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Mladen Petric kam 2008 von Borussia Dortmund zum Hamburger SV © getty

Der Kroate ist der Matchwinner für den HSV gegen den FC Bayern. Der Torjäger schließt einen Spielzug über Ze Roberto eiskalt ab.

Hamburg - Dank Mladen Petric hat der zuletzt schwächelnde Hamburger SV im Bundesliga-Gipfeltreffen mit Bayern München in die Erfolgsspur zurückgefunden.

Nach drei Pflichtspielen in Folge ohne Sieg inklusive des peinlichen Ausscheidens im DFB-Pokal beim Drittligisten VfL Osnabrück bezwangen die Hanseaten den deutschen Rekordmeister durch einen Treffer des Kroaten (72.) mit 1:0 (0:0) und verteidigten die Tabellenführung erfolgreich.

Die Bayern, die nun sechs Punkte Rückstand auf den HSV haben, mussten nach zuletzt fünf Pflichtspielsiegen in Serie hingegen wieder einen Rückschlag hinnehmen und verpatzten die Generalprobe für das Champions-League-Spiel am kommenden Mittwoch gegen Italiens Rekordmeister Juventus Turin.

"Unser Spiel war nicht so schlecht, aber der Zug nach vorne hat einfach gefehlt", sagte Bayern-Nationalspieler Philipp Lahm. Innenverteidiger Daniel van Buyten meinte: "Der HSV ist eben eine gute Mannschaft. Und wir haben leider kein Tor gemacht."

Vor 57.000 Zuschauern in Hamburgs ausverkaufter WM-Arena erwischten die Gäste den besseren Start und präsentierten sich in ihren Offensivaktionen zielgerichteter.

Robben/Ribery von Beginn an

Bayern-Trainer Louis van Gaal hatte seine Flügelzange Arjen Robben/Franck Ribery erstmals in einem Bundesligaspiel gemeinsam von Beginn an aufgeboten und wurde gleich mit einem schönen Zusammenspiel der Stars belohnt.

Robben verfehlte das Tor nach Riberys Pass aus spitzem Winkel nur um Zentimeter (11.).

Mit einer anderen taktischen Ausrichtung als zuletzt wollte van Gaal die Hamburgern zu Fehlern im Aufbau zwingen und bot eine 3-3-3-1-Formation auf.

Nationalspieler Philipp Lahm wurde unter den Augen von Bundestrainer Joachim Löw auf der rechten Seite ins Mittelfeld vorgezogen.

HSV steigert sich

"Philipp kann das und ist universell einsetzbar. Louis van Gaal hat eine klare Philosophie und Vorstellung. Er geht seinen Weg", sagte Löw in der Pause im "Sky"-Interview: "Beide Mannschaften wollen nach vorn spielen und zeigen ein sehr gutes Niveau."

So kam auch der HSV mit zunehmender Spielzeit immer besser in die Begegnung und hatte nach 26 Minuten seine erste vielversprechende Chance.

Petric verfehlte das Tor der Gäste aber knapp per Kopf (26.). Die Möglichkeit schien den Gastgebern mehr Sicherheit verliehen zu haben.

Rost pariert gegen Olic

Zwar prüfte zunächst der Ex-Hamburger Ivica Olic seinen ehemaligen Mannschaftskameraden Frank Rost im HSV-Tor (29.), doch die Hanseaten schlugen mit einer Doppelchance zurück.

Jerome Boateng und Joris Mathijsen zwangen Bayerns Schlussmann Jörg Butt binnen Sekunden zu zwei Glanztaten (31.).

Nach dem Seitenwechsel musste HSV-Trainer Bruno Labbadia, der seine Spieler im Mittelfeld viel rochieren ließ, erneut umstellen.

Für den verletzten Außenverteidiger Guy Demel kam der zuletzt überforderte Millioneneinkauf Marcus Berg.

Der schwedische Nationalspieler nahm den Platz neben Petric im Angriff ein. Der zunächst im Mittelfeld aufgebotene Dennis Aogo rückte zurück in die Abwehrkette.

Temporeiche Partie

Berg konnte sich zwar vorerst erneut nicht entscheidend in Szene setzen, doch der HSV drängte wie in der Schlussviertelstunde des ersten Durchgangs weiter nach vorn. Mathijsen (48.) und Petric per Freistoß (52.) brachten den Ball aber nicht im Tor der Gäste unter.

Für die Bayern, die nach der Pause wieder auf eine klassische Viererkette in der Abwehr umstellten, war erneut Olic gefährlich. Der Kroate scheiterte aber aus kurzer Distanz an Rost (57.).

In der Folgezeit entwickelte sich eine temporeiche Partie mit Chancen auf beiden Seiten, in der der HSV allerdings gefährlicher in seinen Aktionen wirkte und belohnt wurde.

Nach schöner Vorarbeit von Ze Roberto, der nach einer Wadenverletzung rechtzeitig zum Anpfiff fit geworden war, schob Petric den Ball problemlos zur Führung ins Bayern-Tor.

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