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Ivica Olic traf in sechs Ligaspielen für Bayern zweimal © getty

Bei seinem Antritt in München muss der Kroate noch das Schlimmste befürchten. Inzwischen aber gilt er als Stürmer Nummer eins.

München - Ivica Olics Start beim FC Bayern München war wenig verheißungsvoll.

Louis van Gaal erklärte bei seinem Amtsantritt vor versammelter Mannschaft, dass Olic nicht sein Wunschspieler sei.

Knapp drei Monate später hat der Trainer seine Meinung über den Kroaten längst revidiert.

Der vom Hamburger SV verpflichtete Olic ist im hochkarätig besetzten Angriff des Rekordmeisters derzeit die Nummer eins - und dies trotz Konkurrenten wie Mario Gomez, Miroslav Klose oder Luca Toni.

"Ein ganz besonderes Spiel"

"Ich bin bis jetzt sehr zufrieden, aber ich kann noch besser spielen und mehr Tore machen", sagt Olic vor dem Spitzenspiel der Bundesliga am Samstag (ab 18 Uhr LIVE) beim HSV. 155665(DIASHOW: HSV vs. Bayern - die Historie).

Dort wird der 30-Jährige, der bisher zweimal getroffen hat, an der Seite der Stars Franck Ribery und Arjen Robben stürmen.

Und Olic muss vor seiner Rückkehr nach Hamburg nicht groß betonen, "dass es für mich ein ganz besonderes Spiel ist. Ich freue mich riesig."

Kein euphorischer Jubel

Der HSV werde "immer in meinem Herzen sein", betont Olic.

Allzu euphorischen Jubel im Falle eines Tores will er sich deshalb sparen, die drei Punkte hat er jedoch eingeplant.

"Ich bin sicher, dass wir das Spiel gewinnen, auch wenn der HSV vor allem zuhause sehr stark spielt. Aber wir wollen unsere Siegesserie fortsetzen."

Intensiv und unbändig

Beim FC Bayern hat sich Olic, für den durch den Wechsel an die Isar "ein Traum in Erfüllung gegangen ist", schnell eingewöhnt.

Es habe bisher alles "sehr gut geklappt, es war leichter als damals in Hamburg. Diesmal konnte ich die Sprache bereits, das war wichtig."

Mit seiner intensiven Spielweise und seinem unbändigen Willen hatte der laufstarke Nationalspieler, der ablösefrei nach München kam, schon beim HSV überzeugt.

"Wie er arbeitet, das ist nicht normal"

"Es überrascht mich überhaupt nicht, dass sich Ivica bei den Bayern durchgesetzt hat", sagt sein Ex-Teamkollege Piotr Trochowski, "wie er arbeitet, das ist nicht normal. Einen wie ihn kann jede Mannschaft gut gebrauchen."

Diese Erkenntnis hat sich (inzwischen) auch bei Coach van Gaal und bei den Bayern-Fans durchgesetzt.

Die Anhänger wählten Olic im August zum Spieler des Monats. "Das zeigt, dass ich auf dem richtigen Weg bin", sagt Olic, der aber auch weiß, dass es im aufgeregten Münchner Umfeld schnell abwärts gehen kann.

Mit den Kindern nach Hamburg

Fünf Topleute kämpfen da um einen Platz im Sturmzentrum, "das ist brutal. Da ist der Druck immer groß, ich kann schon morgen auf der Bank sitzen." In Hamburg wohl kaum.

Für Olic, der mit den Bayern unbedingt seinen ersten Titel in Deutschland gewinnen will, wird es ein emotionales Spiel, weshalb er seine Frau Natalie und die drei Kinder Luka, Toni und Lara mit nach Hamburg reisen lässt.

"Die wollen sich das nicht entgehen lassen", sagt Olic, dessen Söhne "unbedingt im Bayern-Trikot" kommen wollen.

Das Dilemma des Sohns

Luka Olic aber hat ein Problem.

"Er kann sich immer noch nicht von 'Trotsche' (Trochowskis Spitzname, d.Red.) trennen. Er ist und bleibt einfach sein Lieblingsspieler", sagt Olic.

Vielleicht ändert Luka aber auch irgendwann seine Meinung - wie Louis van Gaal.

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