vergrößernverkleinern
Stefan Kießling (l., hier gegen Torsten Frings) geht gegen Werder erstmals leer aus in dieser Saison © getty

Gegen Bremen geht Bayers Torjäger erstmals leer aus und versäumt den Sprung nach ganz oben. Traurig ist er keineswegs.

Leverkusen - Der Bart ist ab, die Torserie gerissen und die Tabellenführung verpasst:

Stefan Kießling musste nach dem 0:0 von Bayer Leverkusen gegen Werder Bremen zum Rasierer greifen - und war trotzdem nicht unglücklich.

"Wir sind mit dem Punkt zufrieden, wir sind noch ungeschlagen und spielen im Moment guten Fußball", sagte der Nationalspieler.

Den Bundesliga-Starttorrekord von sechs Spielen mit jeweils einem Treffer hatte Kießling verpasst. Gegen die Bremer ging der 25-Jährige erstmals in dieser Saison leer aus, genauso wie seine Teamkollegen.

HSV behält die Nase vorn

Damit konnte Bayer die Gunst der Stunde nicht nutzen: Der Hamburger SV blieb nach dem 1:1 (1:1) bei Eintracht Frankfurt punktgleich mit Leverkusen aufgrund der besseren Tordifferenz Tabellenführer.

Kießling hatte sich nach seinem glänzenden Saisonstart einen Bart wachsen lassen. "Ich hätte nichts dagegen gehabt, wenn er noch etwas länger dran geblieben wäre. Jetzt kommt er ab", sagte der Stürmer.

Und weiter: "Dass darum so ein Trubel gemacht wurde, wollte ich eigentlich gar nicht. Beim nächsten Mal werde ich es für mich behalten."

Schaaf nicht unzufrieden

Dass Kießlings Torserie riss, lag am guten Defensivverhalten der Bremer, die seit viereinhalb Jahren (1:2 am 24. April 2005) nicht mehr in Leverkusen verloren haben.

Werder-Trainer Thomas Schaaf war deshalb nicht unzufrieden.

"Für mich war die Leistung entscheidend. Und damit war ich in der ersten Halbzeit sehr zufrieden, in der zweiten Hälfte mache ich ein paar Abstriche", sagte er und fasste das Geschehen auf dem Platz treffend zusammen:

"Beide hatten voreinander Respekt, es war wenig Raum da. Keiner wollte öffnen, so kamen wenig Chancen zustande. Die, die da waren, konnte keiner nutzen."

Werder seit fünf Spielen ungeschlagen

Der SV Werder, seit fünf Spielen ungeschlagen, bleibt im Tabellenmittelfeld.

In einem ausgeglichenen Spitzenspiel besaßen die Leverkusener durch Toni Kroos, der für den am Knie verletzten Brasilianer Renato Augusto in die Mannschaft gekommen war, bereits in der fünften Minute die erste Großchance.

Doch Werder-Torwart Tim Wiese parierte vor 30.210 Zuschauern in der erstmals nach dem Umbau ausverkauften BayArena den Schuss glänzend.

Marin vertritt Özil ordentlich

Die Norddeutschen, die den Ausfall von Jung-Nationalspieler Mesut Özil (Knieverletzung) gut kompensierten,, versteckten sich in dem Duell, das von starken Abwehrreihen geprägt war, allerdings keineswegs.

In der 13. Minute zwang Marko Marin Bayers Nationaltorwart Rene Adler zu einer Glanzparade, als der Ex-Gladbacher über die rechte Seite auf Zuspiel von Claudio Pizarro auf das Leverkusener Tor zugestürmt war und aus 18 Metern abzog.

Kurz vor der Pause stand Marin erneut im Fokus, als er an einer Hereingabe von Aaron Hunt vorbeisegelte.

Gekas ohne Akzente

Den Rheinländer indes fehlten die Überraschungsmomente, um die gut organisierten Bremer in Verlegenheit zu bringen.

Auch der Grieche Theofanis Gekas als Ersatz des gesperrten Schweizer Nationalspielers Eren Derdiyok konnte sich kaum einmal in Szene setzen.

Trainer Jupp Heynckes wechselte den Hellenen nach 45 enttäuschenden Minuten zur Halbzeit aus.

Fortan war Kießling vorn ganz auf sich allein gestellt. Messerscharfe Aktionen gelangen ihm nicht mehr - weshalb er nun zur Rasierklinge greifen wird.

Zum Forum - hier mitdiskutieren!Zurück zur Startseite

teilentwitternteilenE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel