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Keeper Jens Lehmann spielt seit 2008 beim VfB Stuttgart © getty

Nach der Pleite gegen Köln feiert Stuttgarts Keeper Lehmann auf dem Oktoberfest. Der VfB streicht ihn aus dem Pokal-Kader.

Stuttgart - VfB-Keeper Jens Lehmann hat nach einem Besuch auf dem Münchner Oktoberfest einen Denkzettel verpasst bekommen.

Lehmann wurde von Teamchef Markus Babbel aus dem Stuttgarter Kader für das Pokalspiel beim Viertligisten VfB Lübeck (Mi., ab 20 Uhr LIVE) gestrichen, nachdem er am Samstag nach der Niederlage gegen den 1. FC Köln (0:2) auf der "Wiesn" aufgetaucht war.

"Am Donnerstag werden Horst Heldt und ich mit Jens über diese Sache sprechen. Danach sehen wir weiter", erklärte Trainer Markus Babbel.

Während sich Babbel mit der Mannschaft bereits am Montag auf den Weg nach Lübeck machte, trainierte Lehmann auf dem Klubgelände.

Lehmann: "Das war nicht abgesprochen"

Der Keeper zeigte sich anschließend in einer Stellungnahme auf der Homepage des VfB einsichtig:

"Der Besuch auf der Wiesn fand im Rahmen einer Charity-Veranstaltung statt und war schon länger geplant. Das war allerdings nicht mit dem Verein abgesprochen. Ich akzeptiere natürlich die Maßnahme der sportlichen Leitung."

Notbremse nach "Holper-Start"

Noch drei Stunden nach der Pleite gegen Köln saßen Trainer Markus Babbel und Sportvorstand Horst Heldt am Samstagabend zusammen, um über die nun erforderlichen Maßnahmen zu diskutieren.

Herausgekommen ist dabei auch das Mini-Trainingslager vor dem Lübeck-Match.

Der Trainer will nun verstärkt Gespräche mit jedem einzelnen Akteur führen.

Er droht aber auch: "Ich werde ganz genau hinschauen und gegebenenfalls Konsequenzen ziehen." Lehmann musste jetzt diese Konsequenzen spüren.

Nach sechs Spielen in der Bundesliga hat der VfB gerade mal fünf Punkte gesammelt, in der Champions League verschenkte er gegen die Glasgow Rangers (1:1) einen Sieg - die ambitionierten Schwaben sind ins Rutschen geraten.

Babbel: "Der letzte Wille fehlt"

Als Ursache für die Talfahrt, die beim VfB im Anschluss an erfolgreiche Zeiten schon Tradition hat, will Babbel schon erkannt haben:

"Der letzte Wille fehlt. "Im Moment sind wir nicht bereit, die letzten Zentimeter abzugrasen, um erfolgreich zu sein", kritisierte er seine Mannschaft.

Der Trainer-Azubi will sich nun "die Probleme" seiner Spieler anhören, so sie denn welche benennen können, er will freilich auch "schonungslos ansprechen, was ich von jedem Einzelnen erwarte", kündigte er an.

Spannungen verhindern Teamzusammenhalt

Heldt hat außerdem durchblicken lassen, dass es mit dem Zusammenhalt der Mannschaft derzeit nicht zum Besten bestellt sein könnte.

Spannungen gehörten dazu und seien auch wichtig, Fakt sei aber auch, sagte er der "Stuttgarter Zeitung", "dass die Spannungen auf dem Platz gegen den Gegner zu richten sind und nicht gegen die eigenen Mitspieler".

Bemerkt haben will Heldt davon angeblich noch nichts, doch solle ein Spieler meinen, "aus der Gemeinschaft ausscheren zu müssen, werden wir Konsequenzen ziehen".

"Vielleicht", sagte der VfB-Sportvorstand auch, "sind die Spieler zu leichtfertig in die Saison gegangen und haben gedacht, alles läuft weiter wie im Frühling."

Sieg gegen Lübeck Pflicht

Seine Einschränkung ist wohl nicht nötig.

Serdar Tasci etwa, im Sommer unter anderem damit beschäftigt, seinen Vertrag vorzeitig zu besseren Konditionen zu verlängern, vermittelte am Samstag den Eindruck, die Probleme würden sich von alleine lösen.

Am Ende der Saison, versicherte er in Verkennung der aktuellen Lage, werde der VfB unter den ersten Drei stehen.

Derlei Behauptungen hält Heldt für wenig dienlich. "Zurzeit kann es für uns nur ein Ziel geben", betonte er: "Die Kurve kriegen und am Mittwoch im Pokal beim VfB Lübeck gewinnen."

Für Lehmann wird dann Ersatzkeeper Alexander Stolz (25) zwischen den Pfosten stehen.

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