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Daniel van Buyten (2.v.l.) wird von Braafheid, Robben und Lahm (v.l.) gefeiert © imago

Daniel van Buyten beweist gegen Nürnberg erneut Vollstreckerqualitäten. Mario Gomez dagegen ist nach dem Sieg restlos bedient.

Vom FC Bayern berichten Martin Hoffmann und Mathias Frohnapfel

München - Im Fußball drehen sich die Stimmungen manchmal schneller als die flottesten Karusselle auf dem Oktoberfest.

Daniel van Buyten spürt es gerade: Keinen Monat ist es her, da war der belgische Verteidiger das Sinnbild der Abwehrkrise des FC Bayern.

Nach teils desaströsen Leistungen - gerade bei der Niederlage in Mainz - bekam der 31-Jährige verbale Prügel von allen Experten.

Ein paar siegreiche Spiele und zwei Tore später vernahm er nun schon Reporterfragen, ob er so stark wie noch nie wäre in seiner Bayern-Zeit 153422(DIASHOW: Bilder des Spieltags).

"Bewiesen, dass man auf mich zählen kann"

Das wollte van Buyten nach seinem Siegtor beim 2:1 im Derby gegen den 1. FC Nürnberg und dem Sprung der Bayern auf Platz drei so direkt nicht bestätigen (DATENCENTER: Der 6. Spieltag).

Aber er machte aus der Genugtuung keinen Hehl, jetzt als Matchwinner im Mittelpunkt zu stehen - und nicht als Sicherheitsrisiko oder als freischaffender Übersetzer für Franck Ribery.

"Ich habe jetzt schon bewiesen, dass man auf mich zählen kann", hielt der Belgier fest: "Der Trainer glaubt an mich und das versuche ich bei jeder Gelegenheit zurückzugeben."

Tore gegen die Bedenken

Van Buyten tut es aktuell nicht nur in Form von Toren - schon in der Champions League beim 3:0 im Auswärtsspiel gegen Haifa hatte er ja ins Netz getroffen.

Die Rolle als Abwehrchef, die Coach Louis van Gaal ihm trotz aller Bedenken von außen anvertraut hat, erfüllt er im Moment wohl voll zu seiner Zufriedenheit.

Nur zwei Gegentore in den jüngsten vier Pflichtspielen sprechen für ihn - auch wenn die Statistik gegen Nürnberg mit einem unnötigen Gegentor getrübt wurde.

Punkte fast verschenkt

"Nach dem 1:0 rennen sieben Spieler vorne rum, da müssen wir cleverer sein", klagte van Gaal daher auch über das Verhalten seines Teams nach der Führung durch Ivica Olic.

"Wir haben schon genug Punkte verschenkt und das war heute auch fast so", musste auch van Buyten anmerken.

Mit seinem Kopfballtreffer machte er den Gegentreffer durch Joker Eric Maxim Choupo-Moting dann aber persönlich wett: "Das Tor ist dann ganz gut gekommen", kommentierte er flapsig.

Nur ein sprachlicher Fauxpas

Lob kam auch vom Verteidiger-Kollegen Holger Badstuber: "Daniel hat das stark gemacht. Er hilft uns natürlich mit seinen Toren sehr."

Und der einzig gröbere Fauxpas, den van Buyten sich im Gegenzug leistete, war ein weniger wichtiger.

Er versah das Oktoberfest, die Münchner Wiesn, vor laufender Kamera mit dem neuartigen Spitznamen "die Wiese".

Gomez restlos bedient

Nicht in "Wiese"-Stimmung war nach dem Spiel offensichtlich Mario Gomez.

Nachdem er gegen Haifa auf die Bank musste, kehrte er zwar in die Startaufstellung zurück, ohne dabei aber Akzente zu setzen.

Sein zu Recht nicht anerkanntes "Wembley-Tor" war fast seine einzig auffällige Szene, er blieb vom Spiel fast vollständig abgeschnitten.

Wortlos in den Teambus

Die Folge: Gomez' Arbeitstag endete nach 45 Minuten, er musste Platz für den von der Bank kommenden Ribery machen.

Der Frust darüber stand Gomez ins Gesicht geschrieben, in Worte fassen wollte er ihn jedoch nicht.

Wortlos stapfte er nach Spielende an den Berichterstattern vorbei in den Mannschaftsbus.

Frust beim verhinderten Club-Helden

Frust herrschte hinterher auch beim verhinderten Nürnberger Helden.

"Unbeschreiblich" nannte Choupo-Moting es zwar, dass ihm sein erstes Bundesliga-Tor gerade in der ausverkauften Allianz Arena gelang.

Aber weil es am Ende nicht zum Punktgewinn reichte, blieb nur die Erkenntnis: "Hier war mehr drin. Ich bin enttäuscht."

Die einfachste Erklärung dahinter hat der 20-Jährige schon verstanden: "Es hat leider nicht geklappt. So ist Fußball."

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