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Sebastian Freis (vorne) kam vor der Saison vom Karlsruher SC nach Köln © getty

Köln feiert in Stuttgart den ersten Saisonsieg. Das Team von Trainer Soldo nutzt zwei eklatante Fehler der Schwaben eiskalt aus.

Stuttgart - Der VfB Stuttgart befindet sich zunehmend auf dem Weg in eine Krise.

Auch gegen den bisherigen Tabellenletzten 1. FC Köln verpassten die ambitionierten Schwaben ihren angestrebten zweiten Saisonsieg.

Beim 0:2 (0:1) gegen die Rheinländer, die durch die Treffer von Sebastian Freis (25.) und Wilfried Sanou (89.) zu ihrem ersten Dreier kamen und zumindest bis Sonntag Platz 18 verließen, wirkte die Mannschaft von Coach Markus Babbel verunsichert und bisweilen hilflos.

Dem Spielverlauf entsprach das für den VfB deprimierende Ergebnis nicht unbedingt: Von wenigen Kontern der Kölner abgesehen, spielte sich das Geschehen vor 41.000 Zuschauern fast ausschließlich in der Spielhälfte der Gäste ab.

Pfiffe für den VfB

Zunehmend ungeduldig und von Pfiffen des Publikums begleitet versuchten die Stuttgarter, eine Lücke in der sehr gut postierten Abwehr des FC zu finden.

Sie berannten und belagerten den Strafraum aber ohne Fortune und vor allem ohne zündende Idee - in der zweiten Halbzeit schon fast mit dem Mut der Verzweiflung.

Schützenhilfe für Köln

Köln, ohne Torjäger Milivoje Novakovic (Adduktorenprobleme) angereist, wirkte in der Offensive seinerseits harmlos - erhielt aber Schützenhilfe von der VfB-Abwehr:

So brachte Serdar Tasci vor der Führung der Kölner Christian Träsch derart in der Verlegenheit, dass dieser den Ball an Fabrice Ehret verlor, die perfekte Flanke des Mittelfeldspielers nickte Freis unbedrängt ein.

Ehret an den Pfosten

Ohnehin wirkten die Stuttgarter in der Rückwärtsbewegung erneut sehr anfällig. Beinahe wären sie sogar 0:2 in Rückstand geraten, doch Fabrice Ehret traf nur den Pfosten (35.).

Und hätte nicht Podolski bei einem weiteren schnellen Gegenstoß kurz vor der Pause eigensinnig den besser postierten Maniche übersehen, wäre der VfB schon nach 45 Minuten chancenlos gewesen.

Aus einem Meter Entfernung verpasste später auch Freis per Kopf das zweiten Tor für seine Mannschaft (68.).

Für die Entscheidung sorgte dann Sanou. Erst nahm Ishiaku VfB-Keeper Jens Lehmann 45 Meter vor dem Tor den Ball ab, und dann vollstreckte Sanou eiskalt.

Ohne Hleb und Hitzlsperger

Trainer-"Azubi" Babbel hatte wie angekündigt die Rotation gestoppt, allerdings stand Kapitän Thomas Hitzlsperger wie beim bislang einzigen Saisonsieg der Schwaben am zweiten Spieltag gegen den SC Freiburg (4:2) nicht mal im Kader.

"Er ist spät in die Vorbereitung eingestiegen und hat viele Spiele gemacht. Am Mittwoch im Pokal ist er wieder dabei", sagte Sportchef Horst Heldt.

Alexander Hleb fehlte dagegen wie erwartet - er soll seine Muskelprobleme auskurieren. Dafür spielte der Acht-Millionen-Neuzugang Zdravko Kuzmanovic erstmals von Beginn an.

Der bald 22 Jahre alte Serbe mühte sich mit Sami Khedira um einen geordneten Spielaufbau, war auch stets anspielbar, wirkte aber noch nicht integriert. In der 62. Minute wurde er verletzt ausgewechselt.

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