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Wirkt resginierend nach der Pleite gegen Freiburg: Hertha-Coach Luvien Favre © getty

Nach der Pleite der Berliner gegen Freiburg ringt der ratlose Trainer um Worte. Der Job des Schweizers ist offenbar noch sicher.

Berlin - Lucien Favre rang verzweifelt nach Worten. Nach dem peinlichen 0:4 (0:3)-Debakel gegen Aufsteiger SC Freiburg wirkte der umstrittene Trainer von Hertha BSC Berlin rat- und hilflos.

"So kann es nicht weitergehen", sagte der Schweizer nach der fünften Niederlage in Folge und dem Abrutschen auf den letzten Tabellenplatz. (DATENCENTER: Tabelle)

Favre war derart frustriert, dass er seiner Elf ein Armutszeugnis ausstellte: "Ich denke, dass wir nicht mehr bereit sind zu kämpfen und zu verteidigen wie vor einigen Monaten. Wir denken, dass wir nur noch nach vorne spielen können."

Und nach kurzer Denkpause fuhr der 51-Jährige fort: "Das ist ungenügend. Es ist eine enorme Herausforderung, da rauszukommen."

Preetz stärkt Favre

Um seinen Job muss Favre trotz des katastrophalen Fehlstarts mit nur drei Punkten aus sechs Spielen nach offizieller Lesart aber offenbar nicht bangen.

Manager Michael Preetz stärkte dem Coach demonstrativ den Rücken: "Man muss auch die erfolgreiche Arbeit in den vergangenen zwei Jahren sehen. Wir sind überzeugt, dass er der richtige Trainer für Hertha ist."

Allerdings fügte der Ex-Profi mit Blick auf die Trainerfrage einschränkend an: "Natürlich muss man sich in solchen Situationen mit einer solchen Frage beschäftigen."

Friedrich entschuldigt sich

Kapitän Arne Friedrich entschuldigte sich nach dem indiskutablen Auftritt bei den Fans, die trotz der Blamage nicht pfiffen und auch nicht den Rauswurf des Trainers forderten. 153422(DIASHOW: Bilder des 6. Spieltags)

"Ich kann mich nur für meine Leistung und die der Mannschaft entschuldigen", sagte der Nationalspieler und gab zu: "Wir stecken im Abstiegskampf."

Auf Platz 18 hatte Hertha, im Vorjahr noch Titel-Aspirant, zuletzt vor fünfeinhalb Jahren gestanden.

Düstere Aussichten

Fraglich bleibt, wie lange beim Hauptstadtklub, der die Abgänge von Andrej Voronin, Marko Pantelic und Josip Simunic bisher offensichtlich nicht kompensieren konnte, noch Ruhe herrscht.

Am Mittwoch treten die Berliner in der zweiten Runde im DFB-Pokal bei Zweitligist 1860 München an.

Sollte es dann erneut eine Niederlage setzen, dann dürfte der Wind zunehmend rauer ins Gesicht von Favre blasen.

Zumal die anstehenden Aufgaben in der Liga in Hoffenheim und zu Hause gegen den Hamburger SV alles andere als Selbstläufer werden dürften.

Dutt bleibt sachlich

Dagegen herrschte beim SC Freiburg nach dem zweiten Saisonsieg und dem vorrücken auf Rang elf Zufriedenheit.

Der überragende Ivica Banovic mit einem Doppelpack (6. und 68.), Cedric Makiadi (12.) und Mohamadou Idrissou (42.) erzielten die Treffer für überlegene Breisgauer, die zum ersten Mal überhaupt im Berliner Olympiastadion gewannen.

Trainer Robin Dutt war sichtlich erfreut, blieb aber sachlich: "Für einen Aufsteiger ist es immer schwer in Berlin, auch wenn Hertha Druck hatte.

Die beiden schnellen Tore haben uns in die Karten gespielt. Wir müssen uns aber noch weiterentwickeln. Und wir bleiben ruhig, wenn auch mal nicht so läuft."

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