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Stürmer Edin Dzeko trifft gegen Schalke doppelt: Das 1:0 erzielt er per Kopf © getty

Mit einem Doppelpack stoppt der Stürmer die Wolfsburger Talfahrt. Magath setzt alles auf eine Karte - und verliert.

Gelsenkirchen - Ausgerechnet im Duell mit seinem Meistermacher Felix Magath hat der VfL Wolfsburg dank seines Torjägers Edin Dzeko die Talfahrt in der Bundesliga gestoppt.

Der Titelverteidiger besiegte beim Wiedersehen mit seinem Ex-Trainer dessen neuen Klub Schalke 04 mit 2:1 (0:0) und beendete eine Negativserie von drei Niederlagen.

117 Tage nach dem Triumph mit den "Wölfen" erlitt Magath bei den Königsblauen mit der zweiten Heimpleite der Saison einen schmerzhaften Rückschlag 153422(zur DIASHOW).

Magaths Team zu unerfahren

"Wir haben aber heute nicht verloren, sondern gewonnen - und zwar die Fans. So muss das sein, 90 Minuten Superstimmung", sagte Magath.

"Wir hatten drei, vier, fünf gute Gelegenheiten, aber der Meister war wesentlich effektiver. Meine junge Mannschaft ist vielleicht noch etwas unerfahren", so der Schalker Trainer.

Dzeko als Matchwinner

Dzeko erzielte vor 60.365 Zuschauern in der 55. und 81. Minute die Treffer für den deutschen Meister, der drei Tage nach dem 3:1-Sieg bei seinem Champions-League-Debüt gegen ZSKA Moskau ein weiteres Erfolgserlebnis verbuchte.

"Wir haben ganz gut gestanden und ein recht ordentliches Spiel gemacht", sagte VfL-Coach Armin Veh. "Aber das Spiel war für mich nichts Besonderes. Schalke hat gefightet bis zum Ende."

Zweiter Schalker Heimpleite

Während die Niedersachsen wieder Anschluss an die Bundesliga-Spitzengruppe fanden, verloren die Schalker, für die Benedikt Höwedes (80.) zum zwischenzeitlichen Ausgleich getroffen hatte, den Kontakt zu den beiden Spitzenteams Hamburger SV und Bayer Leverkusen.

Es war die zweite Heimpleite der Saison und die fünfte Niederlage in den letzten sechs Heimspielen.

Magath bringt Überraschungsmann

Felix Magath hatte zum Spiel gegen seinen ehemaligen Arbeitgeber wieder einen Spieler aus dem Hut gezaubert, den niemand auf der Rechnung hatte.

Der 20-jährige Lukas Schmitz aus der Regionalliga-Mannschaft, der vor Saisonbeginn von der Reserve des VfL Bochum nach Schalke gekommen war, kam zu seinem ersten Bundesliga-Einsatz.

Für den defensiven Mittelfeldspieler musste ausgerechnet Christoph Moritz, die erste unerwartete Magath-Entdeckung, weichen. Der 19-Jährige war vom Schalker Trainer und Manager vor dem Bundesliga-Start aus der zweiten Mannschaft völlig überraschend ins Profi-Team befördert worden.

Rafinha kehrt zurück

Sein Comeback für Königsblau gab der Brasilianer Rafinha. Der 24-Jährige war erst am Mittwochabend von einem Sonderurlaub in seiner Heimat zurückgekehrt.

Magath hatte dem Außenverteidiger nach dessen geplatztem Last-Minute-Wechsel Ende August zu Bayern München Zeit gegeben, "um den Kopf frei zu bekommen und seine Dinge zu regeln".

Die Fans empfingen den Brasilianer mit tosendem Beifall, nachdem sie ihn vor drei Wochen noch ausgepfiffen hatten, als die Falschmeldung von seinem Wechsel nach München die Runde machte.

Wolfsburg überlegen

Magath setzte wie schon beim 2:1 in Köln auf einer Dreier-Abwehr und zwei Außenverteidiger, sein Wolfsburger Nachfolger Armin Veh anders als in der Champions League gegen Moskau nur auf einen Zweier-Sturm mit Grafite und Edin Dzeko.

Die Gäste nutzten zunächst ihre Überlegenheit im Mittelfeld und bestimmten die Anfangsphase, ohne jedoch zu klaren Torchancen zu kommen. Einen 20-Meter-Schuss von Christian Gentner parierte Nationaltorwart Manuel Neuer problemlos (21.).

Lenz als Benaglio-Ersatz

Sein Gegenüber Andre Lenz, der den rotgesperrten Diego Benaglio vertrat, musste erstmals in der 29. Minute eingreifen, als er bei zwei von Jefferson Farfan scharf hereingetretenen Eckbällen mit den Fäusten klären musste.

Die beste Chance zur Führung hatte Grafite, dem nach einer Hereingabe von Sascha Riether aber der Ball versprang (38.). Aufregung gab es, als Rafinha nach einem Doppelpass mit Gerald Asamoah im Wolfsburger Strafraum zu Fall kam, Schiedsrichter Manuel Gräfe aber weiterspielen ließ (42.).

Magath setzt alles auf eine Karte

Nach dem Seitenwechsel hatte Lewan Kenia das Schalker 1:0 auf dem Fuß, nach einer Hereingabe von Farfan schoss der Georgier aus zehn Metern aber über das Tor (48.).

Besser machte es auf der anderen Seite Dzeko. In der Schlussphase setzte Magath mit den eingewechselten Stürmern Kevin Kuranyi und Halil Altintop alles auf eine Karte.

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