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Mario Gomez kam im Sommer vom VfB Stuttgart zum FC Bayern München © getty

Der teuerste Spieler der Bundesliga sucht nach seiner Form und bangt um seinen Platz. Hinten links steht Pranjic in der Kritik.

Vom FC Bayern berichten Daniel Rathjen und Mathias Frohnapfel

München - Er betrieb Frustbewältigung.

Nach dem 2:1 gegen den 1. FC Nürnberg zog es Mario Gomez aufs Oktoberfest.

Im Weinzelt amüsierte sich der Stürmer des FC Bayern bis Mitternacht bei Maultaschen und Mineralwasser.

Am Nachmittag hatte er sich noch deutlich angesäuert gezeigt. Bereits 15 Minuten nach dem Abpfiff verließ er eiligen Schrittes die Allianz Arena 153422(DIASHOW: Bilder des Spieltags).

"Es hilft ja nichts. Der Trainer hat so entschieden, wir haben gewonnen, also hat er alles richtig gemacht", sagte der Stürmer nur kurz.

"Das ist bitter, aber ich komme wieder", kündigte er noch an.

Im Bayern-Derby zum Wiesn-Auftakt stand der 24-Jährige immerhin wieder in der Startelf (DATENCENTER: Der 6. Spieltag) - anders als noch in der Champions League gegen Maccabi Haifa.

Bis auf einen Volley gegen die Unterkante der Latte blieb der ehemalige Stuttgarter, der für die Liga-Rekordablöse von 30 Millionen Euro an die Isar kam, jedoch blass (Alle Sport1.de-Noten im Überblick).

"Er hat ein schweres Trikot"

Zur Pause war dann wieder Schluss für den Angreifer, Ribery wurde eingewechselt - wie schon eine Woche zuvor bei Borussia Dortmund.

"Er hat ein schweres Trikot, weil immer über die 30 Millionen gesprochen wird", sagte Manager Uli Hoeneß vorm DFB-Pokalspiel gegen Oberhausen (Di., ab 18.30 Uhr LIVE) und forderte: "Man sollte ihn in Ruhe lassen und ihm Zeit geben."

Dass es aber für Gomez trotz seiner drei Ligatore in sechs Einsätzen nicht rund läuft, merkt auch Kapitän Philipp Lahm.

"Mario braucht seine Zeit. München ist doch etwas anderes als Stuttgart. Es ist ein größerer Konkurrenzkampf, wenn man keinen Lauf hat, sitzt man eben auf der Bank. Ich glaube nicht, dass Mario mit dem zufrieden ist, was er bisher hier bringt."

Sein Tipp: "Er muss lernen, damit umzugehen."

Das Problem: Zeit gibt es nicht beim FC Bayern und der Konkurrenzkampf im Sturm ist gnadenlos.

Olic und Müller trumpfen auf

Ivica Olic und Thomas Müller stehlen Gomez momentan die Show. Müller erzielte jeweils zwei Treffer gegen den BVB und Haifa, Olic traf gegen den Club zur Führung nach Müllers Vorarbeit.

Beide verkörpern Leidenschaft, Kreativität und Mut - die Fans honorieren das. Als Olic in der 68. Minute für Miroslav Klose ausgewechselt wurde, gab es Standing Ovations.

"Ich spiele - also bin ich im Moment auch die Nummer eins", erklärte Olic der "tz". Er hat einen Lauf und spricht im "kicker" über hohe Ziele: "Ich kann noch mehr Tore machen. Vorige Saison hatte ich insgesamt 25, diese Quote will ich wieder erreichen."

Klose drängt wieder rein

Der Ex-Hamburger hat sich problemlos an seine neue Umgebung angepasst. "Wenn ich sage, ich kam hierher, um nicht zu spielen, muss ich lügen", merkt er an.

Auch Klose war übrigens am Samstagabend auf der Wiesn, er feierte mit seiner Frau Sylwia im "Käfer-Zelt".

Künftig fordert er mehr wieder Einsatzzeit auf dem Rasen. "Die Pause hat mir gutgetan, jetzt bin ich fitter und eigentlich auch bei 100 Prozent", stellt er klar.

Und dann gibt es noch Luca Toni, der nach seinem Amateur-Einsatz gegen Jahn Regensburg in Richtung Trainer Louis van Gaal verlauten ließ: "Wenn er denkt, dass andere besser sind, muss er sie spielen lassen. Aber ich kann ihm nur sagen: Ich bin wieder bereit!"

Pranjic ist unzufrieden

Baustellen gibt es trotz Aufwärtstrends also genug.

Gerade die Abwehr präsentierte sich zuletzt phasenweise anfällig, die linke Seite fällt dabei immer wieder negativ auf.

Gegen Nürnberg machte Danijel Pranjic beim Gegentor durch Eric-Maxim Choupo-Moting keine gute Figur. Edson Braafheid sitzt ihm Nacken.

Pranjic ist mit seiner Position nicht vollends zufrieden. "Als ich kam, habe ich erwartet im Mittelfeld zu spielen, jetzt spiele ich in der Abwehr. Ich muss mich daran gewöhnen und versuche das Beste daraus zu machen", sagt er zu Sport1.de.

Und weiter: "Manchmal läuft es gut, manchmal nicht so". Am Samstag war Letzteres der Fall.

Braafheid kam für den Kroaten ab der 80. Minute zum Einsatz. Bei Pranjics Auswechslung gab es zudem einige Pfiffe.

Am Dienstag gegen Oberhausen könnte Braafheid womöglich von Anfang an spielen.

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