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Luca Toni (l.) und Franck Ribery kamen 2007 gemeinsam zum FC Bayern © imago

Der Italiener glaubt weiter an eine Zukunft beim FC Bayern. Ribery denkt nun doch nicht an eine schnelle Vertragsverlängerung.

Vom FC Bayern berichtet Daniel Rathjen

München - Der Konkurrenzkampf ist groß.

Im System von Bayern-Trainer Louis van Gaal gibt es nur einen Platz für einen Angreifer seiner Art - das Sturmzentrum.

Und dann gibt es aber noch Mario Gomez und Miroslav Klose und Ivica Olic und Thomas Müller.

Luca Toni ist bislang nur Stürmer Nummer fünf, langwierige Achillessehnenprobleme warfen ihn zurück.

Er hat Trainingsrückstand und in dieser Saison noch keine Minute gespielt.

"Bin überzeugt von meiner Qualität"

Während seine Teamkollegen das erste Gruppenspiel gegen Maccabi Haifa in der Champions League bestritten, saß der Weltmeister von 2006 nur vor dem Fernseher.

Trotzdem glaubt der Italiener an eine Zukunft in München. Er kämpft und will van Gaal von seinen Torjäger-Qualitäten überzeugen.

"Ich weiß, dass ich nicht sein Idealstürmer bin. Es kann aber sein, dass der Trainer seine Meinung ändert", sagte der 32-Jährige in der Fernsehsendung "Blickpunkt Sport".

Toni ergänzt: "Ich bin überzeugt von meiner Qualität. Ich werde alles tun, um dem Trainer zu zeigen, dass ich der Stärkste bin."

Einsatz bei Scholl?

Dafür würde er sogar einen zwischenzeitlichen Abstieg in die Dritte Liga in Kauf nehmen (DATENCENTER: Bundesliga).

Er erwägt ernsthaft, für die von Mehmet Scholl betreuten "kleinen Bayern" gegen Jahn Regensburg anzutreten: "Ich habe große Lust, da zu spielen. Ich will den Wettkampf", so Toni.

Was er leisten kann, hat Toni in den ersten beiden Spielzeiten beim FC Bayern gezeigt. 38 Tore in 56 Bundesligaspielen sprechen eine deutliche Sprache.

"Das erste Jahr war genial", sagt der Stürmer deshalb auch rückblickend. Ihm sei jedoch auch klar, dass Hochs und Tiefs einfach Teil einer Karriere seien.

Mit einem möglichen Wechsel in der Winterpause auch zur Wahrung seiner Chancen auf eine WM-Teilnahme 2010 in Südafrika will er sich aktuell nicht beschäftigen.

"Ich will alles für Bayern geben. Ich will weiterhin hier die Tore schießen. Ich sehe mich dazu in der Lage."

Ribery hat keine Eile

Gleiches gilt ohne Frage auch für Franck Ribery. Doch wie lange er noch in München agiert, ist ebenfalls fraglich.

Stellte der Franzose nach seiner Liebes-Demonstration per Sprung in die Arme von van Gaal noch eine schnelle Vertragsverlängerung in Aussicht, ist davon nun schon keine Rede mehr.

Ribery fühle sich falsch verstanden. "Ich wollte nur ausdrücken, dass es mir im Moment gut gefällt. Und vor allem, dass ich wirklich kein Problem mit dem Trainer habe", sagte er der "tz".

Bei Vertragsgesprächen verspüre er keine Eile.

"Es geht mir nicht darum, dass ich morgen oder übermorgen meinen Vertrag verlängere. Das ist jetzt kein Thema. Jetzt beginnen die englischen Wochen. Aber ich bin grundsätzlich gesprächsbereit."

Poker um "Real-Klausel"

Dass die Bayern-Verantwortlichen den Dribbelkönig gerne über 2011 hinaus halten wollen, ist bekannt.

Der Poker könnte sich jedoch als schwierig herausstellen. Eine sofortige Gehaltserhöhung - derzeit verdient Ribery ungefähr 7 Millionen Euro pro Jahr - würde wohl kaum ausreichen.

Die "Bild" spekuliert deshalb mit einer "Real-Klausel", nach der der 26-Jährige für eine festgelegte Ablöse zu seinem Lieblingsklub wechseln darf.

Einen Vorteil hätten beide Parteien: Ribery verdient umgehend mehr und darf auf jeden Fall gehen, wenn die Madrilenen die Ablöse zahlen.

Die Bayern wiederum könnten bei einem vorzeitigen Abgang mit einem festen Betrag rechnen.

Ein bis 2013 oder 2014 laufender Vertrag würde eine Ablöse zwischen 70 und 90 Millionen Euro rechtfertigen.

"Wir werden die Dinge in Ruhe diskutieren", sagt Vorstands-Boss Karl-Heinz Rummenigge.

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