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Frank Heinemann © getty

Durch den Sieg in Nürnberg verlässt der VfL die Abstiegsplätze - und Interimscoach Heinemann stärkt die eigene Position.

Nürnberg - Mit einem Spiel Verspätung hat der Trainerwechsel beim VfL Bochum den gewünschten Erfolg gebracht - und Interimscoach Frank Heinemann die Chancen auf eine langfristige Weiterbeschäftigung verbessert.

Nach der Niederlage im DFB-Pokal gegen Schalke 04 gelang den Westfalen zum Auftakt des siebten Spieltags der Bundesliga der zweite Sieg.

Dank des dritten Saisontreffers von Diego Klimowicz (7.) gewann der unter Heinemann auch spielerisch verbesserte VfL beim 1. FC Nürnberg verdient mit 1:0 (1:0) und zog damit in der Tabelle vorerst an den enttäuschenden Franken vorbei vom 17. auf den zwölften Platz.

Der Aufsteiger dagegen kassierte im vierten Heimspiel schon die dritte Niederlage.

Ernst mauert nicht wirklich

Heinemanns Chancen, auch in Zukunft beim VfL das Sagen zu haben, sind zumindest nicht gesunken. Im Gegenteil.

"Das Spiel spricht für ihn, absolut. Er trifft den Ton, das hat er schon im Pokal gegen Schalke bewiesen, wir haben ihn ja auch nicht umsonst gewählt", sagte Sportdirektor Thomas Ernst. "Wenn die Mannschaft weiter so auftritt, sind das alles Argumente für Frank Heinemann."

Ernst schränkte jedoch ein: "Der Stand ist so: Wir sind weiter auf der Suche nach einem Cheftrainer. Es war in erster Linie ein Spiel für den VfL in einer prekären Situation, ein Big Point."

Heinemann bleibt gelassen

Heinemann selbst konnte mit diesen Aussagen nach Abpfiff gut leben: "Es heißt Interimstrainer, ich habe damit kein Problem. Alles Weitere wird man sehen."

Zum Spiel meinte der 44-Jährige: "Es war ein Anfang, der sehr, sehr wichtig war. Wir standen enorm unter Druck. Wir wussten, dass wir auf keinen Fall verlieren dürfen. Dass wir hier drei Punkte holen, war unser Ziel und ist umso schöner."

Enttäuscht war Kollege Michael Oenning: "So ein Tor darf nicht fallen. Das war schon der Knackpunkt. Wir haben zu keiner Phase Struktur in unser Spiel bekommen."

Oenning enttäuscht

Die erneut sehr engagierten Gäste begannen erstaunlich angriffslustig und erwischten den Club damit auf dem falschen Fuß.

Der gute Paul Freier versetzte seinen Gegenspieler Juri Judt, seine Hereingabe von der rechten Seite musste der sträflich freistehende Klimowicz nur einschieben.

Auch danach besaß der VfL die besseren Chancen. Spätestens nach einem von Javier Pinola an den Pfosten gelenkten Weitschuss von Joel Epalle (65.) hätte die Partie entschieden sein können.

Nürnberg zu harmlos

Vor 35.376 Zuschauern versuchten die Nürnberger nach dem Rückstand mit mäßigem Erfolg, gegen die schwächste Abwehr der Liga mit direkt vorgetragenen Angriffen zum Erfolg zu kommen.

Dabei offenbarte sich das große Manko des erneut harmlosen Club:

Auch die guten Spielzüge verpufften meist ohne einen gelungen Abschluss, so in der 36. Minute, als Bochums Ersatztorhüter Andreas Luthe in seinem ersten Bundesligaspiel einen Schuss von Eric-Maxim Choupo-Moting über die Latte lenkte.

Kapitän Wolf muss früh wieder runter

Club-Trainer Michael Oenning hatte seine Startformation nach dem 0:1 im Pokal gegen 1899 Hoffenheim erneut verändert.

Havard Nordveit sowie der frühere Bochumer Ilkay Gündogan kehrten in die Anfangself zurück.

Überraschend spielte darüber hinaus der zuletzt angeschlagene Andreas Wolf, der aber in der 25. Minute schon wieder verletzt vom Feld musste.

Maroh überraschend draußen

Für den Mannschaftskapitän kam Dominic Maroh, der zu Bgeinn unerwartet auf der Bank gesessen hatte.

Die Auswechslung verunsicherte die zuletzt ohnehin sehr anfällige Nürnberger Abwehr zusätzlich.

Nach einer halben Stunde hätten der gute Freier sowie Dennis Grote die Führung der flinken Bochumer weiter ausbauen können.

Pinolas Tätlichkeit ungeahndet

Glück hatte der Club zudem, dass in der 34. Minute Schiedsrichter Marco Fritz (Korb) eine Attacke von Pinola gegen Daniel Imhof nicht als Tätlichkeit wertete - der Argentinier sah nicht einmal die Gelbe Karte.

Frank Heinemann hatte dem VfL in seinem zweiten Spiel als Interimstrainer ein etwas anderes Aussehen verpasst:

Nach dem 0:3 im Pokal gegen Schalke lief Marc Pfertzel für den angeschlagenen Mergim Mavraj in der Viererkette auf, davor agierte eine Raute, in der Mimoun Azaouagh anstelle von Christoph Dabrowski zum Einsatz kam.

Gute Abwehrleistung der Gäste

Vorne bildeten Epalle und Klimowicz ein schlagkräftiges Duo. Die Abwehr stand gegen den allerdings harmlosen Club gut.

Die Gastgeber aus Nürnber enttäuschten über weite Strecken. Bereits zur Pause gab es Pfiffe der Nürnberger Anhänger, in der zweiten Halbzeit forderten sie lautstark:

"Wir woll'n euch kämpfen sehn." Überzeugen konnte diesmal kein Spieler der Franken, bei den einsatzfreudigen Gästen boten vor allem Epalle und Maltritz eine gute Leistung.

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