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"Hoffentlich hat die Frau Merkel demnächst nicht zuviel Arbeit, die diplomatischen Beziehungen zu verbessern." (Über den Wechsel von Lothar Matthäus zu Maccabi Netanya)
Uli Hoeneß gewann als Spieler drei Mal den Europapokal der Landesmeister © getty

Nach dem Derby-Sieg attackiert der Bayern-Manager die Defensivtaktik der Franken. FCN-Sportdirektor Martin Bader wehrt sich.

Vom FC Bayern berichtet Mathias Frohnapfel

München - In der Bundesliga-Tabelle gibt es weder eine Unterkategorie für herausgespielte Torchancen noch für Ballbesitz in der gegnerischen Hälfte.

Uli Hoeneß würde sich etwas in der Art manchmal wünschen. Nach dem 2:1-Sieg über den 1. FC Nürnberg lästerte der Bayern-Manager jedenfalls:

"Das war ja kein Derby, das war wie die Maus vor der Schlange. Die Nürnberger haben nicht Derby gespielt, sondern Betonmauer."

Tatsächlich verteidigte der Aufsteiger zum Oktoberfest-Auftakt in München wie in besten "Catenaccio"-Zeiten.

Kritik an Nürnbergs Mauerfußball

Und das nicht einmal ungeschickt, denn zum einen hielten die Franken in der ersten Hälfte so das 0:0 und zum anderen hätten sie beinahe bei zwei Kontern selbst getroffen. (DATENCENTER: Der 6. Spieltag)

Für diese Strategie hatte Hoeneß ja noch Verständnis, "so lange ich eine Chance habe, das Remis zu ermauern." Doch dann kam ein "Aber", das von der Allianz Arena bis zur Theresienwiese zu reichen schien: "aber ob ich jetzt 1:2 oder 1:3 verliere..."

Sprich: Nach dem 2:1 der Bayern in der 81. Minute hat der Club weiter vor allem verteidigt, statt in einer Schlussoffensive den Ausgleich zu suchen. 153422(DIASHOW: Bilder des Spieltags)

Hoeneß vermisst Schlussoffensive

"Da lasse ich doch alles stehen und liegen und versuche, das Tor zu machen", ereiferte sich der Bayern-Manager.

Und schickte einen besonders gemeinen Giftpfeil hinterher:

"So zufällig Tore zu machen, damit kann ja der Fußball nicht existieren. Aber der Trainer von Nürnberg wird sagen, der Zweck heiligt die Mittel, wenn es gut gegangen wäre, hätte er sich feiern lassen können."

Bader hält dagegen

Die Franken ihrerseits vernahmen am Samstagabend im Bauch der Allianz Arena die Verbalangriffe des grantelnden Münchners und wehrten sich.

"Jeder soll für seine Mannschaft und seinen Verein sprechen, wir sind hier nicht hergefahren, nur damit Uli Hoeneß ein schönes Wiesn-Wochenende hat", sagte Club-Sportdirektor Martin Bader.

Und fügte hinzu: "Uli Hoeneß weiß auch, dass die Tabelle sich nicht aus einer B-Note für Mitspielen kristallisiert. Wir haben nicht 70, 80 Millionen investiert, wenn wir das hätten, hätten wir mitgespielt."

Neuer Geldsegen für den FC Bayern?

Tatsächlich ist gesamte Personaletat des FCN in etwa so hoch wie die Ablöse von 25 Millionen Euro, die die Bayern für Arjen Robben an Real Madrid zahlten.

Derweil kann der Vizemeister auf einen neuen Geldsegen hoffen. Womöglich verkauft die FC Bayern AG zehn Prozent ihrer Anteile, der Erlös daraus dürfte 100 Millionen Euro betragen. Als ein Interessent wird Audi gehandelt.

Hoeneß kommentierte keinen Namen, sagte aber: "Wir sind in guten Gesprächen mit der ein oder anderen Firma. Das gilt nicht nur, was die Beteiligung anbelangt, sondern auch die Vertragsverlängerung mit der Telekom. Es könnte ein guter Herbst werden für den FC Bayern."

In den "nächsten vier bis sechs Wochen" kann laut dem FCB-Manager wohl etwas Konkreteres bekannt gegeben werden.

Schuldenabbau für Arena geht voran

Das Hauptziel der Geldspritze scheint zu sein, die Schulden der Allianz Arena möglichst rasch zu tilgen.

"Die einen gehen in die Kreditabteilung, die anderen sind findiger, wenn es darum geht, das Stadion schuldenfrei zu machen."

Und Hoeneß ist der Stolz auf die über 300 Millionen Euro teure Arena anzumerken.

Der Schuldenabbau gehe sogar rascher voran als geplant, womöglich könne der Bau in zehn Jahren bereits abbezahlt sein.

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