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Mario Gomez erzielte in dieser Saison bislang fünf Pflichtspieltore © imago

Gomez ist beim FC Bayern plötzlich nur noch Herausforderer. Auch bei anderen machen sich Anzeichen der Unzufriedenheit bemerkbar.

Vom FC Bayern berichtet Daniel Rathjen

München - Zähneknirschend nahm Mario Gomez auf der Ersatzbank Platz.

Gegen Maccabi Haifa vertraute Trainer Louis van Gaal Ivica Olic von Beginn an im Sturmzentrum 152409(Die Bilder des Spiels).

Das hatte bis dato Gomez fest für sich beansprucht. Nun macht sich erste Unzufriedenheit breit.

"Der Platz auf der Bank kann nicht mein Anspruch sein. Deswegen bin ich nicht zum FC Bayern gekommen", sagt der Angreifer zur "tz".

Insgesamt 35 Millionen Euro haben die Münchner dem VfB Stuttgart für den Angreifer überwiesen.

Momentan hat jedoch der ablösefrei vom Hamburger SV gekommene Olic die Nase vorn, weil er sich unermüdlich reinhängt, niemals aufgibt und Torgefahr ausstrahlt.

Standpauke in der Halbzeit

Auch Gomez trifft kontinuierlich (fünf Pflichtspieltore), zog sich dagegen zuletzt aber öfter den Unmut des harschen van Gaal zu.

In der Halbzeit des Spiels gegen Borussia Dortmund (5:1) soll der Trainer den Star vor versammelter Mannschaft zusammengestaucht haben. Anschließend hatte er ihn ausgewechselt.

Sein Vorwurf: Gomez verzeichnet zu viele Ballverluste.

Immerhin zeigt sich "Super-Mario" einsichtig. "Ich habe vielleicht zu viele Bälle verloren. Allerdings habe ich gegen die Borussia auch das wichtige 1:1 gemacht, so dass wir ruhig in die Pause gehen konnten", sagte er im "kicker" trotzig.

"Ich muss das akzeptieren"

Die vorläufige Verbannung auf die Bank schmeckt ihm gar nicht: "Ich muss die Entscheidung akzeptieren, bin aber sicher nicht erfreut."

Für ihn sei das aber noch kein Weltuntergang. "Ich habe keine Krise. Ich mache mich nicht verrückt", stellt er klar. Er wolle sich nun "im Training reinhauen, damit ich wieder spiele."

"Mir war klar, dass ich hier nicht jedes Spiel machen werde, auch wenn ich am liebsten jedes Spiel machen möchte", fügt er an.

Der Konkurrenzkampf beim FC Bayern ist hart, der Kader mit 26 Spielern aufgebläht und die Leistungsdichte enorm hoch.

Konfliktpotenzial und verletzte Eitelkeiten wird es bei dieser Ansammlung guter Fußballer immer geben.

Van Gaal wandelt auf schmalem Grat mit seiner Art, die keine Rücksicht auf prominente Namen vorsieht.

Gomez oder auch Franck Ribery wird er damit künftig auch weiterhin wenig begeistern. Thomas Müller hat aktuell einen Bonus (zum Artikel: 130 Tore in einer Saison).

Hoeneß unterstützt van Gaal

Unterstützung bekommt der Coach jedoch von Uli Hoeneß. Der Manager befürwortet die Rotation und fand es auch "klug", Arjen Robben und Ribery gegen Haifa in der zweiten Halbzeit auszuwechseln.

"Er muss die Leute bei Laune halten", so Hoeneß. Die Lage verschärft sich allerdings noch, wenn nun die Verletzten wieder in die erste Elf drängen.

In Kürze werden Miroslav Klose, Luca Toni und Mark van Bommel im Vollbesitz ihrer Kräfte sein und ihrerseits Druck ausüben.

"Wird kriminell"

"Wenn die anmarschieren, wird es noch krimineller", prophezeit Hoeneß.

Klose verzichtete freiwillig auf den Trip nach Israel, um in der Heimat an seiner Fitness zu arbeiten, Toni zeigt, dass er kämpfen will.

Am Freitag spielt er auf eigenen Wunsch beim FC Bayern II in der Dritten Liga gegen Jahn Regensburg.

Für den 32-Jährigen ist das eine Chance, die nötige Spielpraxis zu sammeln, um möglichst schnell wieder den Anschluss herzustellen.

"Ich muss einfach spielen. Ich brauche den Rhythmus und habe auch große Lust zu spielen", sagt der italienische Nationalspieler.

Für alle Stürmer beim FCB geht es letztlich auch um eine Teilnahme an der Weltmeisterschaft 2010 in Südafrika.

Qual der Wahl gegen FCN

Zunächst steht allerdings das Derby in der Bundesliga gegen den 1. FC Nürnberg auf dem Plan (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabellen).

Fünf Zähler liegen die Bayern hinter Spitzenreiter Hamburger SV zurück. Und gegen den Club hat van Gaal wieder die Qual der Wahl im Angriff.

"Wir sind nicht Tabellenführer, haben Punkte aufzuholen und wissen, dass wir unbedingt nachlegen müssen", sagt Abwehrchef Daniel van Buyten.

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