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Jürgen Klinsmann (r) will, dass Lukas Podolski bei den Bayern "lernt" © imago

Bayern-Coach Klinsmann geht plötzlich auf Schmusekurs mit Lukas Podolski: "Er liegt mir am Herzen". Uli Hoeneß widerspricht dafür Karl-Heinz Rummenigge.

München - Es hatte sich in der Vorwoche fast so angehört, als würde er mit ihm am liebsten gar nicht mehr planen wollen: Nun aber hat Jürgen Klinsmann die Diskussion um Lukas Podolskis Zukunft für endgültig beendet erklärt und versöhnliche Töne angeschlagen.

"Er wird beim FC Bayern bleiben, auf jeden Fall. Er liegt mir auch persönlich am Herzen", sagte der Trainer des deutschen Rekordmeisters in einem Interview mit der "tz". Allerdings sagt Klinsmann auch: "Lukas ist noch lange nicht da, wo er hinkommen kann."

Der 44-Jährige ist der Ansicht, dass der Nationalstürmer bei den Bayern die besten Voraussetzungen hat, um zu lernen.

"Hier hat er ein Umfeld, das sich sehr intensiv mit ihm beschäftigt, um ihn aufs nächste Level zu bringen", erklärte Klinsmann und ergänzte: "Er ist in manchen Dingen noch in der Entwicklungsphase. Also egal, ob er woanders hingehen würde - diese Probleme blieben die gleichen."

Demnach wäre ein Vereinswechsel "keine Lösung".

Bemerkenswert: In der Vorwoche noch hatte Klinsmann zu Podolskis Situation recht harsche Töne angeschlagen und gemeint: "Das kann für Lukas ein langfristiger Prozess sein - über mehrere Monate oder Jahre. Da muss er eben durch."

Hoeneß widerspricht Rummenigge

Uli Hoeneß hat derweil erneut in aller Deutlichkeit einem Einstieg fremder Investoren beim FC Bayern eine Absage erteilt und damit dem Vorstands-Vorsitzenden Karl-Heinz Rummenigge widersprochen.

"Das wird nie für den FC Bayern in Frage kommen", sagte der Manager der "Abendzeitung" und verwies dabei auch auf die anders strukturierte Fan-Kultur. Bei einer fremden Übernahme der Bayern würden die Anhänger "auf die Barrikaden gehen".

Grundsätzlich befürwortet er den Einstieg fremder Finanziers in der Bundesliga jedoch: "Ich finde es generell gut, wenn die 50+1-Regel fallen würde. Das wäre vor allem für finanziell nicht so gut ausgestattete Vereine eine Chance, an Geld zu kommen."

Zumindest damit ist der Manager auf einer Linie mit Rummenigge, der sich darüber hinaus aber auch einen Oligarchen bei den Bayern vorstellen kann. "Wenn sich das Rad so weiterdreht, wird sich das Thema auch für den FC Bayern stellen", hatte der 52-Jährige zuletzt erklärt.

"In zehn Jahren ganz arme Schweine"

Die vor allem in der englischen Premier League aktiven Geldgeber sieht Hoeneß auch als Gefahr für die Klubs. Er sei sich sicher, "dass die, über die wir jetzt mit Blick auf das Thema Investoren reden, in zehn Jahren ganz arme Schweine sind", erklärte er in der "Welt". Profitabel könnten diese Vereine nicht werden.

Wenn sich die allgemeine wirtschaftliche Situation ein wenig normalisiert habe, "wird sich auch der eine oder andere Oligarch überlegen, ob er weitere Millionen einfach so in einen Verein steckt".

Auch "der Herr aus Abu Dhabi" (Sulamain Al Fahim bei Manchester City, d. Red.) werde angesichts des jüngst gesunkenen Ölpreises vielleicht "etwas ruhiger, was seine Transferpläne betrifft", sagte Hoeneß süffisant.

Die 50+1-Regel in der Bundesliga regelt bislang die Besitzverhältnisse bei den Profi-Vereinen. Demnach müssen die Klubs mit 50 Prozent der Anteile plus einer Zusatzstimme die Mehrheit an einer Aktien- oder Kapitalgesellschaften halten.

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