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Louis van Gaal wurde bisher mit Ajax, Barca und AZ Alkmaar Meister © getty

Der FC Bayern reist mit viel Rückenwind zum Spitzenspiel beim Hamburger SV. Trainer Louis van Gaal strotzt vor Selbstbewusstsein.

Vom FC Bayern berichtet Daniel Rathjen

München - In kurzer Hose und T-Shirt betrat er nach dem Mittagessen den Presseraum an der Säbener Straße zum donnerstäglichen Plausch.

Mit der Gelassenheit eines Pauschalurlaubers, der sein Handtuch schon sehr früh am Morgen auf der Liege am Pool platziert hat, schlenderte er zu seinem Platz.

Der "Tulpen-General" Louis van Gaal, der Trainer des FC Bayern, ist entspannt vor dem Spitzenspiel beim HSV (Sa., ab 18 Uhr LIVE). (DATEN: Der 7. Spieltag)

Es verwundert zunächst, aber es hat einen logischen Grund.

"Sehr weit", lautete seine Antwort auf die Frage, inwieweit sein Team seine Philosophie bereits verinnerlicht habe.

Van Gaals System greift. Seine Macht wächst. Natürlich hört er nicht auf zu betonen, dass "das Team noch weiterhin viel arbeiten muss" und dass "die Vorbereitung quasi noch läuft".

Klar aufsteigende Tendenz

Doch eine aufsteigende Tendenz ist beim Rekordmeister deutlich sichtbar. Der Holperstart ist vorüber, die Blamage von Mainz am dritten Spieltag vergessen.

Seitdem haben die Bayern nicht mehr verloren, besser noch: Sie haben die letzten fünf Partien gewonnen. 18 Tore (!) haben sie dabei erzielt und nur zwei zugelassen.

"Ich glaube, dass die Ergebnisse immer auch die Form eines Teams beeinflussen", sagte van Gaal kühl. Wohlwissend, dass der kommende Gegner HSV noch das Pokal-Desaster gegen den Drittligisten VfL Osnabrück verdauen müsse.

Die Münchner spielten schon am Dienstag und fertigten den Zweitligisten Rot-Weiß Oberhausen mit Leichtigkeit ab.

Tabellenspitze winkt

Das Gastspiel beim Tabellenführer ist für den Dritten ein eminent wichtiges Spiel.

Denn im Falle eines Sieges in der Hamburger Arena könnten die Münchner, wenn auch Bayer Leverkusen in Köln Punkte liegen lässt, das erste Mal seit dem 17. Mai 2008 wieder den Spitzenplatz einnehmen.

"Vielleicht können wir einiges gutmachen"

"Wir haben zu Beginn der Saison viele Punkte liegen lassen. Vielleicht können wir mit einem Sieg beim HSV einiges gutmachen", hofft van Gaal.

Der Respekt vor dem Gegner ist trotz allem groß. "Der HSV ist eine der besten Vereine in der Liga mit Spielern, die individuelle Klasse haben", weiß der Fußballlehrer.

Er hat dabei bis auf die sich noch in der Reha befindlichen Martin Demichelis und Mark van Bommel seinen kompletten Kader zur Verfügung.

Auch das Duo dürfte bald wieder zur Verfügung stehen. "Es sieht gut aus, dass sie bald wieder ins Training einsteigen. Es wird natürlich noch eine Weile dauern, bis sie wieder spielen können", so van Gaal.

Mit der Flügelzange Ribery und Robben

Durchblicken ließ er jedoch, dass Arjen Robben und Franck Ribery von Beginn an als Flügelzange auflaufen könnten.

"Wenn ich die beiden habe, denke ich nicht, dass ich etwas ändere", kündigte er an. Damit steht fest, dass es 4-3-3-System nur noch einen freien Platz im Angriff gibt.

Olic spielt, Toni nicht

Der Favorit darauf ist nach seinen zuletzt starken Leistungen der Ex-Hamburger Ivica Olic, der mit in die Vorbereitung auf den Gegner involviert ist.

"Es ist noch nicht so lange her, dass er da war. Ich habe mit ihm über den HSV gesprochen", verriet der niederländische Coach.

Enttäuschung erlaubt, schmollen nicht

Dass Olic spielt, heißt gleichzeitig auch, dass den Nationalstürmern Mario Gomez und Miroslav Klose die Ersatzbank droht.

Luca Toni wird in Hamburg nicht anzutreffen sein. Der Italiener wurde nicht in den Kader berufen, soll stattdessen erneut in der zweiten Mannschaft von Trainer Mehmet Scholl zum Einsatz kommen.

Den harten Konkurrenzkampf im Sturm sieht van Gaal nicht problematisch. "Es ist eine Profimannschaft", stellte er klar.

Enttäuschung über eine Nichtberücksichtigung sei erlaubt, aber schmollen nicht.

"Sie können sich in jedem Training anbieten und arbeiten. Jeder bekommt bei mir die gleiche Chance", erklärte der 58-Jährige.

Bangen um van Buyten

Der Trainer bangt indes um den Einsatz von Abwehrchef Daniel van Buyten. Der Abwehrspieler, der in den letzten drei Pflichtspielen vier Tore erzielt hatte, hat Probleme mit dem Sprunggelenk.

Der Einsatz im Duell gegen seinen alten Verein am Samstag wird sich erst kurzfristig entscheiden. "Daniel musste zum Arzt. Man muss abwarten", gab van Gaal lediglich dazu preis.

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