer", meinte der "Tiger" bei "Sky": "Ein Trainer muss eine Persönlichkeit haben. Das sehe ich bei Soldo nicht."

Darauf angesprochen schüttelte Meier nur den Kopf. "Das ist eben seine Meinung", sagte er.

"Soldo raus"-Rufe waren am Sonntag noch nicht zu hören. In den Medien wird die Zukunft des Trainers aber schon infrage gestellt.

Schorch fordert Taten

Dem Trainer zur Seite sprang Christopher Schorch, der nach seinem Wechsel von Real Madrid ein ordentliches Stammelf-Debüt als rechter Außenverteidiger gab.

"Der Trainer stellt uns gut ein und macht uns auch mal zur Sau, wenn es sein muss", sagte er, ohne Effenbergs Charakter-Vorwurf bis dahin vernommen zu haben.

Vor allem nahm Schorch aber sich und seine Kollegen in die Pflicht. Die Schulterklopfer nach der unglücklichen Niederlage gefielen ihm gar nicht.

"Wir können nicht immer nur reden, reden, reden", meinte er: "Wir können nicht immer nur sagen, wir haben gut gespielt. Wenn ich nicht gewinne, kann ich nicht zufrieden sein. Wir haben ein Riesenpotenzial, nur müssen wir es auch mal zeigen."

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